Neue Windräder auf dem Schurwald: „Die Genehmigung ist ein Skandal“ - Bürgerinitiative kritisiert Windkraftstandort

Windräder auf dem Schurwald bei Winterbach. Die Bürgerinitiative pro Schurwald nennt die Windausbeute sehr grenzwertig. Die neuen Anlagen weiter östlich werden bedeutend höher.
StaufenpressDie Bürgerinitiative Pro Schurwald hat den künftigen Windkraftstandort Sümpflesberg/Königseiche auf dem Schurwald bei Ebersbach erneut scharf kritisiert. Dort ist der Bau zweier Windräder mit einer Gesamthöhe von offenbar 240 Metern im Gange. Anlass der Kritik war ein Vor-Ort-Besuch von Staatssekretärin Franziska Brantner vom Ministerium für Wirtschaft und Klimaschutz in Berlin. Die Bürgerinitiative findet es befremdlich, dass die Staatssekretärin an einem Treffen mit Behörden und Unternehmen in Stuttgart teilgenommen habe, aber nicht mit Umweltverbänden, Kommunen und Bürgerinitiativen gesprochen habe. „Dabei sagen ‚die Politiker‘ doch immer, dass die Bürger mitgenommen werden sollen“, lautet die Kritik in einer Pressemitteilung.
Windausbeute sei sehr grenzwertig
Bei dem Treffen in Stuttgart sei es um Hemmnisse bei der Windkraft-Genehmigung gegangen. Für die Bürgerinitiative ist der Skandal bei dem Windkraft-Projekt auf dem Schurwald nicht die lange Bearbeitungsdauer, sondern dass es überhaupt genehmigt worden sei. Denn: Die Windausbeute sei hier sehr grenzwertig, die zu erwartenden Windstromerträge stünden „in keinem Verhältnis zu den gravierenden Beeinträchtigungen und Nachteilen für Landschaft, Natur und Menschen“. Die Bürgerinitiative wehrt sich gegen den Vorwurf, der bei dem Treffen geäußert worden, sie selber sei ein Hemmnis gewesen. Die lange Bearbeitungszeit habe vielmehr daran gelegen, dass der Standort ungeeignet sei. Genehmigungsfähig sei das Windkraft-Projekt erst geworden, nachdem die Ampelkoalition im Juli 2022 das Bundesnaturschutzgesetz geändert und den Artenschutz ausgehöhlt habe, klagt die Bürgerinitiative. Von Juristen würden diese Gesetzesänderungen als europarechtswidrig bewertet. Es gebe auch Zweifel.
Wenn die Behörden über eine Vielzahl von Einsprüchen klagten, dann zeige dies, „dass die Windkraft keine Akzeptanz in weiten Teilen der Bevölkerung hat“, heißt es in der Stellungnahme weiter.
