Windkraftanlagen bei Uhingen: Brummende Windräder müssen nachts stillstehen

Die Windräder bei Baiereck haben für massive Beschwerden gesorgt. Nun reagiert das Umweltamt.
Staufenpress- Nach Beschwerden über Brummen werden Windräder bei Uhingen nachts abgeschaltet.
- Maßnahmen: Blattwinkel geprüft, Anlagenwartung und schalltechnische Vermessung geplant.
- Problem: Brummtöne bei Wind aus Südsüdost- bis Westsüdwestrichtung.
- Firma Nordex untersucht Ursache, Ergebnisse folgen.
- Erste Maßnahmen zeigen keine Auffälligkeiten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Für die Anwohner aus Uhingens Teilort Baiereck ein aktuelles Ärgernis: die Windkraftanlagen oberhalb von Ebersbach und Nassachtal. Seit der Inbetriebnahme am 20. Dezember 2024 gingen beim Landratsamt und beim Umweltamt Göppingen zahlreiche Beschwerden ein. Insbesondere klagen die Anwohner über die von den Anlagen ausgehenden Brummtöne sowie tieffrequente Geräusche während des Nachtzeitraums. Wie das Umweltamt nun mitteilt, sind erste Maßnahmen ergriffen worden, um sich des Problems anzunehmen.
Im Voraus bereits abgesegnet
Die Firma Uhl Windkraft Projektierung GmbH & Co. KG aus Ellwangen hatte beim Landratsamt Göppingen am 28. August 2018 einen Antrag auf Erteilung einer immissionsschutzrechtlichen Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb von zwei Windenergieanlagen des Typs Nordex N149-4.5 auf der Gemarkung Ebersbach eingereicht.
Die formellen und die sich aus § 6 Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) ergebenden materiellen Genehmigungsvoraussetzungen lagen vor. Für die Antragstellerin ergab sich daher, so die Mitteilung, ein Rechtsanspruch auf die am 31. August 2022 erteilte Genehmigung. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens wurden die Lärmemissionen, welche von den Windenergieanlagen ausgehen und auf die Umgebung einwirken, im Rahmen einer unabhängigen Schallimmissionsprognose durch einen zugelassenen Sachverständigen untersucht. Die Einhaltung der Immissionsrichtwerte gemäß den geltenden gesetzlichen Anforderungen wurde durch die erstellte Schallimmissionsprognose belegt. Des Weiteren wurden die Immissionen, welche durch den Schattenwurf der Anlagen entstehen, untersucht. Die immissionsschutzrechtliche Genehmigung enthält die Verpflichtung zur Installation einer Schattenwurfabschalteinrichtung. Die Abschalteinrichtung stellt sicher, dass die geltenden Schattenwurfzeiten an den Immissionsorten nicht überschritten werden.
Trotz dieser Vorkehrungen sind seit dem 20. Dezember 2024 zahlreiche Beschwerden der Anwohner eingegangen, derer sich das Landratsamt jetzt annimmt.
Durchgeführte Maßnahmen
Nach Eingang der ersten Beschwerden war die Betreiberfirma sowie Mitarbeitende der Herstellerfirma Nordex mehrmals vor Ort, um die Anlagen auf Mängel zu überprüfen. Hierbei wurden unter anderem Einstellungen an den Blattwinkeln vorgenommen. Am 9. Januar 2025 fand zudem ein Vor-Ort-Termin mit der Betreiberfirma, dem Umweltschutzamt und Vertretern von Baiereck statt, um sich gemeinsam ein Bild von der Situation zu machen. An den Anlagen selbst konnten hierbei keine Auffälligkeiten festgestellt werden. Am 27. Januar war das Landratsamt Göppingen sowie ein Vertreter der Betreiberfirma aufgrund anhaltender und erneuter Beschwerden der Anwohner nochmals in Baiereck. Das Anlagengeräusch wird durch die Anwohner als besonders belästigend bei Südwestwind wahrgenommen, wenn die Anlagen sich entsprechend in diese Windrichtung drehen und das Maschinenhaus in Richtung Baiereck ausgerichtet ist. Die Betreiberfirma hatte daher die Anlagen bei dieser vorherrschenden Windrichtung während des Nachtzeitraumes in den vorausgegangenen Nächten nach Rücksprache mit den Anwohnern bereits mehrmals abgeschaltet.
In der Nacht vom 29. auf den 30. Januar fand erneut ein Vor-Ort-Termin mit dem Umweltschutzamt und Anwohnern aus Baiereck statt. Aufgrund der vor Ort festgestellten Anlagengeräusche konnte mit der Betreiberfirma nun erreicht werden, dass die Anlagen bei Wind aus Südsüdost- bis Westsüdwestrichtung während des Nachtzeitraumes bis auf Weiteres abgeschaltet werden.
Geplante weitere Vorgehensweise
Wie das Umweltamt nun mitteilt, wird eine komplette Anlagenwartung von beiden Windenergieanlagen vom Hersteller Nordex nach zirka 500 Betriebsstunden durchgeführt. Unabhängig hiervon ist ein Spezialisten-Team der Firma Nordex mit der Überprüfung der Anlagen von der Betreiberfirma beauftragt worden, um herauszufinden, wodurch der festgestellte Brummton verursacht wird. Die Spezialisten von Nordex werden diese Überprüfung schnellstmöglich durchführen, sobald die Wind- und Wetterbedingungen dies ermöglichen.
Eine schalltechnische Vermessung der Anlagen ist bereits beauftragt und mit dem Landratsamt Göppingen abgestimmt. Wie im Genehmigungsbescheid gefordert, wird die Messung durch eine nach § 29b BImSchG zugelassenen Stelle durchgeführt, sobald es die meteorologischen Bedingungen zulassen. Die Betreiberfirma beabsichtigt, vorab eine vorläufige Auffälligkeitsmessung an den Anlagen durchzuführen. Auch für diese Messung sind geeignete Wetterbedingungen erforderlich, welche aber voraussichtlich häufiger vorkommen und diese Messung deshalb zeitnaher stattfinden kann als die geforderte Abnahmemessung. Sobald dem Landratsamt Göppingen die Ergebnisse der vorläufigen bzw. endgültigen schalltechnischen Abnahmemessung vorliegen, können weitere Maßnahmen geprüft werden.
