Wilhelmshilfe im Kreis Göppingen
: Ein halbes Jahrhundert im Dienst der ambulanten Pflege

Wie sich die Versorgung in den eigenen vier Wänden in den vergangenen 50 Jahren veränderte, zeigt das Jubiläum der Wilhelmshilfe-Sparte. Sind Telemedizin und Assistenzsysteme die Zukunft?
Von
swp
Kreis Göppingen
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Die Mitarbeiter-Team der Ambulanten Dienste der Wilhelmshilfe, die jetzt ihr 50-jähriges Bestehen feierten.

Das Mitarbeiter-Team der Ambulanten Dienstes der Wilhelmshilfe, die jetzt ihr 50-jähriges Bestehen feierten.

Wilhelmshilfe
  • Wilhelmshilfe feiert 50 Jahre Ambulante Dienste in Göppingen-Ursenwang.
  • Seit 1975 Sozialstation, Wandel 1995 durch Pflegeversicherung, 1998 Pflege-Not-Dienst.
  • Politik lobt Prinzip „ambulant vor stationär“ und Beratung für Versorgungssicherheit.
  • Team gewinnt neue Mitarbeitende, Touren ausgebaut, Besuche auch nach 21 Uhr möglich.
  • Zukunft: mehr Beratung, Prävention, Telemedizin, Assistenzsysteme – Nähe bleibt zentral.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Mit einem feierlichen Empfang beging die Wilhelmshilfe das 50‑jährige Bestehen ihrer Sparte Ambulante Dienste. Gäste aus Politik, Verwaltung, Pflegepraxis und dem regionalen Gemeinwesen würdigten den Altenhilfeträger im Landkreis Göppingen als verlässlichen Partner in der häuslichen Versorgung älterer Menschen.

In den festlich geschmückten Räumen der Ambulanten Dienste in Göppingen-Ursenwang luden offene Türen die Besucherinnen und Besucher dazu ein, an Informations- und Mitmachstationen zu verweilen: von Handmassagen über Rollatoren- und Hilfsmittelausstellungen bis hin zu einer historischen Präsentation zur Entwicklung der ambulanten Pflege. Musikalisch begleitet wurde der Festakt von der Städtischen Jugendmusikschule Göppingen, heißt es in einer Mitteilung der Wilhelmshilfe.

Sozialdezernent: „Zuhause ist da, wo das Herz ist“

Marco Lehnert, Sozialdezernent des Landkreises Göppingen,  betonte die grundlegende Bedeutung der ambulanten Versorgung: „Vor 50 Jahren begann die Idee, dass Menschen auch im Alter oder bei Krankheit dort wohnen dürfen, wo ihr Herz zu Hause ist – in den eigenen vier Wänden. Die Idee war damals visionär, heute ist sie wichtiger denn je, denn es gilt der Grundsatz ambulant vor stationär.“

Der Göppinger Oberbürgermeister Alex Maier unterstrich die steigende Relevanz professioneller Beratung: „Älter werden und dennoch so lange wie möglich in der vertrauten Umgebung zu bleiben ist das, was sich jeder wünscht. Unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger sind darauf angewiesen, dass es kompetente Mitarbeitende gibt, die Versorgungssicherheit gewährleisten.“ Die Wilhelmshilfe suche maßgeschneiderte Konzepte, die sich dem Menschen anpassen und nicht andersrum, so Alex Maier.

Ein Blick zurück...

Matthias Bär, Vorstand der Wilhelmshilfe, zeichnete die Entwicklung der Ambulanten Dienste nach. Die Wurzeln reichen zurück ins Jahr 1975, als die Wilhelmshilfe vom Landkreis mit der Gründung einer Sozialstation in Ursenwang beauftragt wurde. Ziel war es, die pflegerischen Aufgaben der damaligen Krankenpflegevereine in Holzheim, Ursenwang, Manzen, Jebenhausen, Bezgenriet, Eschenbach, Schlat und später Süßen zu bündeln.

Ein tiefgreifender Wandel erfolgte 1995 mit Einführung der Pflegeversicherung: Klare Leistungsdefinitionen und eine neue Finanzierungsstruktur veränderten das System nachhaltig. Die Sozialstation entwickelte sich von einem überwiegend öffentlich finanzierten Hilfeverbund hin zu einem Dienstleistungsanbieter. 1998 folgte die Einführung des Pflege-Not-Dienstes.

Der Fachkräftemangel prägte die ambulante Pflege ebenfalls. Doch das Team blicke nach vorn, erklärt Michaela Holke, Leiterin der Ambulanten Dienste: „Neue Mitarbeiterinnen konnten gewonnen werden, Pflegetouren wurden ausgebaut und Arbeitszeiten familienfreundlicher gestaltet, sodass Kinderbetreuung und Beruf besser vereinbar sind.“ Änderungen in der Organisation machten es beispielsweise möglich, dass sogar noch Hausbesuche am späten Abend, auch nach 21 Uhr, angeboten werden.

...und in die Zukunft

Dagmar Hennings, Vorständin der Wilhelmshilfe, gab einen Ausblick auf die Zukunft der ambulanten Versorgung: „Die Aufgaben der ambulanten Pflege werden vielseitiger und bieten ein enormes Entwicklungspotenzial für Fachkräfte. Beratung, Prävention, Früherkennung, neue heilkundliche Tätigkeiten und kommunale Netzwerke – all das macht den Beruf anspruchsvoll und attraktiv.“ Kooperationen, innovative Ansätze, digitale Hilfen, Telemedizin und Assistenzsysteme im Haushalt seien entscheidend – „ohne die zwischenmenschliche Nähe aus dem Blick zu verlieren“, so Hennings.

„Was wir heute feiern, ist mehr als ein Jubiläum“, heißt es in der Festschrift der Wilhelmshilfe. Pflege bleibe ein sinnstiftender, attraktiver Beruf und werde auch in Zukunft unverzichtbar bleiben. Mit Mut, Verantwortung und partnerschaftlicher Zusammenarbeit möchte der Träger die kommenden Jahrzehnte gestalten.