
Wertstoffzentrum Großeislinger Straße: Geschlossener Wertstoffhof künftig nur noch per App zu benutzen

Der Wertstoffhof an der Großeislinger Straße in Göppingen ist geschlossen und soll als volldigitales Wertstoffzentrum 2027 wieder eröffnen.
Giacinto Carlucci- Göppingen: Wertstoffhof Großeislinger Straße ist geschlossen und wird digital umgebaut.
- Geplante Wiedereröffnung Anfang 2027, bis dahin bleibt der Standort zu.
- Grund ist akuter Personalmangel am Iltishofweg, Personal wurde dorthin verlegt.
- Künftig buchen Bürger Zeitslots per App und öffnen das Tor eigenständig.
- AWB erwartet mehr Andrang an anderen Höfen – Wartezeiten sind möglich.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Ohne vorherige Ankündigung hat der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) am 1. Oktober den Wertstoffhof an der Großeislinger Straße in Göppingen geschlossen. Lediglich auf den letzten Drücker wurde am Tag zuvor eine kurze Pressenotiz veröffentlicht. Das war jetzt auch Thema im Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreistags – nun ist klar, wie es weitergehen soll.
Personal kurzfristig ausgefallen
Hintergrund ist, dass im Wertstoffzentrum am Müllheizkraftwerk kurzfristig Personal ausgefallen ist, offenbar soll es dort Unregelmäßigkeiten gegeben haben. Näheres ist dazu jedoch noch nicht bekannt. AWB-Chef Julian Kuhn meinte jedoch: „So schnell findet sich kein Personal.“ Denn aufgrund des Personalmangels am Iltishofweg wurden die Mitarbeiter aus der Stadt an der Großeislinger Straße abgezogen, weil der Iltishofweg über ein größeres Annahmeangebot verfügt. Landrat Markus Möller machte eine überraschende Ankündigung: „Wir können über einen evolutionären Schritt berichten."
Kuhn wurde dann etwas konkreter: „Wir stellen auf einen digitalen Wertstoffhof um.“ Kreisbewohner könnten dann künftig einen Zeitslot per App buchen und selbstständig ihre Wertstoffe anliefern – ohne Personal (siehe Info). Am Mittwoch folgte dann eine Pressemitteilung des AWB, hier wurde das Konzept erläutert, ohne jedoch auf Details einzugehen. Im ersten Quartal soll demnach der Standort Großeislinger Straße digitalisiert wieder öffnen.
„Der AWB sieht in der aktuellen Situation zugleich die Chance, die künftige Organisation des Standorts neu auszurichten“, heißt es einleitend. Deshalb sei geplant, das Wertstoffzentrum Großeislinger Straße zum ersten digitalen Wertstoffhof im Landkreis weiterzuentwickeln. „Damit wird auch ein Anliegen der Kreispolitik aus den Diskussionen um die künftige Wertstoffhofkonzeption aufgegriffen“, schreibt der AWB.
Das Konzept sieht demnach vor, „dass Bürger den Standort künftig innerhalb festgelegter Nutzungsbedingungen selbstständig nutzen können. „Nach entsprechender Freigabe sollen sie das Zugangstor eigenständig öffnen, ihre Wertstoffe anliefern und anschließend das Gelände wieder verlassen können, ohne dass dauerhaft AWB-Personal vor Ort anwesend sein muss“.
Wie sieht jetzt der Zeitplan aus? „Der AWB verfolgt das Ziel, den Standort Anfang 2027 in digitaler Form wieder in Betrieb zu nehmen“, teilt der Betrieb mit. Ein konkreter Eröffnungstermin werde mitgeteilt, „sobald die erforderlichen baulichen, technischen, organisatorischen und sicherheitsbezogenen Voraussetzungen für die Umsetzung geschaffen sind“. Bis dahin bleibe das Wertstoffzentrum Großeislinger Straße geschlossen.
„Durch die Schließung konzentriert sich das Anlieferaufkommen stärker auf die verbleibenden Standorte“, räumt der AWB ein. Insbesondere am Iltishofweg könne es daher zu Stoßzeiten zu längeren Wartezeiten kommen. „Das Personal vor Ort arbeitet intensiv daran, die Anlieferungen trotz des erhöhten Aufkommens so zügig und geordnet wie möglich abzuwickeln. Dabei muss jedoch auch gewährleistet sein, dass der Betrieb sicher für Bürger und Personal abläuft.“ Eine geordnete und sichere Abwicklung habe deshalb Vorrang vor einer möglichst schnellen Annahme.
Per App in den Wertstoffhof
Ein System für digitale Wertstoffhöfe ist die MAEX-App von Remondis. Hier können direkt mit dem Smartphone Zeitslots gebucht, abzugebende Wertstoffe angegeben und eventuell nötige Zahlungen geleistet werden. Vor Ort öffnet sich das Tor des – kameraüberwachten – Wertstoffhofs dann via Bluetooth.
In Wolfschlugen im Kreis Esslingen läuft seit 1. Juli ein Modellprojekt. Der dortige digitale Wertstoffhof ist von Montag bis Samstag bis 21 Uhr geöffnet, Termine werden auf der Homepage gebucht. Geöffnet wird das Tor dann mit einem QR-Code.
Besteht nun die Gefahr, dass noch mehr wilder Müll in der Landschaft abgelagert wird? Die Pressesprecherin des Landratsamts, Franziska Starz, sieht das nicht so und teilt auf Anfrage mit: „Längere Wartezeiten sind für die Anliefernden verständlicherweise ärgerlich. Der AWB geht aber nicht davon aus, dass hierdurch verstärkt illegale Entsorgungen in der Natur stattfinden.“

