Wasserknappheit im Landkreis Göppingen
: Beschränkung bei Entnahme? Wasserstände im Landkreis sinken

Fils, Lauter oder Krumm - überall sinken die Wasserstände. Bei der Entnahme von Wasser aus oberirdischen Gewässern soll man sich beschränken, fordert nun das Landratsamt.
Von
Joa Schmid
Kreis Göppingen
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Das Landratsamt weist auf sinkende Wasserstände hin.

Robert Michael/dpa

Das Göppinger Landratsamt appelliert beim Thema Trockenheit an das Verantwortungsbewusstsein der Kreisbewohner. „Bitte beschränken Sie sich bei der Entnahme von Wasser aus oberirdischen Gewässern eigenverantwortlich auf das Allernotwendigste“, heißt es in einer Pressemitteilung des Umweltschutzamts. Nach dem Wassergesetz kann Wasser im Rahmen des sogenannten Gemeingebrauchs bei normalen Wasserständen mittels Schöpfgerät, etwa mit Eimern oder Gießkannen, erlaubnisfrei aus einem Fließgewässer entnommen werden. Dies gilt jedoch laut Umweltschutzamt nur, solange noch genügend Restwassermenge im Gewässer verbleibt. Die Verwendung von Pumpen sei hingegen in der Regel erlaubnispflichtig.

Das Landratsamt weist darauf hin, dass die Überschreitung dieses sogenannten Gemeingebrauchs eine Ordnungswidrigkeit darstellt, die mit entsprechenden Bußgeldern geahndet werden kann. Momentan sei es noch nicht notwendig, dass das Landratsamt die Wasserentnahme aus den Gewässern untersagt. Sollte jedoch durch die Trockenheit der Wasserstand noch weiter sinken, wird die Einschränkung der Wasserentnahme im Rahmen des Gemeingebrauchs nicht ausgeschlossen.

Ob Fils, Lauter oder Krumm: Überall im Landkreis sind nach Angaben des Landratsamtes sinkende Wasserstände in Flüssen und Bächen zu verzeichnen. Obwohl dieses Frühjahr noch sehr niederschlagsreich war, führen die Gewässer im Landkreis immer weniger Wasser. Wenn die sommerliche Wetterlage weiter anhält und keine nennenswerten Niederschläge fallen, werden die Pegelstände an den Gewässern weiter bis in den Niedrigwasserbereich absinken oder die Gewässer können sogar ganz trocken fallen. Lokale Gewitterereignisse oder kurze Regengüsse helfen kaum, den Wasserstand zu stabilisieren. Nicht nur Flüsse und Bäche leiden unter der Trockenheit und den hohen Temperaturen. Auch Hausgärten oder landwirtschaftliche Flächen sind betroffen. Die Entnahme von Wasser aus Bächen und Flüssen, etwa zur Bewässerung dieser Flächen, könne die schon jetzt angespannte Situation weiter verschärfen, warnt das Landratsamt. Das Zusammentreffen von niedrigen Wasserständen, erhöhten Wassertemperaturen und steigenden Schadstoff-Konzentrationen beeinträchtige die gesamte Gewässerökologie – besonders Fische und andere Wasserbewohner sind gefährdet.