Versuchter Mord in Göppingen: Tatverdächtige nach Schüssen in Gaststätte festgenommen

In einer Gaststätte in der Göppinger Innenstadt fielen Ende Januar Schüsse. Im Zusammenhang mit der Tat hat die Polizei drei mutmaßliche Täter festgenommen, denen versuchter Mord vorgeworfen wird. (Symbolfoto)
Rolf Vennenbernd/dpa- Ende Januar Schüsse in Göppinger Gaststätte; mindestens zwei Schüsse.
- Am 5. März Festnahmen von drei Tatverdächtigen bei München/Mühldorf.
- Haftbefehle gegen 19-jährigen Deutsch-Griechen und 21-jährigen Deutsch-Türken.
- 52-jähriger Türke mit Auflagen frei; weitere Festnahmen am 4. März und 15. Februar.
- Stadt richtet seit 12. Februar Waffen- und Messerverbotszone in Teilen der Innenstadt ein.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Höhepunkt einer Gewaltserie in der Göppinger Innenstadt waren am 28. Januar gegen 23.45 Uhr Schüsse, die in und vor einer Gaststätte in der Geislinger Straße fielen. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand geht die Polizei von mindestens zwei Schüssen aus. In dem Lokal haben sich nach Angaben des Ulmer Staatsanwalts zum Tatzeitpunkt zehn Menschen aufgehalten. Nach der Tat flüchtete der mutmaßliche Täter zu Fuß in Richtung Vordere Karlstraße.
Im Zusammenhang mit der Tat nahmen Spezialkräfte der Polizei am Donnerstag, 5. März, im Großraum München sowie im Bereich Mühldorf drei Tatverdächtige fest. Wie aus einer am Freitag verschickten gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Ulm und des Polizeipräsidiums Ulm hervorgeht, stehen die drei Männer im Verdacht, an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Wegen des dringenden Tatverdachts des gemeinschaftlichen versuchten Mordes und des Verstoßes gegen das Waffengesetz wurde auf Antrag der Ulmer Staatsanwaltschaft gegen einen 19-jährigen Deutsch-Griechen und einen 21-Jährigen mit deutsch-türkischer Staatsangehörigkeit Haftbefehl erlassen. Die beiden Männer sitzen in U-Haft. Gegen den dritten Tatverdächtigen, einen 52-Jährigen mit türkischer Staatsangehörigkeit, wurde der Haftbefehl gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Der Mann befindet sich nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft wieder auf freiem Fuß.
Bereits am Mittwoch, 4. März, war im Bereich Hannover ein 20-jähriger türkischer Staatsbürger durch die Polizei festgenommen worden. Der 20-Jährige steht im Verdacht, zusammen mit den drei festgenommenen Männern, ebenfalls an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Er wurde aufgrund eines bereits bestehenden Haftbefehls in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.
Am 15. Februar war ein 15-Jähriger, in der Schweiz wohnender türkischer Staatsbürger, festgenommen worden. Der Teenager soll nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft aus der Gaststätte heraus auf den fliehenden Täter geschossen haben. Gegen den 15-Jährigen wurde wegen des dringenden Tatverdachts des versuchten Totschlags und des Verstoßes gegen das Waffengesetz Haftbefehl erlassen. Er sitze seit dem 16. Februar in Haft, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Freitag mit.
Waffenverbotszone in der Innenstadt
„Der heutige Ermittlungserfolg zeigt: Der Rechtsstaat schläft nicht. Mein großer Dank gilt den Ermittlerinnen und Ermittlern der Polizei für ihre effiziente, hartnäckige und professionelle Arbeit. Organisierte Kriminalität fordert unseren Staat immer wieder heraus – aber sie trifft auf eine Polizei, die konsequent handelt. Für die Menschen in Göppingen ist das eine wichtige Botschaft: Wir stehen fest an der Seite unserer Polizei und sorgen gemeinsam dafür, dass unsere Stadt sicher bleibt“, erklärte der Göppinger Oberbürgermeister Alex Maier am Freitagnachmittag.
Die Tat und vorausgegangene Vorfälle, darunter Schüsse auf das Schaufenster einer Bäckerei an der Ecke Schützenstraße/Bleichstraße am 18. Januar, hatten dazu geführt, dass die Polizei ihre Präsenz in der Göppinger Innenstadt verstärkte. Zudem legte die Polizei einen Bereich innerhalb der Stadt fest, in dem zur Gefahrenabwehr anlassunabhängig kontrolliert werden darf. Ergänzend wurde seit dem 12. Februar von der Stadt Göppingen in Teilen der Innenstadt eine Waffen- und Messerverbotszone eingerichtet.
Zum jetzigen Zeitpunkt gebe es keine Hinweise auf einen Zusammenhang der Tat mit Konflikten von kriminellen Gruppen im Großraum Stuttgart, betont die Polizei. Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei zu den Hintergründen der Tat dauern an.
Direkt nach den Schüssen auf die Bäckerei am 18. Januar hatte die Polizei einen der beiden zunächst mit einem Auto geflüchteten Tatverdächtigen festgenommen: einen 33-jährigen Italiener. Einige Tage später verhafteten die Beamten den zweiten mutmaßlichen Täter, einen 24-jährigen Italiener.

