„Das ökologische Gleichgewicht in unseren Gewässern ist in Gefahr!“, warnt das Umweltschutzamt des Landkreises und hat deshalb eine Allgemeinverfügung erlassen, die die Entnahme von Wasser aus oberirdischen Gewässern wie Bächen. Flüssen und Seen einschränkt.
„Aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit und der großen Hitze führen die meisten Gewässer im Landkreis Göppingen nur noch wenig Wasser“, teilt die Behörde mit.  Einige Filszuflüsse seien sogar bereits ausgetrocknet. Deshalb gilt ab sofort und vorläufig bis zum 31. August: „Da auch mittelfristig keine grundlegende Wetteränderung und damit bis auf lokale Gewitterereignisse keine Phase mit umfangreichen, flächendeckenden Niederschlägen zu erwarten ist, erlässt das Landratsamt Göppingen eine Allgemeinverfügung zur Einschränkung des wasserrechtlichen Gemeingebrauchs, um das Ökosystem Oberflächengewässer zu schützen.“
Damit werde der Gebrauch der oberirdischen Gewässer zum Baden, Schöpfen mit Handgefäßen, Tränken, Schwemmen sowie die Entnahme von Wasser in geringen Mengen für die Landwirtschaft, die Forstwirtschaft und den Gartenbau (sogenannter Gemeingebrauch) untersagt.
Nach dem Wassergesetz kann Wasser bei normalen Wasserständen im Rahmen des Gemeingebrauchs erlaubnisfrei aus einem oberirdischen Gewässer entnommen werden. Dies gilt jedoch nur, solange noch genügend Restwassermenge im Gewässer verbleibt. „Dies ist in der derzeitigen Situation und auch mit Ausblick auf die kommenden Wochen nicht der Fall“, schreibt das Umweltschutzamt.
Es bestehe die Gefahr, dass bei Niedrigwasser die Gewässergüte und die Gewässerqualität erheblich beeinträchtigt werden. In der Folge könne es zu Fischsterben kommen, da die Wassertemperatur zu stark ansteigt und im Wasser daher nicht mehr genügend Sauerstoff zur Atmung der Fische und Kleinlebewesen gebunden werden kann.
Grundsätzlich müsse für alle Entnahmen von Wasser aus oberirdischen Gewässern, die nicht unter den Gemeingebrauch fallen, bei der unteren Wasserbehörde eine wasserrechtliche Zulassung beantragt werden. Vorhandene wasserrechtliche Zulassungen für die Entnahme bleiben von der Allgemeinverfügung unberührt. In den allermeisten Fällen sind dort bereits Einschränkungen für den Fall von Niedrigwasser festgelegt.