Tourismus im Landkreis Göppingen: Fast 670.000 Übernachtungen sorgen für neuen Rekord

Der Schäferwagen, der im Vorjahr oberhalb von Schlat am Wasserberg stand, gehört zu den besonderen Angeboten für Touristen im Landkreis Göppingen.
Isabela Pacini/TMBW- Der Landkreis Göppingen verzeichnete 2024 fast 670.000 Übernachtungen, ein Plus von 4,3% zu 2023.
- Qualitätsangebote wie zertifizierte Wander- und Radwege fördern den Tourismus im Kreis.
- Tourismushelden wie Isabell Noether und Julia Späth wurden für innovative Angebote ausgezeichnet.
- Landrat Edgar Wolff betont die wirtschaftliche Bedeutung und den Ausbau der Tourismusförderung.
- Gute Infrastruktur und neue Arbeitsplätze stärken die regionale Wirtschaft.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Landkreis Göppingen blickt auf ein Rekordjahr, was die touristischen Kennzahlen angeht, zurück. Fast 670.000 Übernachtungen wurden von Januar bis Dezember 2024 registriert. Erfasst werden Übernachtungen bei Betrieben, die zehn oder mehr Betten haben und Buchungen auf Campingplätzen. Das entspricht einer prozentualen Veränderung von plus 4,3 Prozent zu 2023, dem bisherigen Rekordjahr, was die Übernachtungszahlen angeht. Damit konnte der Tourismus im Landkreis endgültig das Tief der Corona-Jahre hinter sich lassen. Im Jahr 2020 gab es nach den Zahlen der Statistischen Landesamtes nicht einmal 370.000 Übernachtungen im Kreis. „Mit den Übernachtungszahlen des Vorjahres haben wir sogar das Vor-Corona-Niveau überschritten“, betont der neue Tourismusmanager des Landkreises Göppingen, Florian Pointke. 2019 verzeichneten die Statistiker in Stuttgart knapp über 607.000 Übernachtungen im Kreis.
„Ein Teil der Übernachtungen geht auch auf Geschäftsreisen zurück“, erläutert der Tourismusmanager. Zudem könnten im Vorjahr auch die Übernachtungen von Fußballfans für eine Steigerung gesorgt haben, die im Rahmen der Fußball-EM-Spiele in Stuttgart in die Region kamen und hier übernachteten. „Das könnte auch eine Rolle gespielt haben“, erklärt Pointke.
Die Übernachtungszahlen des Vorjahres unterstreichen nicht nur die Attraktivität des Landkreises Göppingen, sondern spiegeln auch das kontinuierliche Wachstum im Tourismussektor und damit der wirtschaftlichen Wertschöpfung des Sektors wider, schreibt der Landkreis in einer Mitteilung.
Qualität spielt bei den Angeboten eine wichtige Rolle
Zertifizierte Wanderwege, wie die Löwenpfade oder der Albtraufgänger, und Radwege, wie der Albtäler-Radweg, trügen zum Qualitätstourismus bei, so der Landkreis weiter. Auch das Freizeitwegekonzept gehöre zu den Erfolgsgeschichten der Tourismusförderung im Kreis. „Das, was der Landkreis mit Partner wie der Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf auf die Beine gestellt hat, sucht wirklich seinesgleichen“, betont der Tourismusmanager. Hier gelte es, das hohe Niveau auch in der Zukunft zu halten. „In den nächsten Jahren wird es bei der angespannten Finanzsituation des Kreises die Aufgabe sein, die erreichte Qualität zu erhalten und sogar auszubauen.“ Zu konkreten Plänen für die Zukunft der Tourismusförderung möchte der Tourismusmanager, der vor drei Monaten das Amt von seinem Vorgänger Holger Bäuerle übernommen hat, noch nichts sagen. „Es gibt bereits einige Ideen, die aber noch mit den Partnern abgestimmt werden müssen", erklärt er.
„Wir sind aber auch stolz auf die unter anderem vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg ausgezeichneten Tourismusheldinnen und Tourismushelden im Landkreis“, betont Pointke. So wurden Isabell Noether und Julia Späth von der Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf für ihren Schäferwagen ausgezeichnet. Auch August Kottmann, Gastronom aus Bad Ditzenbach und ausgewiesener Streuobstexperte, bekam die Ehrung auf der diesjährigen Tourismusmesse CMT.
Wandern und Radfahren
Landrat Edgar Wolff äußerte sich erfreut über die positiven Zahlen, gerade angesichts der großen Bedeutung des Tourismus für die Wirtschaft des Landkreises: „Einmal mehr wird deutlich, dass der Tourismus in unserem Landkreis immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die Tourismusförderung ist eines der zwölf Schlüsselthemen in unserem Kreisentwicklungskonzept. Das zeigt sich an den Rekordzahlen im Übernachtungsbereich, aber auch an der hervorragenden Arbeit, die in der Tourismusförderung in den letzten Jahren gemacht wurde. Von einer gut aufgestellten Tourismusförderung profitieren die lokale Wirtschaft und auch alle Bürgerinnen und Bürger im Landkreis aufgrund guter Infrastruktur, neuer Arbeitsplätze und attraktiver Freizeitangebote.“
Landkreis spart auch bei touristischen Angeboten
Radwanderbus: Den Einsparungen ist bislang im Bereich Tourismus im Kreis der Randwanderbus auf den Reußenstein beim Wiesensteig zum Opfer gefallen. Der Radwanderbus wurde 2015 erstmals angeboten und wurde in der Saison von Mai bis Oktober von Radfahrern rege genutzt. Im Oktober 2024 stimmte der Kreistag für die Einstellung des erfolgreichen Angebotes zum Beginn der diesjährigen Saison. „Es war ein bewährtes Konzept und hat den Tagestourismus gestärkt“, sagte der Göppinger Landrat Edgar Wolff bei der Debatte. Dennoch fand auch ein Kompromiss des Amts für Mobilität und Verkehrsinfrastruktur keine Mehrheit. Dadurch wären die Kosten von 60.000 Euro pro Saison auf 20.000 Euro reduziert worden.
Einsparungen: Auch die Tourismusförderung hat wie die anderen Bereiche der Kreisverwaltung in den letzten Jahren das Budget jährlich über die Haushaltsplanungen angepasst. Zum Beispiel standen in den vergangenen Jahren touristische Projektmittel in Höhe von 38.000 Euro beziehungsweise halbierte 19.000 Euro im Jahr 2024 zur Verfügung. "Mit diesen wurden nach jeweiliger Freigabe durch den zuständigen Verwaltungsausschuss gemeinsam und in Abstimmung mit unserem Tourismusverband Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf e. V. touristische Projekte umgesetzt", erläutert Tourismusmanager Florian Pointke. Angesichts der Haushaltslage des Landkreises seien diese Mittel nicht in den Kreishaushalt 2025 aufgenommen worden.

