Tag des Notrufes im Kreis Göppingen
: Rettungsdienste waren verstärkt im Einsatz

Ein Sturz beim Wandern oder Mountainbiken, ein medizinischer Notfall oder ein Unfall bei der Arbeit. Zum Tag des Notrufes ziehen die Rettungsdienste im Kreis Göppingen Bilanz. Ihre Hilfe war gefragter, als in den Vorjahren.
Von
SWP
Kreis Göppingen
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Immer, wenn jemand in unwegsamem Gelände verunglückt, sind die Retter der Bergwacht im Einsatz

Raimund Wimmer/Bergwacht
  • Rettungsdienste im Kreis Göppingen melden mehr Einsätze zum Tag des Notrufes.
  • Bergwacht Württemberg 2023: 503 Alarmierungen über den Euronotruf 112.
  • Wintereinbruch Ende Januar: Bergwacht half mehrfach bei Patiententransporten.
  • Rettungswagen Ø 37 Einsätze/Tag; Notärzte Ø 17 Einsätze/Tag. Leichte RW-Zunahme.
  • Neue „strukturierte Notrufabfrage“ eingeführt; erste Erfahrungen positiv.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wander- oder Mountainbikeunfälle, internistische Notfälle oder ein Unfall bei der Arbeit – wer den Notruf 112 wählt, benötigt schnelle Hilfe. Im vergangenen Jahr habe die Zahl der Einsätze, zugenommen, erklären die DRK-Bergwacht Württemberg und der DRK-Kreisverband Göppingen anlässlich des europäischen Tages des Notrufes am 11. Februar.

Im vergangenen Jahr wurde die Bergwacht Württemberg zu 503 Einsätzen über den Euronotruf 112 alarmiert. „Ein verändertes Freizeitverhalten macht immer häufiger den Einsatz der Bergretterinnen und Bergretter im unwegsamen Gelände erforderlich“, erklärt Raimund Wimmer, Pressesprecher der DRK-Bergwacht. „Die 112 ist die erste Wahl bei Unfällen oder medizinischen Notfällen im unwegsamen Gelände“, betont Raimund Wimmer. „So leisten die Bergrettungsspezialisten und -spezialistinnen der Bergwacht auf Wald- und Wanderwegen, beim Outdoorsport oder auf Skipisten und Loipen schnell und kompetent Hilfe.“

Einsatz bei Schnee und Eis

Manchmal leisten die Retter der Bergwacht im Kreis Hilfe in ungewohnter Umgebung: Durch den überraschenden Wintereinbruch Ende Januar kam es durch Schneehöhen von bis zu 25 Zentimetern und Glätte zu Problemen im Straßenverkehr. Deshalb waren die Spezialisten der Bergwacht Göppingen gleich mehrmals zur Unterstützung des Rettungsdienstes im Einsatz. Nachdem eine 60-Jährige in Uhingen einen internistischen Notfall erlitten hatte, konnte der Rettungswagen aufgrund der Straßenverhältnisse nur bis auf mehrere hundert Meter an die Wohnadresse fahren. Deshalb transportierte die Bergwacht die Patientin in einer Gebirgstrage die rutschige Straße hinab zum Rettungswagen. Auch bei einer weiteren Alarmierung musste eine ältere Patientin nach einem internistischen Notfall von der Bergwacht zum Rettungswagen transportiert werden.

Eine leichte Zunahme bei den Einsätzen von Rettungswagen im Kreis Göppingen verzeichnet auch der DRK-Kreisverband. „Die Zahl der Notarzteinsätze ist dagegen etwas rückläufig“, erklärt Andreas Bachmann, Leiter des Rettungsdienstes des DRK-Kreisverbandes. Bachman hat auch eine Erklärung für die Veränderungen: „Durch die sogenannte Vorabdelegation haben Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter mehr Kompetenzen erhalten. In entsprechenden und exakt beschriebenen Notfällen muss also nicht mehr automatisch ein Mediziner mit vor Ort sein.“ Im vergangenen Jahr waren Rettungswagen durchschnittlich 37-mal täglich über die Integrierte Leitstelle alarmiert worden, Notärzte waren im Schnitt 17-mal am Tag im Einsatz.

Eine weitere Verbesserung in der Versorgung von Notfallpatientinnen und -patienten ergab sich nach Aussage des Rettungsdienstleiters durch die „strukturierte Notrufabfrage“ durch die Mitarbeitenden der Integrierten Leitstelle, bei der alle Notrufe aus dem Landkreis eingehen und zentral bearbeitet werden. „Das System unterstützt den Disponenten.“ Es solle dazu beitragen, dass „bestimmte Notfälle schneller erkannt werden“. Zudem schaffe es Rechtssicherheit. Der Bereichsausschuss für das Rettungswesen hatte sich im vergangenen Frühjahr für die Einführung des Systems entschieden. Nach entsprechenden Schulungen und der Schaffung der technischen Voraussetzungen war es Ende des Jahres eingeführt worden. „Die ersten Erfahrungen sind durchweg positiv“, freut sich Andreas Bachmann.

112 – eine Notrufnummer seit 1991

Der Euronotruf 112 wurde 1991 von der Europäischen Union eingeführt. Seitdem ist
die 112 die einheitliche Notrufnummer in der EU, und heute in allen EUMitgliedstaaten
sowie in mehreren weiteren europäischen Ländern erreichbar. Sie
ist kostenfrei, auch vom Handy aus, und ohne weitere Landes- oder Ortsvorwahl
aus jedem Netz erreichbar. Sie gilt in allen 27 EU-Staaten. Weiterhin gilt sie
auch in der Türkei, der Schweiz, Serbien, Island, auf den Färöer-Inseln, in
Liechtenstein, Norwegen, Andorra, San Marino und Monaco. Ihre Priorisierung sorgt
auch bei Netzüberlastung für einen freien Gesprächskanal: Bei Bedarf wird einfach
ein anderes Gespräch dafür gekappt.