Streit um Aqua-Römer-Gelände in Göppingen: OB Maier reagiert auf harsche Kritik

Der Ton wird merklich rauer: Die Bürgerinitiative „Forum Jebenhausen“ macht mobil gegen Pläne zur künftigen Nutzung des früheren Aqua-Römer-Areals in Jebenhausen.
Giacinto Carlucci- Streit um Bebauung des Aqua-Römer-Geländes in Jebenhausen spitzt sich zu.
- OB Alex Maier weist „verantwortungslos“ und „nahezu höhnisch“ als Vorwürfe zurück.
- Er verweist auf Beteiligung, Gespräche und fordert gegenseitigen Respekt – nächster Termin Mittwoch.
- Areal gehört der Schwarz-Gruppe, Teile seit Jahrzehnten gewerblich genutzt, Wackler plant Standort.
- Bürgerinitiative sieht Logistik-Hotspot mit mehr Verkehr und lehnt das Vorhaben ab.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
In der Debatte um die geplante Bebauung auf dem ehemaligen Aqua-Römer-Gelände in Jebenhausen wird der Ton schärfer. Nach der harschen Kritik der Bürgerinitiative „Forum Jebenhausen“ an der Firma Wackler, der Stadtverwaltung und Oberbürgermeister Alex Maier hat der Göppinger Rathauschef am Freitag mit einer Pressemitteilung reagiert. „Die Vorwürfe, die Stadtverwaltung oder ich handelten ,verantwortungslos’ oder ‚nahezu höhnisch’, weise ich entschieden zurück. Solche Unterstellungen werden weder unserer Arbeit noch dem bisherigen Austausch gerecht“, betont Alex Maier.
OB Maier erwartet „gegenseitigen Respekt“
Der OB weist in der Mitteilung darauf hin: „Es gab eine Öffentlichkeitsbeteiligung, Gespräche mit der Bürgerinitiative und Antworten auf verschiedene Anfragen. Das nächste Gespräch ist bereits für kommenden Mittwoch vereinbart. Zum guten Miteinander gehören allerdings beide Seiten. Gegenseitigen Respekt erwarte ich auch gegenüber der Stadtverwaltung.“
Zur sachlichen Einordnung gehöre: „Das Areal befindet sich im Eigentum der Schwarz-Gruppe. Teile der Fläche werden seit Jahrzehnten gewerblich und industriell genutzt. Dass ein alteingesessenes Göppinger Unternehmen dort eine Entwicklungsperspektive sucht, ist ein berechtigtes Anliegen. Ich halte es für unsere Aufgabe, diese Perspektive ernsthaft zu prüfen und die Interessen des Unternehmens ebenso einzubeziehen wie die Belange der Anwohner“, sagt Maier.
„Betriebe brauchen geeignete Standorte“
Auch Logistik gehöre zu einer funktionierenden Stadt und Wirtschaft. Produktion, Handel und die tägliche Versorgung seien auf sie angewiesen. Diese Betriebe bräuchten geeignete Standorte. Entscheidend sei deshalb, welche Nutzung an diesem Standort verträglich möglich sei und wie mit den Belastungen für die Umgebung umgegangen werde. Der Göppinger OB betont: „Die Stadt trägt mit ihrer Planungshoheit Verantwortung für diese Abwägung. Dabei müssen Verkehr, Lärm, wirtschaftliche Entwicklung und die Interessen der gesamten Stadt berücksichtigt werden. Die gewerbliche Vorgeschichte des Areals gehört ebenso dazu wie die Auswirkungen der geplanten Nutzung.“
Die Bürgerinitiative habe „jedes Recht, das Vorhaben abzulehnen“, so Maier. Der OB erwartet aber, „dass sie auch einer anderen Bewertung sachliche Gründe und verantwortungsvolle Motive zugesteht. Unsere Gesprächsbereitschaft steht. Persönliche Herabsetzungen akzeptiere ich nicht.“
Die Bürgerinitiative „Forum Jebenhausen“ hatte in ihrer jüngsten Stellungnahme die Stadtverwaltung scharf attackiert. In ihrer Mitteilung schrieben die Gegner der geplanten Bebauung: „Wer der Firma Wackler trotz der absehbaren zusätzlichen Verkehrsbelastung bei ihrer Expansion die Hand reicht, nimmt die Folgen für die Bürgerinnen und Bürger offenbar billigend in Kauf.“ Das sei „verantwortungslos, nahezu höhnisch und alles andere als eine Politik, die den Menschen dient“. Was auf dem ehemaligen Sprudelgelände und den angrenzenden Äckern und Wiesen entstehen soll, sei kein harmloser Gewerbebetrieb: „Es geht um einen Logistik-Hotspot mit Anlieferung, Lagerung, Konfektionierung, Versand, Retourenmanagement und weiteren Dienstleistungen.“ Die Folgen würden weit über das Betriebsgelände hinausreichen, sind die Gegner überzeugt.
Göppinger Unternehmen plant neuen Standort
Die Schwarz-Gruppe, ein traditionsreiches Göppinger Unternehmen, hat das rund zehn Hektar große Gelände 2023 erworben und möchte dort einen neuen Standort für die Firma mit rund 100 Arbeitsplätzen entwickeln. Die Stadt will dazu ein Gewerbe- und Wohngebiet ansiedeln.
Die Firma Wackler hatte im September ihre Absicht bekräftigt, den Dialog zu dem Projekt fortzusetzen. Voraussetzung dafür sei, dass alle Beteiligten auch weiterhin aufeinander zugehen, Argumente austauschen und die nächsten Schritte des Verfahrens konstruktiv begleiten. Auch im Rathaus wünscht man sich eine sachliche Diskussion.
