Streiks im Kreis Göppingen: Serie der Warnstreiks wird fortgesetzt

Aufgrund der Warnstreiks bei der Deutschen Post AG müssen Kundinnen und Kunden mit einer verzögerten Zustellung von Briefen und Paketen rechnen.
IMAGO/Martin Wagner- Verdi setzt Warnstreiks im Kreis Göppingen fort, betroffen sind Post, öffentlicher Dienst und private Busse.
- Streiks führten zu Verzögerungen bei Postzustellungen am 28. Januar, 1500 Streikende erwartet.
- Verdi fordert 7% Lohnerhöhung und mehr Freizeit für Postangestellte.
- Öffentlicher Dienst: 8% Lohnerhöhung, 3 zusätzliche freie Tage, und „Meine-Zeit-Konto“ gefordert.
- Streiks bei OVG und Hildenbrand am 29. Januar, nächste Verhandlung am 31. Januar.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Serie der Warnstreiks im Landkreis Göppingen geht weiter. Zeitgleich zu den von Verdi bereits angekündigten Arbeitsniederlegungen im Tarifkonflikt im privaten Omnibusgewerbe und im öffentlichen Dienst wird jetzt auch bei der Deutschen Post AG gestreikt. Betroffen sind die Brief-, Verbund- und Paketzustellung in Baden-Württemberg. Die Arbeit wurde am Dienstag, 28. Januar, in ausgewählten Zustellstützpunkten und Zustellbasen vollschichtig niedergelegt, auch in Göppingen. Verdi rechnet mit rund 1500 Streikenden und erheblichen Ausfällen in der Zustellung in den betroffenen Regionen, die vor allem in städtischen Bereichen liegen.
Verdi fordert deutliche Lohnsteigerungen
Andreas Henze, Verdi-Landesfachbereichsleiter, zur Lage im Tarifkonflikt mit der Deutschen Post: „Auch in der zweiten Verhandlungsrunde letzte Woche gab es keine substanzielle Bewegung. Deshalb machen wir jetzt Druck. Wir brauchen deutliche Lohnsteigerungen, damit die Beschäftigten mit den immer noch hohen Lebenshaltungskosten klarkommen. Und wir brauchen dringend weitere Entlastung durch zusätzliche Freizeit.“
Die Dienstleistungsgewerkschaft fordert für die Tarifbeschäftigten und Auszubildenden sowie dual Studierenden eine Tarifsteigerung von linear sieben Prozent bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten. Für die Tarifbeschäftigten und Auszubildenden werden drei Tage mehr Urlaub sowie ein zusätzlicher Urlaubstag für Verdi-Mitglieder gefordert.
Die dritte Tarifverhandlungsrunde ist für den 12./13. Februar 2025 angesetzt.
Demonstrationen und Kundgebungen
Auch die Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben gestern begonnen. Weitere Arbeitsniederlegungen sind am Mittwoch und Donnerstag geplant. Am Mittwoch, 29. Januar, werden Beschäftigte aus allen Bereichen des öffentlichen Dienstes in Geislingen, Eislingen und Uhingen zu Warnstreiks aufgerufen. Ab 10.30 Uhr ist eine Demonstration und um 11.30 Uhr eine Kundgebung vor dem Geislinger Rathaus vorgesehen. Am Donnerstag, 30. Januar, ist um 9:30 Uhr eine Kundgebung im Uhinger Uditorium vorgesehen, eine weitere Kundgebung wird um 13 Uhr auf dem Schlossplatz in Eislingen stattfinden.
Für mehr Zeitsouveränität und Flexibilität
Verdi fordert in der Tarifrunde 2025 für die mehr als 2,5 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen ein Volumen von acht Prozent, mindestens aber 350 Euro mehr monatlich für Entgelterhöhungen und höhere Zuschläge für besonders belastende Tätigkeiten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 200 Euro monatlich angehoben werden. Außerdem fordert Verdi drei zusätzliche freie Tage, um der hohen Verdichtung der Arbeit etwas entgegenzusetzen. Für mehr Zeitsouveränität und Flexibilität soll zudem ein „Meine-Zeit-Konto“ sorgen, über das Beschäftigte selbst verfügen können.
Martin Gross, Verdi-Landesbezirksleiter: „Bereits die ersten Arbeitsniederlegungen zeigen: Die Beschäftigten, die seit Jahren trotz fehlendem Personal täglich für die Bürgerinnen und Bürger und das Land öffentliche Dienstleistungen erbringen, erwarten eine materielle Anerkennung ihrer Leistungen.“ Die Inflation sei noch lange nicht vollständig kompensiert. Die tägliche Belastung erfordere dringend mehr Zeitsouveränität und auch mehr freie Zeit. Gross wörtlich: „In der zweiten Verhandlungsrunde erwarten wir von den Arbeitgebern ernsthafte Antworten auf unsere Forderungen.“ Die zweite Runde der Tarifverhandlungen findet am 17./18. Februar 2025 in Potsdam statt.
Ganztätige Arbeitsniederlegungen bei OV und Hildenbrand
Auch im privaten Busgewerbe stehen die Zeichen auf Streik. Nach Informationen des Göppinger Landratsamts kommt es am Mittwoch, 29. Januar, bei den Firmen OVG Göppingen und Hildenbrand Gruibingen zum ganztägigen Streik von Betriebsbeginn bis zum Betriebsschluss. Alle Linien sind betroffen. Die dritte Verhandlungsrunde mit dem Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen (WBO) findet am kommenden Freitag, 31. Januar, statt. Verdi fordert für die rund 9000 Beschäftigten im privaten Omnibusgewerbe unter anderem neun Prozent mehr Entgelt sowie 100 Euro mehr im Monat für die Auszubildenden bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
