Starkregen und Gewitter im Anmarsch
: Göppinger Feuerwehrkommandant: „Wir rüsten wieder auf"

Erneut werden Starkregenfälle im Südwesten vorhergesagt. Die Einsatzkräfte im Kreis Göppingen sind in Habachtstellung - zumal die Fils als der am schnellsten ansteigende Fluss im Land gilt.
Von
Susann Schönfelder
Kreis Göppingen
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Hochwasser Extremwetter Regen Kreis Göppingen am Steg überflutete die Fils die Jahnstraße, die Feuerwehr musste mit Sandsäcken sichern

Die Fils überflutete am vergangenen Wochenende die Jahnstraße in Göppingen. Die Einsatzkräfte sind noch nicht in den Normalzustand zurückgekehrt und haben die Wetterlage im Blick.

Staufenpress

Nach einer kurzen Wetterberuhigung ziehen in den kommenden Tagen erneut Gewitter im Süden Deutschlands auf. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor anhaltendem Regen, aber auch lokalen, starken Schauern. Die Böden sind gesättigt, die Flusspegel vielerorts noch hoch, daher haben die Einsatzkräfte in den Hochwassergebieten die Lage besonders im Blick. „Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz. Wir rüsten wieder auf", sagt Karlheinz Widmeyer, der Kommandant der Göppinger Feuerwehr. Organisatorisch werde alles vorbereitet, um schnell reagieren zu können. Personal und Geräte müssten bereitstehen, Führungsfunktionen benannt oder die Alarmierung geklärt werden, nennt Widmeyer Beispiele. „Es geht auch darum, wo welche Einheiten zum Tragen kommen", fügt er hinzu.

„Wir sind in einer misslichen Lage"

Die Göppinger Feuerwehr sei in „Habachtstellung", zumal die Fils als der am schnellsten ansteigende und am schnellsten fließende Fluss in Baden-Württemberg gilt. „Da sind wir in einer misslichen Lage", meint Widmeyer. Dennoch hält es der Kommandant für nicht sehr wahrscheinlich, dass die Situation ähnlich dramatisch werden könnte wie am vergangenen Wochenende. „Letztlich ist unsere Arbeit Just-in-Time-Arbeit", fasst Widmeyer zusammen. Die Feuerwehr habe die Vorhersage des Deutschen Wetterdiensts im Blick, könne die Daten bewerten und entsprechend reagieren.

Karlheinz Widmeyer nimmt auch die Bürger selbst in die Pflicht. Zur privaten Hochwasservorsorge konnten Interessierte die im Stadtgebiet Göppingen ausliegenden Sandsäcke mitnehmen, die am Donnerstagnachmittag alle weg waren, wie die Pressestelle der Stadt mitteilte. „Die Menschen, die an neuralgischen Stellen wohnen, können sich so selbst schützen."

Drohende Gewitter und Starkregen sind auch in der Göppinger Kreisverwaltung ein Thema. „Die Wetterlage wird auch durch das Landratsamt ständig intensiv beobachtet und bewertet. Sollte sich eine neue Gefahrensituation anbahnen, sind wir in der Lage, schnell und zielgerichtet zu reagieren", erklärt Pressesprecher Simon Gottowik auf Anfrage. Dies entbinde jedoch nicht von der Eigenverantwortung einer jeden Kommune und der Bürgerinnen und Bürger, fügt er hinzu.

Zuverlässige Vorhersagen sehr schwierig

Insbesondere verweist das Landratsamt auf die Unwettermeldungen des Deutschen Wetterdienstes, die Informationen der Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg und die Warn-App NINA oder Katwarn, die eine kontinuierliche Information über eventuelle Gefahrensituationen sicherstellten. Bei alledem dürfe aber nicht vergessen werden, dass es zwar im Allgemeinen große Fortschritte bei den Wetter- und Hochwasservorhersagediensten gibt. „Gerade bei lokalen Gewittern und kleinen Gewässern, die sehr schnell fließen oder ansteigen, ist es jedoch technisch sehr schwierig oder manchmal unmöglich, zuverlässige Vorhersagen oder Warnungen zu erstellen", betont der Pressesprecher.

„Wir halten Sandsäcke derzeit griffbereit"

Kreisbrandmeister Michael Reick ergänzt: „Die Vorschau auf mögliche Niederschläge ist immer im Fokus der Feuerwehren. Aktuell sind noch keine besonderen Maßnahmen für die kommenden Tage vorgesehen, lediglich bei den Aufräumarbeiten halten wir zum Beispiel Sandsäcke derzeit griffbereit und lagern diese nicht für längere Zeit ein." Auch die Stabsräume seien weiter vorbereitet. „Erst wenn die Großwetterlage sich wieder beruhigt hat, werden wir in den Normalzustand zurückkehren. Eine besondere Bereitschaft haben wir aktuell jedoch nicht geplant, ehrenamtliche Strukturen sind diesbezüglich immer in Einsatzbereitschaft.“