Starkregen hat Folgen
: Einschränkungen auf der Filstalbahn

Go Ahead kündigt mehrwöchige erhebliche Einschränkungen beim Schienenverkehr auf der Filstalbahn an. Zudem kann ab 15. Juni aufgrund von Personalmangel nur noch ein Stundentakt angeboten werden.
Von
Joachim Schmid
Kreis Göppingen
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Ein neuer Zug von Go-Ahead im Bahnhof von Schwäbisch Gmünd. Die Probleme auf der Remsbahn treiben auch den Verantwortlichen im Göppinger Landratsamt Sorgenfalten auf die Stirn. Im Dezember nimmt Go-Ahead den Betrieb im Filstal auf.⇥

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Ein neuer Zug von Go-Ahead im Bahnhof von Schwäbisch Gmünd. Die Probleme auf der Remsbahn treiben auch den Verantwortlichen im Göppinger Landratsamt Sorgenfalten auf die Stirn.

Sebastian Berger

Go-Ahead Baden-Württemberg kämpft nach eigenen Angaben in den letzten Monaten mit den Auswirkungen äußerst aggressiver Personalabwerbung von Triebfahrzeugführer durch Personaldienstleister. Diese Lokführer fehlten deshalb derzeit insbesondere am Wochenende auf der Filstalbahn (MEX 16). Go-Ahead entschied sich unter Abwägung aller Möglichkeiten nun für Fahrplaneinschränkungen am Wochenende auf dem MEX 16, ab dem 15. Juni bis voraussichtlich Ende September.
Go-Ahead entschuldigt sich in einer Mitteilung bei den Fahrgästen für die Einschränkungen, die aktuell jedoch unumgänglich seien. Nur über eine Ausdünnung des MEX 16 am Wochenende von normalerweise zwei Fahrten pro Stunde auf einen Ein-Stunden-Takt sei es möglich, werktags die Verkehre für Schülerinnen und Schüler sowie für Pendler aufrechtzuerhalten.
Wie Go-Ahead erklärt, starten in der eigenen Ausbildungs-Akademie jedes Jahr neue dreijährige Ausbildungslehrgänge zum ‚Eisenbahner im Betriebsdienst‘. Zudem beginnt seit vielen Monaten alle sechs Wochen in Stuttgart und Augsburg je ein elfmonatiger Qualifizierungskurs für Triebfahrzeugführer, so dass Abhilfe geschaffen wird.
Die MEX-16-Einschränkungen würden nur so lange aufrechterhalten, wie sie unbedingt notwendig seien. Der Ersatzfahrplan wird in Kürze bekannt gegeben auf der Website (https://www.go-ahead-bw.de/unterwegs-mit-go-ahead/fahrplanabweichungen). 

Zugverkehr Remsbahn IRE1 und MEX 13 eingeschränkt

Nach der Entgleisung eines ICE durch einen Hangrutsch ist der Zugverkehr laut DB InfraGO zwischen Lorch und Schwäbisch Gmünd weiterhin nur eingeschränkt möglich. Die Behebung soll bis 1. Juli andauern.
Da dort derzeit nur eines von zwei Gleisen für den Zugverkehr benutzbar ist, bauen die Go-Ahead-Züge ab der Unfallstelle in Lorch jeweils Verspätungen von mehreren Minuten auf.
Auf der Remsbahn (IRE 1, MEX 13) kann Go-Ahead leider entsprechend Betriebskonzept der DB InfraGO nur den Verkehr mit dem MEX 13 anbieten. Die beiden TRI-Zugverbindungen auf der Linie MEX 13 ab Stuttgart 6:47 Uhr – an Aalen 7:51 Uhr und ab Aalen 8:37 Uhr – an Stuttgart 9:39 Uhr müssen während der Bauzeit ausfallen, alle anderen MEX-13-Züge fahren. Die Züge des IRE 1 dürfen nur zwischen Karlsruhe und Stuttgart verkehren, sie müssen auf dem Abschnitt von Stuttgart bis Aalen deshalb ausfallen.
Auf der Strecke zwischen Stuttgart und Karlsruhe kommt es zudem vom 8. Juni bis 18. Juli aufgrund von Bauarbeiten der Deutschen Bahn zu Fahrplanabweichungen.

Wie die DB mitteilte, werden deshalb bestimmte Fernverkehrszüge zur Nutzung mit Nahverkehrstickets freigegeben: Eine Freigabe der Verkehre von DB Fernverkehr für Tickets des Nahverkehrs zwischen Aalen und Stuttgart, von 6:00 bis 9:00 Uhr, wird für folgende Züge täglich vom 07.06. bis 01.07. akzeptiert:

·       IC 2061 Stuttgart ab 6:05 Uhr – Aalen an 6:57 Uhr (Montag – Samstag)

·       IC 2164 Aalen ab 7:00 Uhr – Stuttgart an 7:53 Uhr (Montag – Freitag)

·       IC 2063 Stuttgart ab 8:08 Uhr – Aalen an 8:58 Uhr (täglich)

Alleingesellschafterin an der 2014 gegründeten Go-Ahead Verkehrsgesellschaft Deutschland GmbH, die zwei Betriebsgesellschaften in Bayern und Baden-Württemberg unterhält, ist seit 1.2.2024 die ÖBB-Personenverkehr AG.

Fünf regionale Schienenstrecken

Die Go-Ahead Baden-Württemberg GmbH mit Sitz in Stuttgart wurde im Februar 2017 als Betriebsgesellschaft der Go-Ahead Verkehrsgesellschaft Deutschland GmbH gegründet. Go-Ahead Baden-Württemberg betreibt seit 2019 fünf regionale Schienenstrecken mit über 700 Streckenkilometern und rund 10 Mio. Zugkilometern pro Jahr. Die Schwestergesellschaft Go-Ahead Bayern befährt seit Ende 2021 verschiedene regionale Schienenverkehre in Bayern sowie ins württembergische Allgäu beziehungsweise Remstal. Beide Betriebsgesellschaften fahren ihre ausschließlich elektrisch betriebenen Züge im Auftrag des Landes Baden-Württemberg und der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG).