Stadtmuseum Ebersbach
: Wie lebten wir vor 50 Jahren?

Die neue Sonderausstellung „Unsere 70er Jahre“ wird am 17. März eröffnet. Auch damals war die Welt geprägt von Krisen und Veränderungen. Hier geht's um den Alltag.
Von
Jürgen Schäfer
Ebersbach
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Ebersbach Museum Ausstellung Mode in den 70ern

Rückblick auf die Modewelt in den 70ern. Museumsleiter Uwe Geiger stellt sie vor.

Stadtmuseum
  • Sonderausstellung "Unsere 70er Jahre" im Stadtmuseum Ebersbach ab 17. März.
  • Fokus auf Alltag: Mode, Hobby und Freizeit, weniger auf Weltpolitik.
  • Ölkrisen und Firmenpleiten prägten die 70er Jahre in Ebersbach.
  • Farbfernsehen und Hobbys wie Kurzwellenradio populär.
  • Ebersbach erhielt 1975 Stadtrecht; Ausstellung zeigt Stadtgeschichte.
  • Öffnungszeiten: donnerstags und sonntags 14-17 Uhr, Eintritt frei.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Wie lebten wir vor 50 Jahren?“, diese Frage steht im Mittelpunkt der neuen Sonderausstellung im Ebersbacher Stadtmuseum „Alte Post“. Es steht in der Ausstellung weniger die Weltpolitik im Mittelpunkt, vielmehr ist es der Alltag der Menschen mit Mode, Hobby und Freizeit. Die 70er-Jahre waren geprägt von Krisen, Umbrüchen und Veränderungen. Verstärkt haben dies die beiden Ölkrisen, sowie das Ende des langen wirtschaftlichen Aufschwungs. Auch im unteren Filstal veränderte sich die Arbeitswelt spürbar. Zahlreiche Firmenpleiten der alten Textilindustrie zeichneten ein düsteres Bild der Zukunft. In Ebersbach meldete 1973 die Wollhaarspinnerei und-Weberei Haefele Konkurs an. 1974 konnte Zinser Schweißtechnik gerade den Konkurs abwenden. Im Jahr 1975 beendeten die Schwäbischen Textilwerke ihre Tätigkeit und über 250 Beschäftige verloren ihre Arbeit. Politisch war das Jahrzehnt reich an Ereignissen, der internationale Terrorismus und die RAF in Deutschland stellten eine allgegenwärtige Bedrohung dar.

Farbfernsehen tritt Siegeszug an

Das Farbfernsehen, das 1967 in Deutschland eingeführt worden war, trat seinen Siegeszug in den deutschen Wohnzimmern an, nachdem die Farbfernseher erschwinglicher wurden. Manche Hobbys von damals kennt heute kaum noch jemand. Für so ein Hobby steht in der Ausstellung zum Beispiel ein Weltempfänger von Grundig Modell „Satellit 2000“. Lange vor dem Internet, war die „Wellenjagd“ mit einem Weltempfänger zwar nicht „jedermanns Sache“, aber bekannter als heute. Zwischen 1970 und 1980 war die Blütezeit des internationalen Kurzwellenrundfunks. 1973 kostete so ein Hightech Gerät um die 798 DM.

Ebersbach Ausstellung Museum Rummel in den 70ern

Wie man damals feierte: Festplatz in der Strut in Ebersbach in den 70ern.

Stadtmuseum

Ungeahntes: Schlaghosen bei Männern

Die Modewelt brachte bisher ungeahntes, wie die Schlaghosen bei Männern. Die Farbe Orange war Trendfarbe in Mode und Einrichtung. Der VW-Käfer wurde vom VW Golf I abgelöst und mit den Olympischen Spielen in München 1972 erlebte die „Trimm-Dich-Bewegung“ einen Boom. Viele Kommunen richteten Trimm-Dich-Pfade ein. In Ebersbach wurde im Sommer 1972 so ein Pfad eröffnet, sonntags war danach hier im Wald immer viel los, gruppenweise oder einzeln wurde die eigene Fitness verbessert. 1973 eröffnete das Jugendzentrum in Selbstverwaltung in Ebersbach. Es bot ein reiches Spektrum als Kinder- und Jugendarbeit und Konzerten.

Ebersbach Museum Ausstellung Die Hauptstraße in den 70ern

Heute wären sie Oldtimer: Autos in den 70ern, hier in der Hauptstraße in Ebersbach. Durch die rollte noch der ganze Verkehr.

Stadtmuseum

Ebersbach wurde Stadt

Städtebaulich wollte die ländlich wirkende Kommune „städtischer“ werden. Was man in den frühen 1970er Jahre unter „städtischer werden“ verstand, zeigt ein Stadtmodell. Tatsächlich fruchteten die Bemühungen der Gemeinde in Bezug auf das „Stadtrecht“, als am 12. Februar 1975 die Landesregierung von Baden-Württemberg der Gemeinde Ebersbach an der Fils die Bezeichnung „Stadt“ verlieh.

Ebersbach Ausstellung Museum die 70er

Orange war in den 70ern eine Trendfarbe.

Stadtmuseum

Die Ausstellung zeigt Zeitgeschichte und Stadtgeschichte und neben eigenen Sammlungsstücken auch viele private Leihgaben, die typisch für das Jahrzehnt sind.

Immer donnerstags und sonntags geöffnet

Wer an der Eröffnung teilnehmen möchte, meldet sich bitte beim Museumsleiter Uwe Geiger, E-Mail: geiger@stadt.ebersbach.de, Telefon: 07163 161 3340.

Vom 20. März bis 26. Oktober 2025 ist die Ausstellung dann während der Öffnungszeiten des Stadtmuseums für jeden zu sehen. Diese sind donnerstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.