Softwareschmiede aus Göppingen: Teamviewer wird durch Kundenabgänge gebremst

Teamviewer-Chef Oliver Steil ist zuversichtlich: „2026 ist das Jahr, in dem wir abliefern, die ersten konkreten Belege dafür sind bereits sichtbar.“
Horst Rudel- Teamviewer meldet im ersten Quartal Umsatzrückgang auf 183,2 Mio. Euro – minus 3,7 Prozent.
- Gründe sind Kundenabgänge bei 1E und eine Kurskorrektur bei kleineren Verträgen.
- Währungsbereinigt wäre das Minus 0,4 Prozent gewesen, der starke Euro belastete.
- Die bereinigte Ebitda-Marge stieg auf 45 Prozent, Marketingausgaben wurden verschoben.
- Ausblick: Abgänge sollen sich im zweiten Halbjahr stabilisieren, Prognose bleibt bestehen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Göppinger Software-Unternehmen Teamviewer wurde im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres von Kundenabgängen gebremst. Überraschend ist dieses Ergebnis nicht. Teamviewer-Chef Oliver Steil hatte erwartet, dass einmalige Kundenabwanderungen beim US-Zukauf 1E sowie eine bewusste Kurskorrektur bei kleineren Kunden mit niedrigem Vertragsvolumen zu spüren sein würden. Der Kundenabgang in diesem Bereich werde im zweiten Quartal voraussichtlich erhöht bleiben und sich im zweiten Halbjahr dann stabilisieren, so die Prognose. Der Umsatz ging demnach in den ersten drei Monaten im Jahresvergleich um 3,7 Prozent auf 183,2 Millionen Euro zurück, teilte das SDax-Unternehmen am Mittwoch mit. Auch der starke Euro schlug bei dieser Entwicklung zu Buche. Währungsbereinigt hätte das Minus nur bei 0,4 Prozent gelegen.
Oliver Steil: „2026 ist das Jahr, in dem wir abliefern“
Das Management der Göppinger Softwareschmiede ist mit den Zahlen zufrieden: „Das erste Quartal verlief wie erwartet“, wird Teamviewer-Chef Oliver Steil in einer Pressemitteilung zitiert. „Der Umsatz liegt voll im Einklang mit unserer Prognose. Unsere Profitabilität bleibt erstklassig. 2026 ist das Jahr, in dem wir abliefern, die ersten konkreten Belege dafür sind bereits sichtbar“, zeigt sich Steil zuversichtlich. Der zu erwartende jährlich wiederkehrende Umsatz (annual recurring revenue, kurz ARR) bei großen Kunden mit hohem Vertragsvolumen sei trotz der erwarteten Einmaleffekte bei 1E gewachsen. Insgesamt gingen die Erlöse zwar um 2,9 Prozent von 759,5 auf 737,3 Millionen Euro zurück. Währungsbereinigt wäre es jedoch immerhin ein Plus von 0,2 Prozent gewesen. „Die Belastungen sind nun weitgehend absorbiert, die verbleibende Kundenbasis ist stabil“, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens.
Entschuldung vorantreiben
Teamviewer punktete im ersten Quartal mit einer überraschend hohen bereinigten operativen Gewinnmarge (Ebitda). Diese stieg wie erwartet auf 83,0 Millionen Euro, das ist ein Plus um 2 Prozentpunkte auf 45 Prozent. Hintergrund sei „die bewusste Verschiebung der Marketingausgaben vor dem Start der geplanten Vermarktungsoffensive“ im zweiten Quartal. Investitionen in Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung sollen planmäßig fortgeführt werden. Teamviewer bestätigt die Prognose für das Gesamtjahr 2026, die Planungssicherheit für den Rest des Jahres bleibe hoch. Auch die Verschuldungsquote wollen die Göppinger, die im März nach mehr als sechs Jahren aus dem M-Dax flogen und jetzt nur noch eine Stufe darunter im S-Dax gelistet werden, reduzieren. Finanzchef Michael Wilkens: „Wir liegen im Plan. Das erste Quartal spiegelt das wider, was wir für diesen Zeitpunkt im Jahr erwartet haben.“

