Schwere Straftat: Wilderei rund um Hattenhofen

Wie kommt man ihm auf die Spur? Der Wilderer auf Hattenhofer Markung hat mindestens in einem Fall eine ungewöhnliche Munitition benutzt. Es steckt auch noch ein Projektil in einem Baum.
Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa- Rund um Hattenhofen häufen sich Fälle von Wilderei – drei tote Tiere seit Ende letzten Jahres.
- Tatorte verteilt: Wald bei Schlierbach, Hummelberg Richtung Bezgenriet und Bereich Biotopteiche.
- Ein Wildschwein wurde nur angeschossen, zwei Rehe wurden erlegt, aufgebrochen und zerlegt.
- Ungewöhnliche Munition eingesetzt; ein Projektil steckt noch in einem Baum bei den Klärteichen.
- Polizei ermittelt, Wildkameras zeigen nichts. Gemeinde bittet um Hinweise zu Personen und Fahrzeugen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In den Wäldern rund um Hattenhofen treibt ein Wilderer sein Unwesen. Drei Fälle gab es schon, und nach dem dritten schlägt die örtliche Jagdgemeinschaft Alarm. „Wilderei ist eine schwere Straftat und gefährdet den Schutz unserer Natur und unserer Tiere“, schreibt sie auf Facebook - auch im Namen der Gemeinde Hattenhofen.
Schon Ende vorigen Jahres
Es sind verschiedene Tatorte. Angefangen hat es schon Ende letzten Jahres, im Wald zwischen Hattenhofen und Schlierbach. Der zieht sich ein Stück weit hinter dem Sportgelände den Hang hinunter, die Autofahrer sehen ihn entlang der Kreisstraße auf beiden Seiten. Im südlichen Teil fließt ein Bach. „Dort haben wir eine gewilderte Wildsau gefunden“, berichtet Heiko Vybiralik, der zusammen mit Denis Barz die Jagdpacht hat. Der Wilderer hatte Pech. Er hat auf das Tier geschossen, es aber nicht erlegt, sondern nur angeschossen. Daher weiß man auch nicht, wo er dem Tier auflauerte. „Wir denken, das das Wildschwein noch 200, 300 Meter im Gelände weitergerannt ist, bis es am Bach verendet ist.“ Der Wilderer hat das Tier im Wald und wohl auch im Dunkeln schlicht nicht gefunden und konnte es nicht erbeuten. Die Hattenhofer Jagdgemeinschaft um Vybiralik und Barz hat noch festgestellt: Der Täter schoss mit einem Vollmantelgeschoss„ „das geht offen durch den Körper“. Im Unterschied zur Jagdmunition, die sich beim Aufprall zerlegt, um so größere Wirkung zu entfalten.
Wald am Dreiländereck
im Januar/Februar kam der Unbekannte wieder. Und zwar in einem anderen Waldstück, am Hummelberg Richtung Bezgenriet. Das ist fast ein Dreiländereck, nicht weit weg von der Markungsgrenze nach Zell u. A. mit Pliensbach. Da schoss der Wilder auf ein Reh und erlegte es auch. Die Jäger fanden es „aufgebrochen“ und ausgenommen. Der Wilderer hat es zerlegt, das Fleisch mitgenommen, die Innereien dagelassen. Wer kann sowas? „Ein Jäger, ein Metzger, einer, der in der Landwirtschaft aufgewachsen ist“, sagt Vybiralik.
Und jetzt wieder: Vor etwa drei Wochen fanden die Hattenhofer Jäger ein zweites Reh aufgebrochen und „ausgeräumt“ in einem wiederum anderen Teil von Hattenhofen. Diesmal Richtung Albershausen, gar nicht mal in einem Wald, mehr in halboffener Landschaft, bei den Biotopteichen. Die ziehen sich unterhalb des Schützenhauses sanft den Hang hinab. Dort gibt's auch Bäume, und in einem steckt noch das Projektil vom Schuss des Wilderers, sagt Vybiralik.
Wildkameras zeigen nichts an
Drei Anschläge, drei tote Tiere. Die Hattenhofer Jagdgemeinschaft warnt vor einer zunehmenden Gefahr für den Tierbestand. „Unser Ziel ist es, baldmöglichst die Verantwortlichen zu finden“, schreibt sie auf Facebook. Die Polizei ist eingeschaltet, das Uhinger Polizeirevier ist dran, sagt Vybiralik. Es gibt einen Umstand, den er merkwürdig findet: Die beiden Jagdpächter haben acht Wildkameras aufgestellt, verteilt auf der ganzen Hattenhofer Markung. Auf keiner war etwas vom Täter zu sehen. Kennt der Täter die „Fallen“? „Er ist immer um unsere Kameras herumgegangen“, sagt Vybiralik. Und ein Zweites: Bei den Klärteichen lief er nicht Gefahr, dass ihn die Jäger dort nachts erwischten, weil sie dort nicht auf Wildschweinjagd gehen. Auch nicht auf Jagd nach einem Reh - das dürften sie nachts gar nicht schießen. Hat der Wilderer das gewusst?
Wilderer kann zu Fuß unterwegs sein
Die Gemeinde Hattenhofen bittet die Bevölkerung um Mithilfe: Hat jemand verdächtige Personen, Fahrzeuge oder Ungewöhnliches in Wald und Feld beobachtet? Dann sollte er sich bei der Polizei melden. Die Jagdpächter Heiko Vybiralik und Denis Barz gehen davon aus, dass der Wilder ein Gewehr hat, wenn auch mit anderer Munition. Vielleicht kam er mit Auto, stellte es irgendwo ab. Er kann das Fleisch im Rucksack transportiert haben, sagt Vybiralik.