Schusswaffeneinsatz in Wangen
: 20-Jähriger bedroht SEK mit Waffe und wird angeschossen

Am späten Freitagabend bedrohte in Wangen (Kreis Göppingen) ein Ukrainer die Kräfte eines Spezialeinsatzkommandos mit einer Waffe. Dann fielen Schüsse. Was bisher bekannt ist.
Von
Arnd Woletz
Wangen
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Spurensicherung bei der Arbeit nach einem Einsatz des Spezialeinsatzkommandos in Wangen.

Spurensicherung bei der Arbeit nach einem Einsatz des Spezialeinsatzkommandos in Wangen.

SDMG
  • In Wangen bedrohte ein 20-jähriger Ukrainer Polizei und SEK mit einer Schusswaffe.
  • Er randalierte am Freitagabend (6. Februar) in einem Mehrfamilienhaus und verschanzte sich.
  • Auf dem Balkon drohte er weiter; SEK gab im Notzugriff mehrere Schüsse ab.
  • Der 20-Jährige wurde verletzt, ist außer Lebensgefahr und wird im Krankenhaus behandelt.
  • Bereits am 26. Juni 2025 starb ein 27-jähriger Afghane nach Polizeischüssen in der Hauptstraße.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein erneuter Fall von Schusswaffeneinsatz  sorgte am Wochenende in Wangen für Aufsehen. Wie das Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg in einer Pressemitteilung am Samstagvormittag mitteilte, hatte ein 20-jähriger Ukrainer  zunächst am Freitagabend in einem Mehrfamilienhaus in der Schurwaldgemeinde randaliert, sodass die Polizei gerufen wurde. Dabei bedrohte der Mann nach derzeitigem Stand der Ermittlungen zunächst die Beamten mit einer Schusswaffe und verschanzte sich anschließend in seiner Wohnung. Nach Angaben des LKA zeigte er sich anschließend auf dem Balkon der Wohnung weiterhin mit einer Schusswaffe und sprach Drohungen aus. Angesichts der Bedrohungslage seien Kräfte des Spezialeinsatzkommandos hinzugezogen worden, so das LKA.

Ukrainer bedroht auch Spezialkräfte

Im weiteren Verlauf habe der  Mann auch diese SEK-Kräfte mit der Waffe bedroht. Daraufhin sei es „im Rahmen eines Notzugriffes zur Abgabe mehrerer Schüsse durch das Spezialeinsatzkommando“ gekommen. Der 20-jährige Ukrainer wurde dabei verletzt, befinde sich jedoch außer Lebensgefahr. Er wird derzeit  im Krankenhaus behandelt.

Nähere Angaben zum genauen Tatzeitpunkt, den möglichen Hintergründen und dem genauen Tatort machte das Polizeipräsidium nicht und verwies auf die Staatsanwaltschaft und das LKA, die am Wochenende nicht erreichbar waren. So blieb beispielsweise unklar, was der mögliche Auslöser für das aggressive Verhalten des Mannes war und ob sich noch weitere Menschen in dem Gebäude befanden. Die weiteren Ermittlungen führt das LKA unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Ulm. „Dabei steht zunächst die genaue Rekonstruktion des Geschehens im Vordergrund“, teilte die Pressestelle des LKA mit.

Nach Angaben der Süddeutschen Mediengesellschaft (SDMG) lag der Einsatzort in der Hauptstraße, der Ortsdurchfahrt von Wangen am Übergang zur Faurndauer Straße. Bilder vom späten Freitagabend zeigen Mitarbeiter der Spurensicherung bei der Arbeit auf einem auch gewerblich genutzten Areal. Den Tatort hatte die Polizei abgesperrt und ausgeleuchtet.

Schusswaffeneinsatz schon im vergangenen Juni

Es ist nicht der erste derartige Fall in der kleinen Gemeinde Wangen. Bei einem Polizeieinsatz  am 26. Juni 2025 war ein 27 Jahre alter Mann aus Afghanistan durch Polizeikugeln ums Leben gekommen und ein Beamter schwer verletzt worden. Der 27-jährige Afghane sollte damals von zwei Polizeibeamten abgeholt werden, um eine Haftstrafe anzutreten. Dabei ging er aber unvermittelt mit einem Messer auf die Polizisten los und verletzte einen davon schwer. Die Beamten schossen mindestens zehn Mal und trafen den 27-Jährigen tödlich. Der Tatort lag damals ebenfalls in der Hauptstraße, aber im zentralen Teil der Wangener Ortsdurchfahrt gleich beim Rathaus, etwa 700 Meter vom jetzigen Tatort entfernt. Damals waren die Schüsse in einem Mehrfamilienhaus abgegeben worden, in dem die Gemeinde Wohnungen für Geflüchtete angemietet hatte.