Saxonia in Göppingen
: Verzweifelte Beschäftigte bitten Politik um Hilfe

IG Metall fordert Mutterkonzern von Saxonia Textile Parts in Göppingen zu Lösungen für die Beschäftigten auf.
Von
SWP
Göppingen
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Beschäftigte von Saxonia Textile Parts beim Austausch mit Landrat Edgar Wolff vor dem Göppinger Landratsamt.

IG Metall

Beschäftigte von Saxonia Textile Part haben in Göppingen Politiker besucht, um sie um Unterstützung zu bitten. Das geht aus einer Pressemitteilung der IG Metall hervor. Durch den Schließungsbeschluss des Mutterkonzerns Kern–Liebers stehen 92 Göppinger Beschäftigte vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes. Der Arbeitgeber halte an den Schließungsplänen fest und selbst der zwischenzeitlich diskutierte Erhalt von zwölf Arbeitsplätzen sei wieder offen, schreibt die Gewerkschaft. Gleichzeitig verweigere der Arbeitgeber angemessen Abfindungen und Übergänge in die Rente. „Die Beschäftigten sind sehr enttäuscht vom Kern–Liebers Konzern und den dahinterstehenden Eigentümerfamilien“, betont Manuel Schäfer von der IG Metall in Göppingen. „Wir fordern den Konzern auf, lassen Sie Ihren blumigen Worten von Dankbarkeit und Respekt gegenüber den Mitarbeitern auch Taten folgen. Wir brauchen Lösungen zur Beschäftigung von möglichst vielen in Göppingen. Wir brauchen einen Sozialplan, in dem nicht jemand abgefunden wird, sondern finanzielle Ausgleiche erhält. Wir brauchen Transferlösungen in eine neue Beschäftigung.“

Landrat Edgar Wolff sagte am vergangenen Donnerstag beim Austausch mit den Beschäftigten laut Mitteilung der IG Metall: „In der für die betroffenen Saxonia–Beschäftigten schwierigen Situation ist es wichtig, dass ein fairer und für die Betroffenen akzeptabler Interessenausgleich erzielt wird“. Die am Donnerstag nicht in Göppingen anwesende SPD–Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens ließ ausrichten: „Den Beschäftigten der Saxonia Textile Parts GmbH in Göppingen, die wegen der beschlossenen Verlegung der Produktion nach Schramberg ihren Arbeitsplatz verlieren, gilt meine volle Solidarität. Ich appelliere an die Unternehmensleitung, sich mit dem Betriebsrat auf einen tragfähigen Sozialplan und ordentliche Abfindungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu verständigen.“ Alex Maier betonte vor dem Rathaus: „Als Oberbürgermeister der Stadt Göppingen sehe ich es als meine Pflicht, für jeden Arbeitsplatz in unserer Stadt zu kämpfen. Ich hoffe, dass es für die Mitarbeitenden von Saxonia in Göppingen wenigstens eine angemessene Abfindung geben wird, wenn schon langjährige Mitarbeitende ihren Arbeitsplatz verlieren.“ Im Juni war den 92 Beschäftigten bei Saxonia Textile Parts in Göppingen mitgeteilt worden, dass der Kern–Liebers–Konzern die Tochtergesellschaft schließen möchte. Die Verhandlungen zwischen der IG Metall und der Geschäftsführung und Saxonia über einen Sozialtarifvertrag sind gescheitert. Die Beschäftigten streiken nun.