Rathausstürme in der Region Donzdorf: Ein Schultes in der Badewanne

Mit der Badewanne unterwegs: Lautersteins Bürgermeister Michael Lenz.
Beate Schnabl- Rathaussturm in Lauterstein: Bürgermeister Michael Lenz wird von Hexen in Fasnetshäs gesteckt.
- Motto der Nenninger Schneckahexa: „Nach der Wahl ist vor der Wahl.“
- Hexen-Partei verspricht "Hexengeld" und "Liebe statt Fake News."
- Polonaise und Feierlichkeiten im Rathaus.
- Artikel wird laufend aktualisiert.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Lauterstein – 11.11 Uhr – wilde Weiber stürmen mit wehenden Röcken und lautem Gekreische ins Rathaus, um kurz darauf mit Schultes Michael Lenz im Schlepptau wieder auf dem Platz zu erscheinen. „Nach der Wahl ist vor der Wahl“ ist das diesjährige Motto der Nenninger Schneckahexa. Sie haben nämlich eine Hexen-Partei gegründet und für das närrische Volk ein Parteiprogramm entwickelt. „Das Parteiprogramm fängt bei 2,1 Promille an“, ruft eine Hexe laut und meint außerdem: „Wir versprechen nichts – und das halten wir.“
Statt Bürgergeld gibt’s Hexengeld, statt Dienstkleidung trägt man Fasnetshäs, statt Fake News gibt’s nur Liebe. Ja, das überzeugt auch den Lautersteiner Rathauschef, der bereitwillig die Beitrittserklärung unterschreibt, aus seinem Anzug schlüpft und in das von den Hexen vorbereitete Fasnetshäs steigt: Mit Badehaube und gestreiftem Badeanzug sieht man den Schultes in einer aufblasbaren Badewanne mit schwimmender Quietsche-Ente tanzen. „Die Wanne ist voll – huhuhu“, singen die Schneckahexa. Und in einer langen Polonaise geht es ins Rathaus, wo weitergefeiert wird.
Die Stadt gehört jetzt den Narren
Im Schlosshof hatten sich die Donzdorfer Narrenzünfte versammelt. Auch Narrenhoheit Prinz Jamie I. war mit Gefolge anwesend. Es war schon weit nach 17 Uhr, als endlich der Ruf von Hexenmeister Patrick Staudenmaier erschallte: „Holt mir den Schultes vors Narrengericht.“ Daraufhin stürmten Hexen, Fleckle, Holzbrockeler, Moschdschlozer und Schlossgoischdr ins Schloss. Widerstandslos ließ sich Schultes Martin Stölzle aus dem Schloss führen. In die Schandgeige gesteckt, musste er sich einer Reihe von Anklagepunkten stellen: das Hochwasser im Juni, der neue Gemeinderat, geänderte Öffnungszeiten der Stadtverwaltung, der fehlende Vereinsraum für die Narrenzünfte, die bröckelnde Schlossmauer und die gefällten Roteichen in der Wagnerstraße. Mit schlagfertigen Antworten verteidigte sich der Rathauschef gegen jede Anschuldigung, sodass das Urteil des Hexenmeisters letztlich milde ausfiel: „Eine Runde Sekt im Hexenzelt für die Rathausfrauen.“

Schultes Martin Stölzle wurde von den Narren festgesetzt.
Beate Schnabl
