Wegen den Bauarbeiten für den neuen Supermarkt an der Bundesstraße in Birenbach ist seit einigen Monaten der auf der alten Bahntrasse verlaufende Radweg gesperrt. Umgeleitet wird auf einer kurzen Strecke auch direkt über die Bundesstraße, wo ein etwa 1,20 Meter breiter, farbig markierter Streifen als Übergangs-Radweg fungiert. Ein Ärgernis für viele Radfahrer und Pendler. „Heute fuhr ein LKW hinter mir auf und ca. 5 cm an der Lenkstange vorbei, wobei ich fast eine Todesangst bekam“, schreibt Manfred Stenzel in einem Leserbrief. Er fährt jeden zweiten Tag von Mutlangen nach Göppingen und befürchtet „dass es über kurz oder lang einen schlimmen Unfall geben wird.“ Er bittet um eine Lösung des Problems.
An der Situation für Radfahrer in Birenbach wird sich vorerst nichts ändern, macht Birenbachs Bürgermeister Frank Ansorge deutlich. Das Gebäude, in dem der Netto-Markt spätestens im Frühjahr 2019 seine Tore öffnen soll, wird direkt am Radweg gebaut. Das Gebäude stütze den Weg später ab und dieser diene bei den gestarteten Bauarbeiten zudem auch als Arbeitsraum, erklärt Ansorge. So stehe beispielsweise das Gerüst auf dem Radweg. „Erst wenn das Gebäude steht und das Gerüst abgebaut ist, kann der Radweg asphaltiert werden.“
Möglicherweise könne dieser Schritt noch dieses Jahr angegangen werden, denkbar ist aber auch, dass die Arbeiten nicht mehr vor Wintereinbruch geschafft werden können – die Fertigstellung des Marktes und die Öffnung des Radweges würden sich somit ins Frühjahr 2019 verlagern. Der Termin habe sich bereits verzögert, weil ein Wasserrechtsverfahren eine Änderung verursacht hat. Klar ist für den Bürgermeister: „So können wir die Leute nicht durch die Baustelle schicken“.
„Wir machen das nicht, um die Radfahrer zu ärgern“, betont der Bürgermeister. „Es geht aber um die Umsetzung eines Infrastrukturprojektes, das wichtig für die Gemeinde ist“, macht er auch deutlich. „Und wir leben halt in einem verdichteten Raum“, erklärt Ansorge mit Blick auf das durch Krettenbach, Radweg und Bundesstraße eingeengte Baugebiet. Für Ansorge, der betont selbst Radfahrer zu sein, sei die Umleitung zumutbar und „völlig unproblematisch“. Und für Ansorge gibt es ein weitaus größeres Problem: „Der Großteil der Fahrradfahrer hat kein Einsehen und hält sich nicht an die Beschilderung.“ Einige Fahrer würden so gefährliche Situationen schaffen, weil sie beispielsweise in die falsche Fahrtrichtung fahren und „ihr eigenes Ding machen“, so Ansorge.
Sowohl die Straßenverkehrsbehörde des Landratsamtes als auch das Regierungspräsidium hätten die Situation vor Ort geprüft. Ansorge gibt zu: „Zu Beginn hat die Markierungsfirma 20 Zentimeter zu wenig ausgewiesen, das wurde aber nach zwei Wochen korrigiert.“
Für ihn ist klar: „Wenn es eine andere Möglichkeit gäbe, würden wir es ja machen.“