Preisverleihung im Göppinger Landratsamt: Kreativ für ein gemeinsames Europa

Einsatz für Europa: Freudige Mienen gab es bei den Preisträgerinnen und Preisträgern des Europäischen Wettbewerbs von den teilnehmenden Schulen im Landkreis Göppingen.
Rolf BayhaZirka 68.000 Schülerinnen und Schüler haben bundesweit am ältesten Schülerwettbewerb in Deutschland teilgenommen.
Insgesamt 293 baden-württembergische Schulen und 17.338 Schülerinnen und Schüler befassten sich mit den Aufgaben des 71. Europäischen Wettbewerbs unter dem Motto „Europa (un)limited“.
Der europäische Wettbewerb gilt als wichtiger Baustein in der europapolitischen Bildung junger Menschen. "Durch die Arbeit an einer der 13 verschiedenen Aufgaben begreifen sie Europa als gemeinsames Projekt und entwickeln europäisches Bewusstsein", heißt es in einer Pressemitteilung des Göppinger Landratsamts.
„In Vielfalt geeint.“ Auf dieses Motto der Europäischen Union ging Landrat Edgar Wolff diese Woche bei der Preisverleihung im Hohenstaufensaal des Landratsamts in seiner Begrüßungsrede ein und rief dazu auf, Grenzen – in welcher Form auch immer - zu überwinden, aufeinander zuzugehen, einander zu respektieren und zu akzeptieren.
„Europa (un)limited“, dieses Motto hatte die Schülerinnen und Schüler dazu angeregt, in ihren Werken persönliche Grenzen zu überschreiten, künstlerische Barrieren zu überwinden, aktuelle europäische Ereignisse zu reflektieren, aber auch die EU-Politik kritisch zu beleuchten.
„Europa grenzenlos“, darin sieht Martina Heer vom Kreisverband der überparteilichen und unabhängigen Europa-Union "riesige Chancen": Zum Beispiel könne man bei einem Auslandsstudium, einer Ausbildung oder einem Schulsemester Land und Leute fernab des Tourismus näher kennenlernen und dadurch auch „Grenzen in unseren Köpfen niederreißen.“
Mit dem Raumschiff ins Weltall
Eine Aufgabe lautete: Mission Europa! Stell dir vor, du reist mit einem Raumschiff ins Weltall, um fremden Wesen „Europa“ vorzustellen. Was nimmst du hierfür mit? Mit diesem Aufgabenmodul hatten sich Schülerinnen und Schüler der Friedrich-von-Büren-Grundschule Birenbach, der Grundschule Zell u.A. und der Georg-Thierer-Grundschule in Rechberghausen befasst. Für die zu diesem Thema entstandenen Kunstwerke konnten insgesamt zwölf Ortspreise vergeben werden.
Weitere Aufgabenmodule waren „Über den eigenen Schatten springen“, „Das digitale Ich“, „Migration überschreitet Grenzen“ und „Spreng den Rahmen.“ Mit diesen Themen hatten sich insgesamt 13 Schülerinnen der Uhlandrealschule und des Hohenstaufen-Gymnasiums in Göppingen auseinandergesetzt. Für ihre Bilder erhielten acht Schülerinnen der Uhlandrealschule jeweils einen Ortspreis. Eine Schülerin erhielt zusätzlich noch einen Landespreis.
Auch musikalische Beiträge eingereicht
Die Schülerinnen des Hohenstaufen-Gymnasiums hatten musikalische Beiträge eingereicht. Vier Schülerinnen hatten zum Thema „Spreng den Rahmen“ das Bild „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ von Jan Vermeer ausgesucht und dazu ein Lied vertont. Eine andere Schülerin – ebenfalls vom Hohenstaufen-Gymnasium – animierte mit ihrem Lied „1955“ zum Modul „Über den eigenen Schatten springen“ zum kritischen Nachdenken über den Krieg. Beide Lieder wurden bei der Preisverleihung vorgetragen und ernteten großen Applaus. Alle musikalischen Beiträge wurden mit einem Orts- und auch mit einem Landespreis ausgezeichnet und waren - wie alle vergebenen Landespreise - auch für einen Bundespreis nominiert.
Sichtlich berührt und verdientermaßen stolz waren die Preisträgerinnen und Preisträger, als ihnen Landrat Edgar Wolff die Urkunden und die Preise überreichte. Auch die Schulen und die Lehrer und Lehrerinnen erhielten jeweils eine Urkunde und ein Geschenk, verbunden mit herzlichem Dank für ihr Engagement.
Einen besonderen Dank sprach Landrat Edgar Wolff auch dem Vorstand der Europa-Union im Kreis Göppingen aus, die die Preisverleihung seit vielen Jahren begleitet und mit Preisen unterstützt.
Zum Abschluss erhoben sich alle Anwesenden und stimmten die Europahymne an. Nach einem gemeinsamen Gruppenfoto mit allen Beteiligten und den kommunalen Vertretern, die der Einladung gefolgt waren, freuten sich die Gäste auf ein leckeres Eis und den gemeinsamen Ausklang.
Der Bundespräsident ist Schirmherr
Der Europäische Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, in Baden-Württemberg auch unter der Schirmherrschaft der Ministerin für Kultus, Jugend und Sport. Gefördert wird der Wettbewerb in Deutschland durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Auswärtige Amt und die Kultus- und Senatsverwaltungen der Länder. Für die Organisation auf Bundesebene ist die Europäische Bewegung Deutschland e.V. (EBD) verantwortlich.
Weitergehende Informationen rund um den Europäischen Wettbewerb finden sich unter https://www.europaeischer-wettbewerb.de und http://europa-zentrum.de/ewbw.
