Die personelle Lage an den Alb-Fils-Kliniken spitzt sich zu und führt zu ersten Konsequenzen. So werden am Mittwoch und am Donnerstag dieser Woche keine Patienten mehr aufgenommen, die nicht akut behandlungsbedürftig sind, teilt die Klinikleitung mit. So genannte „elektive Behandlungen“ werden für zwei Tage ausgesetzt.  
Alle geplanten, aber nicht akut notwendigen  Behandlungen wurden abgesagt, die betroffenen Patienten wurden oder werden darüber informiert. Ausnahmen gebe es lediglich bei zeitkritischen Tumorbehandlungen sowie in der Mund-, Kiefer- und plastischen Gesichtschirurgie, so die Klinik. „Die aktuelle Situation, in der ein ganzes Bündel limitierender Faktoren aufeinandertrifft, lässt uns keine andere Wahl“, betont der Kaufmännische Geschäftsführer der Alb-Fils-Kliniken, Wolfgang Schmid.
Zu dem seit längerem bestehenden bundesweiten Fachkräftemangel komme aktuell eine stetige Zunahme an Krankheitstagen in der Belegschaft hinzu: „Das betrifft vor allem die patientennahen Bereiche, also Pflege- und Funktionsdienst sowie den ärztlichen Dienst“, so Schmid. Da auch Pflegeheime, Reha-Kliniken und Arztpraxen im Landkreis zunehmend unter Personalmangel und Krankheitsausfällen leiden, würden zudem vermehrt Patienten in die Alb-Fils-Kliniken überwiesen beziehungsweise kommen selbst in die Notaufnahmen.
Erschwerend komme hinzu, dass derzeit die Liegedauer zunehme. „Unsere Patienten, unabhängig ob an Covid oder an etwas anderem erkrankt, weisen aktuell schwerere Krankheitsverläufe auf und sind dadurch im Schnitt länger in stationärer Behandlung“, erklärt der Medizinische Geschäftsführer Dr. Ingo Hüttner. Dies führe die Kliniken vor allem in der Intensivmedizin nahe an die Kapazitätsgrenze. „Eine Belegschaft, die am Anschlag arbeitet, trifft auf eine steigende Patientenzahl und schwerere Krankheitsverläufe – eine solche Konstellation kann nicht lange abgefedert werden, sondern führt zwangsläufig zu Einschränkungen,“ sagt  Hüttner.
Am Donnerstag soll geprüft werden, ob die Beschränkung weiter beibehalten wird. Die Notaufnahmen in der Klinik am Eichert und in der Helfenstein-Klinik seien nicht betroffen, heißt es: „Notfälle werden natürlich weiterhin vollumfänglich versorgt, allerdings kann es in den Notaufnahmen aufgrund der Personalknappheit zu längeren Wartezeiten kommen“, so die Klinik.