Vor Kurzem hat Wolfgang Baumung die Ehrenamtlichen der Göppinger Vesperkirche zu einer Vorbesprechung eingeladen, hat ein umfangreiches und aufwändiges Hygienekonzept vorgestellt. Denn auch im kommenden Januar soll die wichtige Einrichtung wieder eröffnet werden können. Bereits zum 26. Male werden dann unter der Überschrift „Gemeinsam an einem Tisch“ Menschen sechs Wochen lang in die Stadtkirche eingeladen werden, sie können dort eine gute Mahlzeit aber eben auch Gesellschaft, Nähe erhalten. „Außer der warmen Mahlzeit gibt es auch Nahrung für die Seele in Form einer kleinen Mittagsandacht, die den Menschen auf der Schattenseite des Lebens wieder Mut macht und ihren täglichen Überlebenskampf ein wenig vergessen lässt.“ Jeder darf zu uns kommen“, bekräftigt Baumung. „Jung und Alt, mit dickem und dünnem Geldbeutel, Glückspilze und Pechvögel, mit und ohne Arbeit, süchtig und sehnsüchtig, mit oder ohne festen Wohnsitz, in der Vesperkirche treffen sie einander an einem Ort des Respekts und der Toleranz“, betont der Leiter des Hauses Linde, der die Aktion organisiert. „Fröhliche und Niedergeschlagene, einsame Menschen sitzen zusammen, erleben Gemeinschaft.“

Vesperkirche soll Signal setzen

In diesem Jahr hatte die Vesperkirche nur rudimentär stattfinden können. Essen gab es nur zum Mitnehmen. „Trotz der schwierigen Bedingungen hat der Gästezulauf aber gezeigt, wie wichtig diese Aktion für viele Menschen ist“, betont Baumung.
In den Jahren vor der Pandemie seien durchschnittlich 180 Gäste jeden Tag in die Stadtkirche gekommen. Die hohe Zahl sei „sicherlich auch ein Zeichen für die zunehmende Armut in unserer Gesellschaft und so ist es kein Wunder, dass unter den Gästen viele ältere Mitmenschen, Alleinerziehende mit ihren Kindern und Arbeitslose zu finden sind“. Die Vesperkirche wolle hier „ein Signal setzen und Menschen aus dem Landkreis mit wenig Geld in den Blick nehmen und so bewusst machen, dass immer mehr Menschen am gesellschaftlichen Leben nicht mehr teilnehmen können, weil ihnen das Geld dazu fehlt.“

Vesperkirche in der Stadtkirche

Im kommenden Jahr wird die Vesperkirche einmal mehr unter dem Eindruck der Pandemie stehen. Der Gesundheitsschutz für alle Gäste, aber auch für das Ehrenamtlichen-Team, das rund 70 Mitarbeitende umfasst, stehe an oberster Stelle. Es wird für alle Geimpften und Genesenen also eine Vesperkirche in der Stadtkirche geben. Für alle anderen besteht die Möglichkeit, Essen mit nach Hause nehmen.
Die Aktion wird ausschließlich aus Spenden finanziert und zum weitaus größten Teil ehrenamtlich geleistet. Weit mehr als 50 000 Euro sind in jedem Jahr aufzubringen.

Info Dieses Projekt ist eines von zahlreichen regionalen Initiativen, die von der NWZ-Aktion „Gute Taten“ unterstützt werden. Eine Übersicht finden Sie auf www.gutetaten-nwz.de.

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