Natur in Göppingen
: Über 11.000 Stadtbäume im Trockenstress: Warum kurzer Regen nicht ausreicht

Die anhaltende Hitze und der ausbleibende Niederschlag setzen den Stadtbäumen in Göppingen erheblich zu. Seit Juni herrschen hohe Temperaturen bei gleichzeitig sehr geringen Regenmengen – eine Belastung, die sich insbesondere im dicht bebauten Stadtgebiet deutlich stärker auswirkt als im Wald oder auf Wiesen.
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red/frf
Göppingen
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Trockenheit macht den Bäumen im Göppinger Stadtgebiet schwer zu schaffen.

Trockenheit macht den Bäumen im Göppinger Stadtgebiet schwer zu schaffen. Sie werfen Blätter ab, um sich zu schützen.

Stadt Göppingen
  • Anhaltende Hitze und wenig Regen setzen Göppingens Stadtbäumen stark zu.
  • Straßenbäume leiden stärker – Wärmeinseleffekt und enge Wurzelräume verschärfen Stress.
  • Stadt pflegt über 11.000 Bäume, entfernt Totholz und setzt auf klimaresiliente Arten.
  • Schwerpunkt: Jungbäume erhalten gezielte Bewässerung nach Standjahren und Bedarf.
  • Kurze Regenschauer reichten nicht: Viel verdunstete, Spätfolgen wie Totholz werden erwartet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In Städten heizen sich Asphalt, Pflasterflächen und Gebäude stark auf und geben die gespeicherte Wärme auch nachts wieder an die Umgebung ab. Fachleute sprechen vom sogenannten städtischen Wärmeinseleffekt. Dadurch stehen Straßenbäume unter deutlich größerem Hitzestress als Bäume im Wald. Hinzu kommt, dass viele Straßenbäume nur über beengte Wurzelräume verfügen, in denen vergleichsweise wenig Wasser gespeichert werden kann. Bäume in größeren Grünanlagen wie der Mörikeanlage haben dagegen bessere Voraussetzungen, da sich ihre Wurzeln freier ausbreiten können und der natürliche Bodenwasserhaushalt dort teilweise noch erhalten ist.

„Stadtbäume sind wichtige Schattenspender, Luftfilter und natürliche Klimaanlagen unserer Stadt. Umso wichtiger ist es, ihre Überlebensfähigkeit langfristig zu sichern“, betont Dr. Alexander Land, Leiter der städtischen Abteilung für Grünflächen, in einer Pressemitteilung der Stadt Göppingen.

Der Fokus liegt auf den Jungbäumen

Bereits im Juni haben die meisten Stadtbäume ihr Wachstum stark reduziert oder vollständig eingestellt. Um Wasser zu sparen, schließen sie ihre Blattöffnungen. Dadurch nehmen sie gleichzeitig weniger Kohlendioxid auf und produzieren weniger Zucker als Energielieferant. Die Folgen sind braune Blätter, frühzeitiger Blattabwurf und ein insgesamt geschwächter Zustand – eine Überlebensstrategie, mit der die Bäume auf den Wassermangel reagieren.

Die Stadt Göppingen betreut mehr als 11.000 Stadtbäume und arbeitet kontinuierlich daran, deren Vitalität und Verkehrssicherheit zu erhalten. Dazu gehören regelmäßige Kontrollen sowie die Entfernung von Totästen und anderem abgestorbenen Holz. Bereits vor einigen Jahren hat die Stadt begonnen, verstärkt klimaresiliente Baumarten zu pflanzen. Dennoch ist es weder personell noch finanziell möglich, sämtliche Stadtbäume regelmäßig zu bewässern. Der Schwerpunkt liegt deshalb auf der fachgerechten Versorgung neu gepflanzter Jungbäume.

Gerade in den ersten fünf Standjahren entscheidet eine ausreichende Wasserversorgung darüber, ob sich ein Baum dauerhaft etablieren kann. Während der ersten ein bis zwei Vegetationsperioden sollten Jungbäume gegossen werden. Wichtig ist dabei, das Wasser langsam auszubringen, damit es tief in den Wurzelballen eindringen und den gesamten Wurzelbereich durchfeuchten kann. Ab dem dritten bis zum fünften Standjahr wird seltener, dafür deutlich intensiver bewässert.

Der Regen hat nicht gereicht

Viele Bürgerinnen und Bürger fragen sich, weshalb die vereinzelten Regenschauer der vergangenen Wochen die Situation nicht verbessert haben. Die Antwort ist eindeutig: Die Niederschlagsmengen waren zu gering. Auf den vollständig ausgetrockneten Böden konnte zwar ein Teil des Wassers versickern, durch die anhaltend hohen Temperaturen verdunstete jedoch ein erheblicher Anteil kurz darauf wieder. Für eine nachhaltige Wasserversorgung der Bäume reichte das nicht aus.

Die Folgen der Hitzeperiode werden sich voraussichtlich erst in den kommenden Jahren vollständig zeigen. Die Stadt rechnet damit, dass vermehrt Bäume absterben oder als Spätfolge zunehmend Totholz bilden werden. Umso wichtiger ist eine konsequente Pflege des städtischen Baumbestands.