Hermann Seimetz ist in in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch gestorben. Der Ehrenbürger von Donzdorf wurde 84 Jahre alt. Der ehemalige Rektor der Messelbergschule und CDU-Landtagsabgeordnete hat das politische, gesellschaftliche Leben im Lautertal und im Landkreis in seiner aktiven Zeit und in den Jahren danach geprägt. Der Donzdorfer gehörte zu den einflussreichen Menschen, die nicht immer politisch in der ersten Reihe  standen, aber an vielen Fäden ziehen konnten. Seimetz unterstützte Mitbürger, die ihn um Hilfe und Rat baten. Diese Einschätzung bestätigt der  CDU-Kreisverband in seiner Würdigung des Verstorbenen: „Eine seiner schönsten Auszeichnungen dürfte für den vielfach Dekorierten gewesen sein, wenn man auf Ämtern nicht mehr weiter wusste und den Rat hörte: ‚Geht zum Seimetz, der ist für die Leute da‘.“
Aber auch seine Heimatstadt profitierte vom Engagement  des Gemeinderats (1975 bis 1992) und Politikers. „Hermann Seimetz hat sich für die Stadt Donzdorf in außergewöhnlicher Weise verdient gemacht“, stellt Bürgermeister Martin Stölzle im Nachruf fest. Seimetz hat die Entwicklung der Schullandschaft wesentlich mitgeprägt. Er habe schon als „Konrektor der Messelbergschule Rektor lernen können“, sagte Erich Ege vor einem Jahr, als er in den Ruhestand ging. Ege und davor Franz Escher hatten die Schule geführt, während Seimetz als Politiker immer wieder abwesend war, zum Beispiel im Landtag.
Aktiv blieb Seimetz auch im Ruhestand. So hat er Gemeinden bei der  Schulentwicklung beraten, auch seine Partei hat profitiert: „Die CDU im Kreis Göppingen trauert um Hermann Seimetz, der bis zuletzt wichtiger Ratgeber gewesen war“, so der Kreisverband zur Nachricht vom Tod seines Ehrenvorsitzenden.
Seimetz, der Eisendreher gelernt hatte und an der PH Weingarten ein Studium zum Lehrer absolvierte, vertrat von 1980 bis 2006 den Wahlkreis Geislingen im Landtag. 1992 wurde er stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion. „Der CDU-Kreisverband verliert mit ihm ein politisches Urgestein und einen klugen Ratgeber, wir sind sehr traurig und verneigen uns vor seiner politischen Lebensleistung“, erklären der Vorsitzende und die Ehrenvorsitzende im Kreis, Kai Steffen Meier und Nicole Razavi. Die Salacherin ist Nachfolgerin von Seimetz im Wahlkreis.
Für den Verstorbenen sei die CDU wichtiger Teil des Lebens gewesen. „Seine Meinung hatte bis zuletzt großes Gewicht. Wir werden seine Stimme und auch seinen Humor schmerzlich vermissen“, erklärt Meier: „Hermann Seimetz war eine starke Persönlichkeit und tief verwurzelt in der katholischen Soziallehre, der die Mischung aus einer starken Wertehaltung mit der Liebe zu den Menschen, Überzeugungskraft und Gottvertrauen verband.“
Der Weg zur CDU war Seimetz, dem Sohn eines Bergmanns, nicht in die Wiege gelegt. Kurz nach seiner Geburt in der Nähe von Trier siedelte die neunköpfige Familie in die Geislinger Bergarbeitersiedlung um; „sozialdemokratisch ist noch harmlos ausgedrückt“, erinnerte sich Seimetz einmal. Doch Seimetz war auch katholisch. Jeden Sonntag sei die Familie in die Kirche gepilgert, wusste er zu erzählen.

Einen Schultypus miterfunden

Ab 1979 war Seimetz dann Rektor der Messelbergschule. Bei seinem Abschied von der Schule im Jahre 2001 war sie Haupt- und Werkrealschule. Ein Schultypus, der auf die maßgebliche Initiative von Seimetz zurückgeht. Zusammen mit dem damaligen Kultusminister Mayer-Vorfelder hatte er sie Anfang der neunziger Jahre auf den Weg gebracht. Dies war auch der Beginn der „MV-Wanderungen“, bei denen Seimetz, Mayer-Vorfelder und weitere CDU-Prominenz Jahr für Jahr das Lautertal erwanderten.
Der Träger des Bundesverdienstkreuzes und des Verdienstordens des Landes war von 1981 bis 1997 Vorsitzender der Kreis-CDU. „Der Wahlkreis und die CDU haben Hermann Seimetz sehr viel zu verdanken“, sagt Razavi.
Hermann Seimetz, der eine Ehefrau, drei Töchter und vier Enkelkinder hinterlässt, wird am kommenden Mittwoch, 3. August, in Donzdorf beigesetzt. Das Requiem in der Martinuskirche beginnt  um 13 Uhr.