Musical „Der Boßler ruft“ begeistert
: Gänsehaut-Atmosphäre auf dem „Schicksalsberg“

Die EHL-Band leistet mit der musikalischen Persiflage „Der Boßler ruft“ ihren Beitrag zum 100-jährigen Bestehen des Naturfreundehauses Boßler. Viel Beifall der 400 Besucher.
Von
SWP
Gruibingen
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Rund 400 Besucherinnen und Besucher sind dem „Ruf des Boßler“ gefolgt.

Veranstalter

„Zugegeben, im Vergleich zum Watzmann fehlen dem Boßler ein paar Höhenmeter“, schreibt Martin Pflüger, der neue Vorsitzende der Göppinger Naturfreunde, in seiner Pressemitteilung. „Was die EHL-Band am vergangenen Samstag auf dem Gruibinger Hausberg zelebriert hat, war allerdings nicht weniger groß als das bekannte Rustikal von Wolfgang Ambros über den legendären Alpenriesen“, glaubt Pflüger. Vermittelt wurde der Auftritt durch Michael Baron vom Bad Boller Bürgertreff (BoB), wo die EHL-Band in der Vergangenheit schon mehrfach zu Gast war.

Vor drei Jahren hatte Frontmann Edgar-Heinz-Ludwig (Zinnöcker) das bekannte Stück „Der Watzmann ruft“ ins Schwäbische übersetzt, in „Der Boßler ruft“ umgetauft und mit seiner Band im Bürgerhaus in Ebersbach-Weiler uraufgeführt. Das Alb-Musical erlebte jetzt dennoch eine gleich doppelte Premiere. Erstmals wurde das Epos unter freiem Himmel präsentiert – und dann auch noch vor der passenden Naturkulisse am Originalschauplatz.

Das Boßlerhaus und der angrenzende Wald bildeten das entsprechende Amphitheater-Ambiente, in dem es sich das Publikum gut gehen lassen konnte. Rund 400 Besucherinnen und Besucher hatten den Fußmarsch auf den „Schicksalsberg“ in Angriff genommen oder den Shuttlebus genutzt, um dem Open-Air-Spektakel beizuwohnen.

Tirol auf die Alb versetzt

Die EHL-Band – neben dem Austro-Schwaben Edgar-Heinz-Ludwig gehören der Gitarrist Harry Seeger sowie Peter Funk an Kontrabass und Percussion dem Trio an – stimmte mit österreichischen Rocksongs und Balladen auf das Highlight des Abends ein. Und als die Dämmerung einsetzte, war es schließlich so weit: „Der Alb-Bauer, die Knechte, die Mägde und „dr Bua“ sorgten mit ihren (Zwischen-)Texten und Liedern für anhaltendes Staunen, unzählige Lacher sowie – immer wieder – für Gänsehautatmosphäre“, liest man in der Pressemitteilung. Da wurde aus dem tirolerischen „weggengn“ das schwäbische „drvoagoa“, aus dem ikonischen „Hollaröhdulliöh“ ein derbes „Heidasacknoamol“ und aus dem „Watzmann“ immer wieder der „Boßler“. Edgar-Heinz-Ludwig und seine Kollegen übernahmen fast alle Rollen selbst, brauchten allerdings einmal personelle Unterstützung. Martin Pflüger schlüpfte ins Kostüm und in die Rolle der „Gaildorferin“ (im Original die Gailtalerin).

„Permanentes Gelächter, langer Zwischenapplaus, tosender Schlussbeifall und lautstarke Zugabe-Forderungen machten deutlich, dass die EHL-Band den Nerv des Publikums getroffen hatte“, heißt es in der Bilanz des Abends. Und die drei Musiker freuten sich, „dass ihr Epos mit dem 100-jährigen Bestehen des Boßlerhauses direkt vor Ort (endlich) den passenden Rahmen gefunden hatte“. Eine Wiederholung, vielleicht schon im nächsten Jahr, scheint gut möglich.

Alphörner und Quetschkommode am Wochenende auf dem Boßler

Sommerfest Der Jubiläumsreigen „100 Jahre Naturfreundehaus Boßler“ geht bereits am 29./30. Juli weiter. Das Sommerfest der Göppinger Naturfreunde beginnt am Samstag um 12 Uhr und am Sonntag um 10 Uhr. Es wird unter anderem Kistenklettern und ein Rasenskirennen angeboten. An beiden Sommerfesttagen führt die Gruibinger Jugendfeuerwehr beim Boßlerhaus Schau-Löschangriffe durch. Ebenso sorgen Luis an der Quetschkommode und die Alphornbläser aus Burladingen an beiden Tagen für Musik. Am Samstag spielt um 14 Uhr außerdem der Musikverein Gruibingen auf. Am Sonntag um 14 Uhr gibt es einen festlichen Gottesdienst mit der Gruibinger Pfarrerin Yasna Crüsemann und dem Cyriakus-Chor Bad Boll.