Moserhof in Süßen: Auf den Spuren nachhaltiger Landwirtschaft

Rainer Färber erklärt die Kreislaufwirtschaft auf dem Moserhof.
Iris Ruoss- Führung auf dem Moserhof in Süßen: Fokus auf nachhaltige Kreislaufwirtschaft.
- 420 Fleckvieh liefern Milch und Fleisch, 170 Kühe melkt ein Roboter.
- Kälber wachsen in Gruppen auf, Futter kommt komplett von eigenen Flächen.
- Gülle speist die Biogasanlage – Strom teils fürs Hofnetz, Rest wird eingespeist.
- Bullenkälber gehen mit acht Wochen in Mast; Preis liegt bei 1000 Euro.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Katholische Erwachsenenbildung Göppingen hat eine Führung auf dem Moserhof organisiert. „Kühe sind unsere Leidenschaft“, sagt Rainer Färber, der den 1960 gegründeten Betrieb bereits in dritter Generation führt. Nachhaltigkeit wird groß geschrieben. Rund 420 Rinder der Rasse Fleckvieh stehen in den Stallungen. „Als Zweinutzungstiere liefern sie Milch und Fleisch“, erklärt Färber. Der Nachwuchs ist neugierig und keineswegs scheu. Die Kälber werden von den Mutterkühen getrennt in Gruppenhaltung aufgezogen.

Landwirt Färber setzt auf reine Stallhaltung, die Ställe sind großzügig bemessen und gut belüftet. Das komplette Futter stammt von den eigenen Wiesen und Äckern. Im 2020 gebauten Stall wrden die Kälber in Gruppen gehalten.
Iris RuossDie Fragen der Besucher beantwortete der Landwirt umfassend. Bis zu 15 Liter Milch pro Tag trinken die Kleinen, werden im Alter von acht Wochen langsam an die Aufnahme von Gras- und Maissilage herangeführt. Färber setzt auf reine Stallhaltung, die Ställe sind großzügig bemessen und gut belüftet. Das komplette Futter stammt von den eigenen Wiesen und Äckern. Der Milchviehbetrieb braucht natürlich weiblichen Nachwuchs, es sind aber auch kleine Bullen dabei. „Bei uns wird künstlich besamt“, erklärt Färber und erklärt, dass man die Genetik dabei fest im Blick hat, durch gezielte Verpaarung etwa Größe, Milchleistung und Geschlecht gesteuert werden können. So gebe es selten eine Überraschung beim Geschlecht der Kälber. Rund ein Drittel des weiblichen Nachwuchses bleibt auf dem Hof, die Bullenkälber werden mit acht Wochen an Mastbetriebe verkauft. „Mit 1000 Euro ist der Preis für Bullenkälber derzeit auf einem Allzeithoch“, freut sich Färber. Weiter geht es zu den Milchkühen, im Laufstall haben sie Bewegungsfreiheit, gemolken werden die 170 Tiere vollautomatisch mittels Melkroboter, bis zu 30 Liter Milch gibt eine Kuh pro Tag.
Bis zu 30 Liter Milch gibt eine Kuh pro Tag
Und schon geht es los, die ersten Kühe marschieren selbstständig zum Melkstand, der Roboter erfasst alle auf dem Chip gespeicherten Daten, gibt Auskunft über Milchmenge und Gesundheitszustand. Noch hängt das frühere Melkgeschirr im Stall. „Als Backup, falls es einen Ausfall beim Melkroboter gibt“, erklärt Färber. Im Schnitt bekommen die Kühe vier Kälber, wenn der Milchfluss nachlässt, werden sie geschlachtet und zu Fleisch und Wurst verarbeitet. Rund 20.000 Liter Gülle fallen pro Tag an, die Gülle wird in der hofeigenen Biogasanlage zur Stromgewinnung genutzt. „Wir nutzen einen Teil des Stroms selbst, der Rest wird eingespeist“, erklärt der Landwirt. Die Gülle wird als Dünger auf den Wiesen und Feldern ausgebracht. Der Moserhof betreibt eine perfekte Kreislaufwirtschaft. Ein weiteres Standbein ist der Hofladen. Ins Jahr sei man gut gestartet, durch die Silagewirtschaft sei ausreichend Futter vorhanden. „Knapp könnte es frühestens im kommenden Jahr werden“, so Färber. Seine Lehre aus der diesjährigen Dürre: „Wir werden wieder mehr Reserven anlegen.“ Wenn man die Futtersituation der gesamten Republik betrachte, sei man immer noch gut aufgestellt, denn die Trockenheit habe nicht alle Landesteile gleichermaßen stark getroffen. „Futterzukauf ist möglich", sagt Färber.
