Es war ein optisches wie akustisches Feuerwerk, das da am Sonntagabend in der Göppinger Stadthalle Göppingen gezündet wurde. Nach drei Jahren Pause wegen der Corona-Pandemie konnte endlich wieder ein Auftaktkonzert der NWZ-Aktion „Gute Taten“ stattfinden. Die musikalischen Stars des Abends waren die Lumberjack Bigband unter der Leitung von Alexander Eissele, der Sänger Kai Podack und die A-cappella-Gruppe „Die Füenf“, deren Mitglied Podack ebenfalls ist.
Mit der Aktion „Gute Taten“, der größten Spendenaktion im Landkreis Göppingen, sollen diesmal 36 soziale Projekte und Organisationen unterstützt werden, die sich unter anderem um Bildung und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen kümmern, deren Familien auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind.
Das Motto des Auftaktkonzerts am Sonntag lautete „Lachend unterm Weihnachtsbaum“. Eingeläutet wurde der Abend mit dem Stück „Winter Games“, der Hymne der Olympischen Winterspiele in Lake Placid (USA) im Jahr 1980. Es folgten eine Reihe bekannter Weihnachts- und Wintersongs, bei der die „gnadenlos geile Bigband“ den Sänger Kai Podack begleitete. Für ihn war es ein Reigen „superschöner Lieder, mit denen ich viel verbinde“. Um die Stimmung zu heben, die nach der langen Corona-Zwangspause ohnehin innerhalb weniger Sekunden von null auf hundert hochschnellte, um dort dann fast drei Stunden zu verharren, schneite es bei „Let it Snow“ Glitzerschnee vom Bühnenhimmel.
Kai Podack und die Lumberjack Bigband machen seit nunmehr acht Jahren gemeinsame Sache – und haben jedes Mal sicht- und hörbar jede Menge Spaß miteinander. Und manchmal braucht’s eben wirklich nur einen Abend, um zu erkennen „What a difference a day makes“. Kai Podack sang den Titel, bevor er dann feststellte: „Egal ob in New York …“. Wobei dieser Abend tatsächlich eine Besonderheit aufwies – von der begeisternden musikalischen Darbietung abgesehen. Es gab gleich zwei Zugaben. Die erste mit „Oh Tannenbaum“ am Ende des ersten Sets. Zunächst besinnlich mit dem Publikum nach deutscher Weihnachtsart gesungen, gingen Podack und die Lumberjacker dann zu einer Jazz-Version über. Und die hatte es in sich. „Oh Tannenbaum“ in ganz neuer Interpretation im neuen Arrangement – sozusagen in einem neuen Mäntelchen. Und das Ganze hinterlegt und untermalt mit der Lichttechnik von Robin Krämer – mal in Rudolph-Red-Nose-Rot, begleitet von Grinch-Grün, dazu die Reflexionen einer riesigen Diskokugel an der Decke. Wäre der Saal nicht bestuhlt gewesen, wäre wohl bis zum Schluss getanzt worden.
Die Wünsche, die NWZ-Redaktionsleiter Helge Thiele zu Konzertbeginn geäußert hatte, erfüllten sich. Er bat erstens darum, den Gedanken der Gute-Taten-Aktion weiterzutragen und forderte die Besucherinnen und Besucher auf: „Genießen Sie diesen Abend.“ Dafür sorgte schon die Musik.
Der zweite Teil des Konzerts gehörte der Gruppe „Füenf“, die sonst A cappella singt, dieses Mal aber von der Bigband begleitet wurde. Eine interessante Kombination, wenn dadurch leider auch die ironisch-sarkastischen Texte des Quintetts in einigen Details untergingen. Allerdings war Kai Podacks Liebeshymne an seinen Thermomix unmissverständlich. Die Gründe: „Weil er beim Mixen sexy ist, weil er jeden Tag meine Frau beglückt.“
Für die seit 27 Jahren bestehende A-cappella-Gruppe war der Abend Teil eines zwei Jahre währenden Abschieds. Im September 2024 findet im Theaterhaus Stuttgart das Schlusskonzert statt. Bis dahin gibt es aber eine Menge Möglichkeiten, die Gruppe noch einmal zu sehen und vor allem zu hören. Um sich von „Memphis“ – die Ensemble-Mitglieder haben sich alle Spitznamen gegeben – dann mal wieder richtig bei „Aeroporte, Aeroporte, Seguridad“ in Urlaubsstimmung versetzen zu lassen. 
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