Lebensmittelretter im Landkreis Göppingen: Vieles fliegt aus dem Regal

Verena Manz (links) und ihre Uhinger Mitstreiterinnen Heidi Hönes (rechts) sowie Sabine Wenzel haben im Uhinger Rathaus bei Bürgermeister Matthias Wittlinger für das Retten von Lebensmitteln geworben und den Verein Free Food vorgestellt.
Stadt Uhingen- Der Verein Free Food rettet abgelaufene, aber essbare Lebensmittel im Landkreis Göppingen.
- Bürgermeister Matthias Wittlinger unterstützt die Initiative gegen Lebensmittelverschwendung.
- 18 Millionen Tonnen genießbare Lebensmittel landen jährlich in Deutschland im Müll.
- Free Food arbeitet mit Supermärkten und Bäckern zusammen, um aussortierte Ware zu verteilen.
- Interessierte können sich über WhatsApp-Gruppen oder die Webseite von Free Food informieren.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Zwei Kisten voll mit Lebensmitteln – Schokolade, Chips, Nudeln und vieles mehr – haben kürzlich den Weg ins Uhinger Rathaus gefunden. Verena Manz und die beiden Uhingerinnen Heidi Hönes sowie Sabine Wenzel vom Verein FreeFood brachten die Kisten kürzlich zur Stadtverwaltung, um zu zeigen, wie viele Lebensmittel ohne das Bestreben der Vereinsmitglieder im Müll landen würde. „Und das, obwohl sie noch genießbar sind“, betont Verena Manz, die die Aktivitäten der Lebensmittelretterinnen und -retter im Landkreis Göppingen koordiniert, in einer Mitteilung der Stadtverwaltung Uhingen.
Im Gespräch mit Bürgermeister Matthias Wittlinger machte Verena Manz deutlich, was zur Lebensmittelverschwendung beiträgt: der Begriff Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Er ist nicht nur ein Wort-Ungetüm, sondern auch Grund, wieso es zur Lebensmittelverschwendung in Deutschland kommt. „Mit Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums werden die Lebensmittel nicht auf ein Mal ungenießbar“, weiß auch Matthias Wittlinger. Das MHD biete lediglich den Firmen eine Sicherheit gegenüber Regressansprüchen. Wenn das MHD abgelaufen sei, könne unkompliziert die Haltbarkeit von Lebensmitteln überprüft werden: „Riechen, etwas probieren und bei Obst und Gemüse vorhandene Druckstellen wegschneiden“, ergänzt Verena Manz.
Lebensmittel werden bei Sortimentswechsel ausgemustert
Sie und ihre etwa 90 Mitstreiterinnen und Mitstreiter im Landkreis Göppingen, darunter auch einige engagierte Frauen und Männer aus Uhingen, erhalten von Lebensmittelmärkten oder Bäckern Essbares, das zu gut für den Müll wäre. Dabei ist nicht immer das MHD abgelaufen, berichtet Verena Manz. „Wenn ein Hersteller beispielsweise ein neues Design der Verpackung hat, werden die vorhandenen Produkte aus dem Sortiment genommen – und landen bei uns“, erklärt die engagierte junge Frau. Besonders auffällig wird die Lebensmittelverschwendung aber nach den süßen Oster- und Weihnachtsfeiertagen. Die heiß begehrten Schoko-Osterhasen, Schoko-Eier, Schoko-Nikoläuse und Co. finden schlagartig nach den Feiertagen keine Abnehmer mehr.
Dann melden sich die Betriebe bei Verena Manz und den anderen Lebensmittelrettern von Free Food oder bei der Initiative Foodsharing. „Wir sehen uns nicht als Konkurrenz, sondern haben gemeinsam das Ziel, etwas gegen die Lebensmittelverschwendung zu unternehmen“, erklärt Verena Manz.
Das ist auch Anliegen von Uhingens Bürgermeister Matthias Wittlinger, der nach Unterstützungsmöglichkeiten durch die Stadt fragt. Aufgrund geltender Vorschriften bei Lebensmitteln sind die Möglichkeiten für Uhingen als Kommune allerdings gering. „Uns hilft es, auf das Thema aufmerksam zu machen und Initiativen wie Free Food, Foodsharing und die Tafeln zu unterstützen“, zeigt sich Verena Manz für das Treffen dankbar. „Auf der einen Seite gibt es so viele noch zum Verzehr geeignete Lebensmittel, die im Müll landen“, stellt Matthias Wittlinger fest, „und auf der anderen Seite Menschen, die hungrig schlafen gehen müssen.“
Lebensmittel verschwenden? Lebensmittel retten!
Pro Jahr landen 18 Millionen Tonnen noch genießbare Lebensmittel in Deutschland im Müll. Ursprünglich wurde Free Food in Gerlingen (Landkreis Ludwigsburg) gegründet, um etwas gegen diese Verschwendung zu unternehmen. Seit dem Jahr 2022 gibt es die Initiative auch im Kreis Göppingen.
Werden Lebensmittel gerettet, kann auch ein Beitrag gegen die Erderwärmung geleistet werden. Denn Produktion, Verarbeitung, Lagerung und Transport verbrauchen wertvolle Ressourcen.
Wer ebenfalls Lebensmittel retten will, kann sich über WhatsApp-Gruppen hierzu bei Free Food anmelden: Es gibt drei unterschiedliche Gruppen – Uhingen und Umgebung; Eislingen und Umgebung; Geislingen und Umgebung. Weitere Infos gibt es auf https://www.freefood-ev-goeppingen.de/ im Internet.
