Werner Stöckle ist tot
: Kreis Göppingen trauert um langjährigen FW-Kreisrat und Wangens ehemaligen Bürgermeister

Kommunalpolitiker im Landkreis trauern um ihren Kollegen Werner Stöckle. Der langjährige Kreisrat der Freien Wähler und ehemalige Bürgermeister von Wangen starb nach schwerer Krankheit im Alter von 74 Jahren.
Von
Joa Schmid
Kreis Göppingen
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Werner Stöckle ist tot. Der langjährige Kreisrat der Freien Wähler und ehemalige Bürgermeister von Wangen starb im Alter von 73 Jahren.

FW

Dass Werner Stöckle schwer krank war, wurde spätestens klar, als der Kommunalpolitiker im Dezember vergangenen Jahres seine Ämter im Kreis und in der Region niederlegte. Damit ging eine lange kommunalpolitische Laufbahn zu Ende. Der Vollblutpolitiker aus Wangen wurde aus dem Göppinger Kreistag verabschiedet und schied aus der Stuttgarter Regionalversammlung aus. Für den vorzeitigen Verzicht auf den Sitz in den beiden Gremien nannte der Wangener gesundheitliche Gründe. Dennoch kam die traurige Nachricht für viele, die ihn kannten und schätzten, überraschend.

Der Göppinger Landrat Edgar Wolff zeigt sich bestürzt

Auch der Göppinger Landrat Edgar Wolff zeigt sich tief betroffen über den Tod des langjährigen Kreistagsmitglieds und Vorsitzenden der Kreistagsfraktion der Freien Wähler sowie ehemaligen Bürgermeisters von Wangen. „Wir verlieren mit Werner Stöckle ein kommunal-, kreis- und regionalpolitisches Urgestein“, würdigt der Chef der Kreisverwaltung das Engagement des Politikers.

Werner Stöckle war von 1978 bis 2010 Bürgermeister der Gemeinde Wangen. Seit 1989 war er Mitglied im Göppinger Kreistag, seit 1999 als Fraktionschef der Freien Wähler.

„Werner Stöckle wird uns mit seinem herausragenden Engagement, mit seinem Weitblick und seinem analytischen Sachverstand sehr fehlen“, betont Landrat Wolff. Der Kommunalpolitiker, der auch Aufsichtsratschef der Raiffeisenbank in Wangen war,  habe sich in besonderer Weise um das Wohl der Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Göppingen verdient gemacht.  „Ich habe die Begegnungen mit ihm sehr geschätzt. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie.“

Freie Wähler: Ein schmerzlicher Verlust für unsere Fraktion

In der letzten Sitzung vor Weihnachten hat der Landrat Werner Stöckle nach fast 35-jähriger ununterbrochener Zugehörigkeit aus dem Kreistag verabschiedet. „Während dieser langen Zeit war er allein 25 Jahre Vorsitzender unserer Fraktion“, erinnert sich der Boller Bürgermeister Rudi Bührle, sein Nachfolger in dieser Funktion. Der Eintritt von Werner Stöckle in den kommunalpolitischen Ruhestand sei  für die Kreistagsfraktion der Freien Wähler eine Zäsur gewesen, so Bührle. „Wir alle haben gehofft, dass es ihm bald wieder besser gehen wird. Leider müssen wir nun für immer von ihm Abschied nehmen.“

Sein völlig unerwarteter Tod sei für die Freien Wähler im Landkreis ein schmerzlicher Verlust. „Wir verlieren mit ihm einen erfahrenen und leidenschaftlichen Kommunalpolitiker, treuen Wegbegleiter und wertvollen Menschen“, erklärt Bührle weiter.  Stöckle werde der kommunalen Familie im Landkreis sehr fehlen. „Unsere herzliche Anteilnahme und unser tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Ehefrau Christa und seiner ganzen Familie.“ Auch der langjährige Kreistags-Kollege der Freien Wähler und ehemalige Bürgermeister von Rechberghausen, Reiner Ruf, zeigte sich bestürzt. „Als aktive Nachbarbürgermeister von Wangen und Rechberghausen in über drei Jahrzehnten  waren wir uns über unsere gemeinsamen Aufgaben hinaus auch persönlich verbunden“, erinnert sich Ruf an die gemeinsame Zeit. Dazu kam seit 1989 die gemeinsame Zusammenarbeit im Kreistag, einige Jahre auch im Verband der Region Stuttgart. „Mit seinen vielfältigen Kenntnissen, seiner Disziplin und seiner ausgleichenden menschlichen Art hinterlässt er eine große Lücke.“

Gerne blickt Reiner Ruf auch „auf die früher intensiveren freundschaftlichen Kontakte mit der Familie von Werner Stöckle und unseren Kindern zurück“. Der ehemalige Rechberghäuser Bürgermeister und Fraktionskollege spricht für viele, die den Kommunalpolitiker aus Wangen gekannt und geschätzt haben: „Werner Stöckle hat für die Gemeinschaft sehr viel geleistet.“ Ihn schmerze es sehr, für ihn und für Werner Stöckles Familie, dass er jetzt so kurzfristig aus dem Leben schied.

Im Alter von 28 Jahren erstmals Bürgermeister

Die Karriere von Werner Stöckle war beeindruckend. Im Alter von 28 Jahren wurde Werner Stöckle 1978 zum ersten Mal zum Wangener Bürgermeister gewählt. Dieses Amt übte er rekordverdächtige 32 Jahre lang aus, darüber hinaus engagierte er sich beim Gemeindetag Baden-Württemberg. Im Jahr 2010 trat der zuvor stets unangefochten wiedergewählte Wangener Schultes im Alter von 60 Jahren zur Überraschung vieler Gemeinderäte und politischer Weggefährten nicht mehr an. Als Grund für diese Entscheidung gab er damals persönliche Überlegungen an: „In meinen 32 Jahren als Bürgermeister habe ich keine gesundheitlichen Probleme gehabt, doch das ist nicht selbstverständlich.“

Das Engagement in der Kommunalpolitik ging aber weiter. Denn dem Kreistag in Göppingen und der Regionalversammlung in Stuttgart gehörte er für die Freien Wähler weiterhin an und setzte in beiden Gremien Akzente.