Kunstpreis auf Schloss Filseck: Werke voller Kraft und Schönheit

Den Hauptpreis mit 2000 Euro gewann Sandra Rau vom Kunstverein Kirchheim Teck mit ihrem Werk „Burdock Symphony“. Das Foto zeigt die Preisübergabe mit Dr. Hariolf Teufel (links) und Reiner Ruf.
Giacinto CarlucciUnter dem Thema „Blumen! Lass die Kunst erblühen“ war in diesem Jahr der 2. Kunstpreis der Schloss-Filseck-Stiftung der Kreissparkasse Göppingen und des Vereins Förderkreis Schloss Filseck ausgeschrieben worden. Verliehen wurde der „Preis für Kunst aus Lust und Freude“ bei der Vernissage am Sonntag im Staufer-Saal auf Schloss Filseck. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher waren gekommen, um einen vielfältigen und künstlerisch sehr differenzierten Strauß von Kunstwerken mit Blumenmotiven zu genießen.
"Kunst ist Nahrung der Seele"
Der Vorsitzende des Förderkreises Filseck, Reiner Ruf, bedankte sich beim Schirmherrn, Landrat Edgar Wolff, bei den Künstlerinnen und Künstlern sowie bei den Jurymitgliedern. 220 Bewerbungen um den Preis waren eingegangen, bei der erfolgreichen Premiere des Kunstpreises vor zwei Jahren waren es 180 gewesen. Mit dem Zitat des argentinischen Klarinettisten Giora Feidman - „Kunst ist die Nahrung der Seele“ - wünschte Ruf dem Publikum: „Es wäre schön, wenn wir mit so einem Gefühl nach Hause gehen könnten.“
Der Vorstandsvorsitzende der Schloss-Filseck-Stiftung der Kreissparkasse Göppingen, Dr. Hariolf Teufel, freute sich über die große Resonanz auf den zweiten Kunstpreis und bedankte sich ganz besonders beim „Beauftragten für Kunst und Kommunikation“ der Stiftung, Knut Deeg, der auch in diesem Jahr wieder den Preis organisiert hat. „Mit dem Kunstpreis haben wir einen Nerv getroffen und haben jetzt schon eine gewisse Verpflichtung, in zwei Jahren den dritten Kunstpreis zu veranstalten“, betonte Teufel.
Unter den 220 Bewerbungen von Künstlerinnen und Künstlern, die im Landkreis Göppingen, in den Nachbarlandkreisen und in Stuttgart leben oder dort ihr Atelier haben, trafen Knut Deeg und der Kunst- und Kulturwissenschaftler Dr. Tobias Wall eine Vorauswahl von 30 Einreichungen, wovon 23 für den Hauptpreis und sieben für den Förderpreis (für Teilnehmer ab Jahrgang 1987) bestimmt waren. Die 30 Werke waren den Juroren vergangene Woche in einer Sitzung vorgestellt worden, um die beiden Preisträger auszuwählen. Der dritte Preis ist ein Publikumspreis, der von Besuchern der Ausstellung per Stimmkarte ermittelt wird und am 20. Oktober bei der Finissage übergeben wird.
Kurzweilige und informative Wortkunst von Tobias Wall
Mit seinen künstlerischen Interpretationen eröffnete der Kunst- und Kulturwissenschaftler Dr. Wall aus Stuttgart anhand einer Power-Point-Präsentation seinem Publikum den tieferen Zugang zu den 30 ausgewählten und ausgestellten Kunstwerken. Wall betonte, dass sich schon große Künstler wie beispielsweise Vincent van Gogh mit seinen Sonnenblumen oder Hermann de Vries Blumen zum Hauptthema gemacht hätten. Bei Walls „Spaziergang“ mit Worten durch die Kunst war auffallend: Es gab nicht nur Blumenbilder voller Kraft und Schönheit, mit einem Feuerwerk von Blütenblättern samt Farbexplosion. Auch die Vergänglichkeit von Blumen stellten einige Künstler dar - in Form von welken Blüten, die aber auch im Sterben noch ihre volle Pracht zeigen. So hängt neben der „Explosion der Blüten“ von Theodora Theodoridou das Werk von Christine Scharpfenecker. Mit dem Titel „Schönheit bis in den Tod“ zeigt sie die Vergänglichkeit anhand von absterbenden Blüten auf.

Lea Romer gewann mit ihrer außergewöhnlichen Buntstiftzeichnung „Symbiose“ den mit 1000 Euro dotierten Förderpreis.
Giacinto CarlucciFörderpreis für Lea Romer
Auf den sehr informativen und äußerst kurzweiligen Vortrag des Kunstexperten Wall folgte die mit Spannung erwartete Siegerehrung. Die junge Künstlerin Lea Romer gewann mit ihrer außergewöhnlichen Buntstiftzeichnung „Symbiose“ den mit 1000 Euro dotierten Förderpreis. Ihr Bild zeigt eine junge Frau im Licht- und Schattenspiel, mit einer Blüte überblendet, an der eine Hummel nascht. Durch den Blick der Frau und das Zusammenspiel von Haut und Blütenblatt bekommt das Kunstwerk eine außergewöhnliche sinnliche Kraft.
Sandra Rau gewinnt den Hauptpreis
Den Hauptpreis mit 2000 Euro gewann Sandra Rau vom Kunstverein Kirchheim Teck mit ihrem Werk „Burdock Symphony“, einem beeindruckenden Schwarzweißbild, das naturnah und irreal zugleich wirkt und auch ganz ohne Farben den Zauber einer Blüten- und Blätterwelt wiedergibt.

Nach der Preisvergabe konnten sich die Besucherinnen und Besucher die 30 ausgestellten Kunstwerke zum Thema Blumen genauer anschauen. Die Ausstellung auf Schloss Filseck endet am 20. Oktober.
Giacinto CarlucciMit diesen künstlerischen Eindrücken konnten die Besucher anschließend auf einem Rundgang die Originale bewundern.
Wer Lust bekommen hat, die Ausstellung auf Schloss Filseck zu besuchen, kann dies noch bis 20. Oktober einplanen, um den allmählich endenden Sommer mit einer inspirierenden Blumenkunst zu verlängern.
Die Mitglieder der Kunstpreis-Jury
· Dr. Tobias Wall, Kunst- und Kulturwissenschaftler
· Reiner Ruf, Vorsitzender des Fördervereins Schloss Filseck e.V.
· Dr. Melanie Ardjah, Leiterin der Kunsthalle Göppingen
· Klaus Meissner, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Göppingen
· Alex Maier, Oberbürgermeister der Stadt Göppingen
· Matthias Wittlinger, Bürgermeister der Stadt Uhingen
· Helge Thiele, Redaktionsleiter der NWZ
