Vor einem Jahr, im Juli 2021, wurde am Neubau der Klinik am Eichert Richtfest gefeiert. Seither wird in hohem Tempo an der Fertigstellung des Gebäudes gearbeitet. Zum Teil weit mehr als 300 Handwerker und Techniker von bis zu 40 Gewerken sind momentan gleichzeitig am Weiterbau des Krankenhauses beteiligt, heißt es in einer Pressemitteilung der Alb-Fils-Kliniken.
„Es ist weiterhin alles im Plan. Dennoch müssen auch wir bei wenigen Gewerken Verzögerungen in Kauf nehmen. Der rechtzeitigen Eröffnung im Frühjahr 2024, gegebenenfalls schon Ende 2023, steht bisher aber nichts im Wege“, sagt der kaufmännische Geschäftsführer der Alb-Fils-Kliniken, Wolfgang Schmid, und ergänzt: „Die ersten Einheiten werden schon im Herbst des kommenden Jahres in ihre neuen Räume ziehen können.“

Gerüste verschwinden nach und nach

Von außen sichtbar ist die inzwischen abgeschlossene Montage der Fenster und Fassaden. Die Putz-Fassaden im Sockelgeschoss sind bereits seit Ende 2021 fertig, dort sind auch schon erste Gerüstflächen abgebaut, ebenso in den meisten Innenhöfen. Die Metall-Fassade des Bettenhauses ist vor wenigen Tagen fertig geworden. Auch hier wird demnächst das Gerüst verschwinden und sich das Klinikgebäude von außen in seinem Endzustand zeigen, teilt die Klinik mit. Im Südteil der Baustelle wurde außerdem schon mit dem ersten Abschnitt der Freianlagen begonnen, so ist etwa die Pflasterung vor dem Südeingang vollständig verlegt.
Wesentlich mehr passiert aktuell im Inneren des Neubaus. „Es werden immer noch Wände gesetzt, die Trockenbauer sind damit aber schon in der obersten Etage des Bettenhauses angekommen. Auch die Estrichleger haben schon circa 50 Prozent des Gebäudes geschafft“, erklärt Andreas Frischmann, Projektleiter Neubau der Alb-Fils-Kliniken. Im November 2021 war in den künftigen Patientenzimmern mit dem Einbau der Nasszellen begonnen worden. Das Besondere: Die Bäder bestehen aus Bauelementen, die vor Ort zu einer Nasszelle zusammengesetzt werden. Nur etwas mehr als eine Stunde benötigen die Handwerker, um aus den einzelnen Elementen einen Nasszellenwürfel zu erstellen. Insgesamt finden 343 dieser Fertignasszellen ihren Platz im Neubau.

Scheiben mit einer Stärke von 38 Millimetern

In der Eingangshalle ist bereits das Bodenelement für die große Drehtrommeltüre erkennbar, im April war die Galerieverglasung angebracht worden. „Die raumhohen Scheiben haben eine Stärke von rund 38 Millimetern, das Sicherheitsglas der circa 100 Quadratmeter großen Glasfläche dient damit sowohl der Absturzsicherung als auch dem Brandschutz“, erklärt Frischmann. Sicherheit bringen auch die Geländer in den Treppenhäusern, die derzeit montiert werden. Die insgesamt 1610 Treppenstufen werden von einem Geländer, das aneinandergereiht rund 650 Meter lang wäre, gesichert.
Weit vorangeschritten ist auch der technische Einbau. Ob im Technikgeschoss unterhalb des Hubschrauberlandeplatzes, in der Technikzentrale im zweiten Obergeschoss oder im Technik-Tiefgeschoss – die Großgeräte für Lüftung, Wärme und Kühlung sind verbaut und angeschlossen. Auch viele Spezialgeräte sind bereits angeliefert und installiert, etwa eine Eisbank, welche die Kochkessel der Küche mit Eiswasser für den Rückkühlprozess versorgen wird. Die rund 4400 Liter Wasser fassende Eisbank wird täglich rund zwei Tonnen Eis produzieren, die für das im Neubau zum Einsatz kommende Cook and Chill-Kochverfahren benötigt werden. In den künftigen OP-Sälen sind die Techniker ebenfalls kräftig am Werk, zum Beispiel sind die speziellen OP-Decken, die später für einen permanenten, gerichteten Luftstrom sorgen, bereits eingebaut.

Führungen kommen gut an

Dieser Innenausbau ist für Außenstehende unsichtbar. Es sei denn, man nimmt an einer der Bauführungen teil, heißt es in der Mitteilung der Kliniken. Seit Oktober 2021 werden diese regelmäßig angeboten – das Interesse sei „riesengroß“, sagt Schmid. Insgesamt wurden bei internen und externen Führungen bisher rund 1500 Personen durch den Neubau geführt – bis hinauf auf den Hubschrauberlandeplatz. 

Eines der größten Neubauprojekte im Land

Kosten Der Neubau der Klinik am Eichert in Göppingen ist eines der größten Neubauprojekte in Baden-Württemberg. Mit einem Gesamtvolumen von rund 450 Millionen Euro für die Klinik und die fünf Teilprojekte – Kita, Parkhaus, Personalwohnungen, Bildungszentrum und Ärztehaus – investieren die Alb-Fils-Kliniken in die Gesundheitsversorgung. Aufteilung Die Finanzierung des Gesamtprojektes teilen sich das Land, der Landkreis Göppingen und die Kliniken-GmbH. Der Landkreis hat eine Summe von 110 Millionen Euro zugesagt. Das Land Baden-Württemberg fördert den Klinik-Neubau mit 168 Millionen Euro. Die restlichen Kosten tragen die Alb-Fils-Kliniken.