Jugendforum in Uhingen: Teenager formulieren ihre Wünsche an die Stadt

Bürgermeister Matthias Wittlinger (links) unterhält sich mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Jugendforums in Uhingen. Rechts Christian Geiger, der sich für den Skateplatz engagiert. ⇥
Stadt UhingenGibt es Plätze in Uhingen, an denen sich Jugendliche nicht wohlfühlen? Ja, durchaus. Nämlich im Bereich des Bahnhofs und der Unterführung. Dort fühlen sich Jugendliche durch alkoholisierte Personen gestört, die sich dort aufhalten. Das erfuhren Bürgermeister Matthias Wittlinger und Ordnungsamtsleiter Michael Eberhard bei einem Jugendforum im neuen Jugend- und Bürgerhaus. Dies folgte dem großangelegten Jugendforum vor zwei Jahren, das mit einer großen Umfrage gestartet war und Wünsche der Jugendlichen an die Stadt brachte. Da ist schon einiges passiert. Es gibt seit Sommer eine Legal Wall für Graffiti, und der gewünschte Skaterpark mit Pumptrack ist im Bau.
Jetzt also ein zweites Jugendforum. Nach Konfliktplätzen fragte die Stadtverwaltung. Eine Antwort war: Die Gefahr durch Raser beim Rewe-Parkplatz, außerdem werde man dort „blöd angemacht“. Kritisiert wurde, dass es im Bereich der Unterführung an der Sparwieser Straße nach Einbruch der Nacht nicht hell genug sei.
Telefon für den sicheren Heimweg
Ein häufig geäußerter Wunsch, das geht aus einer Pressemitteilung der Stadt hervor, waren mehr Straßenlampen, etwa beim Jugendhaus oder in der Mühlstraße. Auch sollen die Lampen in der Kirchstraße, wo das Jugendhaus liegt, nach 22 Uhr nicht abgeschaltet werden. Das beeinträchtige das Sicherheitsgefühl.
Die Stadtverwaltung wird sich dazu Gedanken machen, hat aber auch einen Rat. Abhilfe könne ein sogenanntes Heimweg-Telefon bieten. Wer auf dem Heimweg ein unsicheres Gefühl hat, kann unter (030) 12074182 anrufen. „Angeboten wird das Heimweg-Telefon vom gleichnamigen Verein; dessen ehrenamtliche Mitglieder sprechen so lange mit einem, bis man angekommen ist“, schreibt die Stadtverwaltung.
Das Jugendforum brachte weiteres. Einige Jugendliche wünschen sich einen überdachten „Chillplatz mit Abstand zu Wohnhäusern“. Sie wollen sich irgendwo draußen ungestört treffen und aufhalten.
Junge Menschen wollen sich ungestört treffen können
Wünsche sind das eine. Ordnung muss sein, das andere. Ordnungsamtsleiter Michael Eberhard wies die Jugendlichen darauf hin, ihren Müll in den bereitgestellten Mülleimern zu entsorgen. Damit stieß er auf offene Ohren; Teilnehmer des Jugendforums wünschten sich auch mehr und größere Entsorgungsbehälter – vor allem dort, wo sie sich aufhalten. Es gibt auch noch – und weiterhin – eine Wunschliste fürs Lebensgefühl in Uhingen. Die ist nicht ohne weiteres zu erfüllen. Eine Fußgängerzone mit Cafés, weitere Bekleidungsläden, Snackautomaten. Aber auch Spielplätze mit Spielgeräten für Ältere wie etwa ein Trampolin oder beim jährlichen Kandelhock eine Kirmes mit Fahrgeschäften, ein grüner Park mit Chillecke und Sitzplätzen.
Wo der Schuh im Alltag drückt: Die Busse, mit denen sie zur Schule kommen, sind voll, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Die Züge seien oft unpünktlich. Bordsteine sollten abgesenkt sein. Die Fahrpläne von Bus und Bahn sollten besser mit den Stundenplänen abgeklärt werden. Ein spezieller Wunsch: Mehr Busse sollten in Richtung Blaubachtal fahren. Es solle auch der ULi-Bürgerbus mehr Fahrzeiten bieten. Und, zu den Bussen selber: Die Jugendlichen wünschen sich mehr umweltfreundliche Hybrid- und Elektrobusse.
Simon Weislogel vom Stadtbauamt und Skater Christian Geiger sprachen über den Skaterpark und die Pumptrack an der Heerstraße. Sie überlegten mit den jungen Menschen gemeinsame Aktionen vor Ort. Sprayer Moritz Hohlbauch und Yvonne Klockow gingen auf die Legal Wall ein, die sich bei der B 10-Unterführung der Filsecker Straße befindet und das legale Sprayen möglich macht. Auch gab es den Wunsch nach Graffiti-Workshops.
Wie soll das Haus heißen?
Für den Namen des Hauses läuft derzeit noch ein Namenswettbewerb. Mehr als 100 Ideen sind bei der Stadt eingegangen.
Bei Treffen, die das Jugendhaus-Team unter der Überschrift „Jugendrat“ regelmäßig mit den Jugendlichen umsetzt, sowie in den Bürgermeister-Sprechstunden wird über die Fortschritte der Anliegen informiert und die jungen Menschen können weiter mitsprechen, was ihnen bei den verschiedenen Prozessen wichtig ist.