Jugendarbeit im Kreis Göppingen: Nach Sparbeschluss des Kreistags streicht der Kreisjugendring Stellen

Für die Jugendarbeit ist nach den Kürzungen durch den Kreistag jetzt weniger Geld da. Der Kreisjugendring muss Stellen streichen.
StaufenpressDie Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Auf einer außerordentlichen Delegiertenversammlung hat der Kreisjugendring (KJR) Göppingen im Businesshaus Stauferpark „entscheidende Schritte zur strukturellen und inhaltlichen Neuausrichtung des Verbands beschlossen“, berichtet der KJR in einer von Geschäftsführer Tobias Klopfer verschickten Pressemitteilung. Hintergrund seien die „erheblichen finanziellen Einschnitte“, die der Landkreis Göppingen mit dem Haushalt 2026 beschlossen habe.
110.000 Euro fehlen pro Jahr
Die Richtlinie zur Förderung des KJR wurde vom Kreistag um 50 Prozent gekürzt, das entspricht pro Jahr mehr als 110.000 Euro und zieht laut Klopfer „tiefgreifende Auswirkungen auf Personal, Angebote und Sachkosten nach sich“. Die Kürzungen führen jetzt zu einer massiven Reduzierung der bisherigen Personalstruktur: Sämtliche Sachbearbeitungsstellen, in Summe 150 Prozent – einschließlich des Bereichs Spielmobil – wurden gestrichen, die offene Jugendarbeit im Göppinger Stadtteil Bergfeld ist ebenfalls bedroht. Lediglich eine pädagogische Stelle sowie eine 50-Prozent-Verwaltungsstelle bleiben laut KJR gesichert. Projektstellen wie „Demokratie leben!“ oder das Vielfaltsprojekt können aufgrund externer Finanzierung fortgeführt werden.
Auch im Sachkostenbereich ergeben sich erhebliche Reduzierungen – etwa bei Material, Öffentlichkeitsarbeit und Fortbildungen. „Die 50-Prozent-Kürzung der Mittel stellt unseren Verband vor massive Herausforderungen. Wir mussten unsere gesamte Struktur neu denken, aber wir gehen diesen Schritt entschlossen an. Auch nach den Kürzungen bleibt unser Kernauftrag unverändert: die jungen Menschen im Landkreis zu vertreten und die Ehrenamtlichen bestmöglich zu unterstützen“, wird Achim Kuhn, Vorsitzender des Kreisjugendrings, zitiert.

Tobias Klopfer ist Geschäftsführer des Kreisjugendrings Göppingen und hat vor dem Bechluss des Kreistags vor den Sparplänen gewarnt – vergeblich.
Markus SontheimerUm eine Grundlage für die zukünftige Arbeit zu schaffen, haben Geschäftsstelle und Vorstand eine Ampelliste mit Aufgabenfeldern erstellt, die in der Delegiertenversammlung priorisiert wurde. Besonders hoch bewertet wurden: Beratungsangebote für Verbände, Verleihangebote, Fortbildungsprogramm für Ehrenamtliche sowie die Jugendleiter-Card-Ausbildung (Juleica). Der Vorstand bekräftigte, dass der Kreisjugendring auch nach der Umstrukturierung seine grundlegende Aufgabe erfüllen werde: die Interessen junger Menschen zu vertreten und die verbandliche Jugendarbeit nachhaltig zu unterstützen. Dafür müssten andere Inhalte aufgegeben werden.
„Jugendpolitische Arbeit bleibt aber eine unserer wichtigsten Aufgaben,“ stellt Kuhn klar. In der anschließenden offenen Runde boten mehrere Mitgliedsverbände Kooperationen an – darunter gemeinsame Zeltreparaturen sowie Unterstützung bei Juleica- und Präventionsschulungen. Diese Ansätze sollen helfen, trotz geringer Ressourcen zentrale Angebote zu sichern. „Die Bereitschaft zur Zusammenarbeit, die in der Versammlung spürbar war, zeigt: Der Kreisjugendring ist kein einzelner Akteur – er ist ein Netzwerk. Und dieses Netzwerk funktioniert“, fasst Julia Hilkert, stellvertretende Vorsitzende, die den Prozess moderierte, zusammen.
Im Rahmen der Versammlung machten die Delegierten in zahlreichen Wortmeldungen deutlich, welche zentrale Rolle der Kreisjugendring im Alltag der Jugendverbände spielt. Er leiste eine große Unterstützung für das Ehrenamt, indem er komplexe Vorgaben verständlich mache und helfe, sie in die Praxis zu übersetzen. Der KJR unterstütze besonders kleinere Vereine, biete Beratung, Material, Schulungen und fachliche Präventionsarbeit.
Eine weitere große Stärke liege in der Vernetzung: Der KJR verbinde Engagierte, bündele Wissen und ermögliche Projekte, „die Gesellschaft formen“. Durch diese Kombination aus fachlicher und struktureller Unterstützung und politischer Interessenvertretung sei der KJR für das hohe Engagement der Ehrenamtlichen im Landkreis unverzichtbar.
Dankbar für das „starke Signal“
„Wir sind zufrieden mit dem Prozess und den Verbänden sehr dankbar für das starke Signal. Der Kreisjugendring existiert nicht aus Selbstzweck – wir sind für die Jugendlichen und die Vereine da. Genau deshalb war uns wichtig, die Neuausrichtung gemeinsam mit den Mitgliedsverbänden zu gestalten“, sagte Geschäftsführer Klopfer.
Vertreter von mehr als 54.000 jungen Menschen
Der Kreisjugendring Göppingen ist Arbeitsgemeinschaft und Dachverband von 40 Jugendverbänden und Vereinen auf Kreisebene und damit auch von mehr als 330 Vereinen und Verbänden auf Ortsebene im Landkreis Göppingen. Als Dachorganisation versteht er seine Arbeit als Interessenvertreter der verbandlichen Kinder- und Jugendarbeit und darüber hinaus auch nichtorganisierter Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener im Landkreis Göppingen. Er vertritt damit die Interessen von mehr als 54.000 jungen Menschen.
Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen neben der politischen Repräsentanz der Jugendarbeit im Kreis auch Beratungs- und Unterstützungsangebote für die Jugendarbeit, Projektarbeit, Spielmobilarbeit sowie die Umsetzung des Bundesprogramms „Demokratie Leben!“ im Landkreis.

