Im Landkreis Göppingen: Wilder Müll wird zum Dauerärgernis

Seit das neue Abfallkonzept im Landkreis Göppingen eingeführt wurde, nimmt die illegale Müllentsorgung, wie hier in Geislingen, dramatisch zu.
Rainer Lauschke- Illegale Müllentsorgung im Landkreis Göppingen seit neuem Abfallkonzept stark gestiegen.
- Oberbürgermeister fordern Maßnahmen gegen hohe Entsorgungskosten und unhygienische Zustände.
- Kosten für Müllentsorgung in Göppingen von 68.890 Euro (2021) auf 100.202 Euro (2022) gestiegen.
- Probleme mit Ratten und Ungeziefer beeinträchtigen Lebensqualität und führen zu Folgekosten.
- Maßnahmenkatalog an Landrat und Abfallwirtschaftsbetrieb übermittelt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Brandbrief umfasst drei Seiten und trägt die Unterschrift aller drei Oberbürgermeister im Landkreis. Alex Maier (Göppingen), Klaus Heininger (Eislingen) und Frank Dehmer (Geislingen) wollen die illegale Müllentsorgung nicht mehr länger hinnehmen und wenden sich mit einem umfangreichen Forderungskatalog an Landrat Edgar Wolff, den Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB), Julian Kuhn, und die Mitglieder des Kreistags.
Dem Schreiben war zunächst ein Treffen zwischen den Leitungen der Betriebshöfe und Ordnungsämter der Kommunen Göppingen, Eislingen und Geislingen am 2. September vorausgegangen. Zudem hatten sich am 2. Oktober die drei Oberbürgermeister getroffen, um gemeinsam das weitere Vorgehen zu besprechen.
Explodierende Entsorgungskosten und unhygienische Zustände
„Wir unterstützen das Ziel vom AWB, die Müllmenge zu reduzieren, und erkennen die Fortschritte an“, heißt es anfangs versöhnlich im Anschreiben des Göppinger Rathauschefs. Die aktuelle Müllproblematik wollen aber weder OB Alex Maier noch seine beiden Kollegen im Mittleren und im Oberen Filstal hinnehmen. Maier findet deutliche Worte: „Gleichzeitig dürfen die Kommunen im Hinblick auf die explodierenden Entsorgungskosten und unhygienischen und image-schädigenden Zustände nicht allein gelassen werden.“ So dürfe es nicht weitergehen, heißt es gleich zu Beginn des Forderungskatalogs, der mit vielen Fotos zur illegalen Müllentsorgung im Landkreis und einer detaillierten Mehrkostenaufstellung untermauert wird. „Seit der Einführung des neuen Müllkonzepts wird eine erhebliche Menge von Müll illegal im öffentlichen Raum deponiert“, heißt es in dem wenig schmeichelhaften Zustandsbericht. Und: „Die Entsorgungs-, insbesondere Personal- und Fahrzeugkosten, sind erheblich gestiegen.“
Probleme mit Ratten, Ungeziefer und Gestank
Die Klage umfasst das gesamte Spektrum der Müllentsorgung, auch das der Biobeutel: Die würden aufgerissen, der öffentliche Raum sei verschmutzt und unhygienisch. „Die daraus resultierenden Probleme mit Ratten, Ungeziefer und Gestank wirken sich negativ auf Lebensqualität und Image der Kommunen aus und führen zu Folgekosten.“ Allein in Göppingen seien die Kosten für die Müllentsorgung enorm gestiegen, seit 2022 das neue Abfallkonzept eingeführt worden war. Waren es 2021 noch 68.890 Euro, schlugen die Kosten bereits ein Jahr später mit 100.202 Euro zu Buche – zu viel, meinen OB Maier und seine beiden Kollegen.
