Die Lebensfreude der Kinder aus Kasanje ist ansteckend. Sie strahlen, singen und tanzen, sobald irgendwo Musik spielt. Sie haben nicht viel, ein Stein und Bonbonpapier müssen als Spielzeug genügen, manche von ihnen haben keine Eltern mehr. Doch die Jungen und Mädchen winken fröhlich und voller Dankbarkeit in die Kamera. Hin und wieder schicken sie Sprachnachrichten ins Filstal, mit der Botschaft, doch bald wiederzukommen. Das sind die Momente, die Fabio Vercelli und sein Team antreiben, weiterzumachen und unermüdlich Spenden zu sammeln, um diesen Kindern in Uganda ein besseres Leben und in erster Linie Bildung zu ermöglichen.

Zehn Mitstreiter fliegen nach Uganda

Fabio Vercelli ist Ansprechpartner des Uganda-Teams Göppingen, das zum Verein Uganda-Hilfe Unterland gehört. Ende Februar wird er mit rund zehn Mitstreitern erneut im Flieger in Richtung Uganda sitzen und sich ein Bild vor Ort machen. Eine Kita mit drei Vorschulklassen ist hier in dem kleinen Dorf Kasanje bereits entstanden, zudem das Hauptprojekt, die St. Monica Junior School. Diese private Einrichtung mit sieben Klassen ist vergleichbar mit einer deutschen Grundschule und wurde 2012 eingeweiht, das zweite Schulgebäude folgte 2015.
„Nach der siebten Klasse wird ein landeseinheitliches Examen abgelegt“, erklärt Vercelli. Dafür schreibt die Schulbehörde Unterrichtsräume vor, die mittlerweile weitestgehend gebaut sind. Das oberste Stockwerk und das Dach fehlen noch, zudem braucht der Verein Spenden für den Innenausbau, sagt der Göppinger. Je nachdem, wie das Examen ausfällt und welche finanziellen Mittel die Eltern haben, gehen die Kinder anschließend auf die weiterführende Schule oder erlernen einen Beruf im Handwerk, in der Land- oder Hauswirtschaft. Den Bau einer Berufsschule will der Verein daher mittelfristig ebenfalls unterstützen. Auch der Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung war ein wichtiger Meilenstein.

„Die Arbeit wird nie aufhören“

Die Arbeit wird nie aufhören in Kasanje, ist sich Vercelli sicher: „Das ist ein Projekt, das uns ein Leben lang begleiten wird.“ Es wird immer etwas zu tun geben, auch wenn der Bau bald abgeschlossen sein wird. Die Stromversorgung könnte verbessert und die Küche ausgebaut werden, nennt der Motor des Göppinger Teams zwei Beispiele. Bislang bekommen die etwa 250 Kinder, die täglich mit dem Bus in die Schule gefahren werden, zwei warme Mahlzeiten am Tag, morgens gibt es die Polenta flüssig, mittags in fester Konsistenz. Hier noch mehr Vielfalt anzubieten, sei ein möglicher weiterer Schritt.
Sechs Euro Schulgebühr müssen die Eltern monatlich bezahlen, die Kosten können mit dieser Summe keinesfalls gedeckt werden. „Wenn das jemand nicht aufbringen kann, springt der Verein ein“, sagt der Ansprechpartner in Göppingen. Wer wenig oder kein Geld hat, kann auch einfach praktisch mit anpacken, zum Beispiel durch Gartenpflege. Die Ernte kommt dann wiederum den Kindern zugute. Die Lehrer verdienen 60 bis 70 Euro im Monat, die Gehälter werden durch die Elternbeiträge und Spenden finanziert.

„Mit wenig Mitteln viel bewegen“

Von Vorteil sei, dass mit relativ geringen Mitteln viel bewegt werden könne, betonen die Macher. „Jeder Euro kommt im Prinzip direkt an, weil hinter dem Projekt kein großer Verwaltungsapparat steht“, erklärt der Göppinger und zeigt zur Bestätigung die Einnahmen und Ausgaben des Vereins.
Fabio Vercelli blickt nicht ohne Stolz und voller Dankbarkeit auf das zurück, was der Verein bisher in Kasanje geschafft hat. Dabei ist die Uganda-Hilfe eher zufällig entstanden. Während des Theologie-Studiums haben sich der heutige Vereinsvorsitzende Wolfgang Friederich und Pfarrer Dr. Denis Mpanga aus Kampala in Uganda getroffen. Schnell war das Schulprojekt Mpangas Gesprächsthema, noch im selben Jahr – 2012 – sind beide in das afrikanische Land gereist. Die St. Monica Junior School hatte zu diesem Zeitpunkt gerade ihren Betrieb aufgenommen.

Projekt entstand durch Zufall

Durch Zufall erfuhr auch Fabio Vercelli von dem Projekt. 2018 suchte er für die Taufe seines Sohnes einen Italienisch sprechenden Pfarrer in Göppingen – und fand ihn in der Gemeinde San Francesco: Dr. Denis Mpanga. Der Geistliche erzählte auch ihm von seinen Plänen in Kasanje – der Funke sprang über und entfachte in Fabio Vercelli ein Feuer. Seither ist die Schule in Uganda seine Herzensangelegenheit.
Im Jahr 2019 flog er zum ersten Mal mit einer zwölfköpfigen Delegation in dieses kleine, sehr arme Land direkt am Äquator. „Schon auf dem Rückflug haben mein Bruder Roberto Vercelli und ich überlegt, wie wir helfen können und an Spenden kommen“, erinnert er sich. Die Uganda-Abende waren geboren, zahlreiche Firmen unterstützen seither das Projekt. 2020 folgte die zweite Reise, Corona sorgte dann für eine längere Pause.
Nun geht es also wieder los. Eine gute Woche Uganda steht auf dem Programm. Mit viel Arbeit, aber auch Begegnungen mit sehr dankbaren Kindern, die Vieles im eigenen deutschen Alltag zurechtrücken werden. Fabio Vercelli hat eine klare Mission: „Ich kann Afrika nicht retten. Aber ich kann Kinderaugen zum Leuchten bringen und diesen Kindern mit wenig Aufwand eine Zukunft geben.“

Gebauer‘s unterstützt die Uganda-Hilfe

Pfandbon Der Lebensmittler „Gebauer‘s“ unterstützt durch Pfandbon-Spenden die Uganda-Hilfe Unterland. Mit den Leergutspenden soll der Innenausbau und das Dach der neuen Schule, der St. Monica Junior School in der ugandischen Stadt Kasanje finanziert werden. Weitere 150 Kinder haben dann die Chance auf Bildung beziehungsweise eine Unterkunft. Die Leergutautomaten sind hierfür gerüstet. Mit einem Knopfdruck können die Kunden entscheiden, ob sie das Projekt in Afrika unterstützen.