Gute-Taten-Auftaktkonzert: „Wir zieh'n in den Frieden“

Die Musikerinnen und Musiker brannten beim Auftaktkonzert „Total lokal“ für die NWZ-Aktion „Gute Taten“ ein Feuerwerk ab.
Giacinto Carlucci- Auftaktkonzert „Wir zieh'n in den Frieden“ in Göppingen unterstützt die 52. NWZ-Aktion „Gute Taten“.
- Chöre, Orchester und Stargast Matthias Matzke begeisterten mit einem abwechslungsreichen Programm.
- Publikum feiert Hits von Queen, Whitney Houston, Peter Maffay und Filmmusik aus „Harry Potter“.
- Spendenaktion fördert 61 soziale Projekte, viele davon von Ehrenamtlichen getragen und auf Spenden angewiesen.
- Karin Tutas appelliert an die Politik: „Die Luft wird dünner, das Ehrenamt hat Grenzen.“
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Dont stop me now!“ Der Opener, ein Hit der legendären Gruppe Queen, ist eine Ansage: Die Chor Company und die New Generation des Heininger Liederkranzes sind nicht zu stoppen und werden „for having a good time“ sorgen. Genau wie das aus befreundeten Profimusikern zusammengestellte Liederkranz-Symphonieorchester, das gleich mal hören lässt, wie Gesang höchst wirkungsvoll unterstrichen werden kann. Auch das Publikum in der ausverkauften Göppinger Stadthalle lässt sich nicht lumpen. Von Sekunde eins an geht es mit, als wäre es Teil des Programms. Es feiert unermüdlich das dreistündige Programm, die Zeit scheint wie im Nu zu verfliegen.
Rothfuß setzt auf Bewährtes
Jürgen Rothfuß, der musikalische Leiter und Dirigent des Abends, setzt auf Bewährtes: ein gutes Händchen bei der Liedauswahl, Abwechslung durch Genre-Mix, musikalische Glanzlichter, Überraschungsmomente, gefühlvolle Arrangements und vermeintlich schroffe Gegensätze. Da treffen die Eiskönigin auf Take That, die Spice Girls, die Backstreet Boys und Queen auf Peter Maffay oder deutsche Hits und Fanta Vier auf Oper. Beim Habanera aus Carmen beeindruckt „Stargast“ Matthias Matzke, der auch schon als „David Garrett des Akkordeons“ bezeichnet wurde, mit seinem Können. Der Gingener, der getreu dem Motto „Total Lokal“ zum Mitmachen geladen wurde, zeigt auch mit Sequenzen aus den Filmen „Harry Potter“ und „Fluch der Karibik“, dass er sein mit vielen Funktionen vollgepacktes elektronisches Akkordeon – eine Art musikalisches eierlegendes Wollmilchschwein – perfekt beherrscht und notfalls ein ganzes Orchester ersetzen könnte.
Das Publikum staunt. Doch dann hauen die Vollblutmusiker des Orchesters vor der Pause noch monumental einen raus. Sie entlocken ihren einzelnen Instrumenten virtuos, was alle Anwesenden verbindet: „Music“ von John Miles. Fast scheint es, als würden im Zusammenspiel von Solisten, Chor und Orchester Zeit und Raum in der Musik aufgehen.
Sahnehäubchen und Kirschen
Der zweite Konzertteil startet mit „A million dreams“. Zwei Solistinnen der New Generation singen sich mit dem Titel aus „The greatest Showman“ direkt in die Herzen des Publikums. Überhaupt sind die Soli von Chormitgliedern und Musikern des Live-Orchesters mit Zwischenapplaus quittierte Sahnehäubchen auf der Meistertorte, garniert mit Kirschen, wie einer ganz individuellen, gefühlvollen Interpretation von Adeles „When we were young“ oder einem brillant gesungenen „Go the distance“ aus dem Musical „Herkules“. Ob Carmen, Whitney Houston, Peter Maffay oder Queen – Jürgen Rothfuß hat zur Freude des Publikums für alles die genau richtige Besetzung zur Verfügung. Es ist zu erahnen, wie viel Zeit und Energie die Chormitglieder, Solisten, Musiker und Jürgen Rothfuß selbst investiert haben müssen, bis Texte und Melodien perfekt saßen. Gar nicht zu reden von den Choreografien, die perfekt abgestimmt das Salz in der Suppe sind.
Akustisches Kino zum Mitraten
Für das Publikum gibt auch immer mal wieder was zum Mitmachen. Gemeinsam meistert es gesanglich sieben Brücken und freut sich am akustischen Kino zum Mitraten. Nach einem Soundtrack-Medley aus verschiedenen Filmen fährt endlich der erwartete Sonderzug nach Pankow ein. Mathias Ade alias Udo Lindenberg will da was klär‘n mit dem Göppinger OB Alex Maier. Dann macht er zusammen mit der Chor Comapany sein Ding, schlägt hinterm Horizont ein wie ein Komet und kommt schließlich mit der Cellospielerin des Orchesters musikalisch zusammen. Gänsehaut macht sich im Saal breit, als es frei nach Lindenberg heißt: „Wir zieh‘n in den Frieden“.
Das perfekte Schlusslied? Nein, Mit „Don’t stop believin‘“ und „Nothing gonna stop me now“ sorgen Chöre und Orchester zum Abschluss noch einmal für fröhliche Leichtigkeit, und die Zugabe lässt dem refrain-sicheren Publikum noch einmal so richtig das Herz aufgehen. Es wird mit dem guten „We are the world -Gefühl“ nach Hause geschickt.
„Die Luft wird dünner“
Musikalisch die Herzen zu öffnen, gehört zur Tradition der Aktion „Gute Taten“, die in diesem Jahr 61 soziale Projekte unterstützt. Häufig von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern getragen, sind viele davon auf Spenden-Unterstützung angewiesen und wären sonst gar nicht oder nur eingeschränkt möglich. Das machte Karin Tutas deutlich, nachdem NWZ- Redaktionsleiter Helge Thiele, der auch Vorsitzender des Fördervereins NWZ-„Gute Taten“ ist, das Publikum zum Auftaktkonzert begrüßt hatte. „Die Luft wird dünner und das Ehrenamt hat seine Grenzen“, schickte Karin Tutas einen mit Applaus quittierten Appell in Richtung Kreispolitik.














