Abschlusskonzert Gute Taten: Gotteslob und kommunaler Stolz
Mit den erhalten gebliebenen Ratswahlkantaten von Johann Sebastian Bach geht am kommenden Samstag in der Göppinger Oberhofenkirche die 50. NWZ-Aktion „Gute Taten“ zu Ende. Organisiert wird das Konzert zum Abschluss der Benefizaktion wie in den vergangenen 17 Jahren vom Rotary Club Göppingen-Stauferland. Beginn ist um 19.30 Uhr.
Mitwirkende sind der Kammerchor Capella Nova, das Kammerorchester Concerto Festivo sowie die Vokalsolisten Gundula Peyerl (Sopran), Alexandra Paulmichl (Alt), Christian Wilms (Tenor) und Christian Hilz (Bass). Die musikalische Leitung hat Kirchenmusikdirektor Gerald Buß.
Glaube und Pracht
Die „Ratswahlkantaten“ entführen das Publikum in eine „Zeit, in der die Verbindung zwischen Gottesverehrung und kommunalem Stolz auf eine ganz besondere Weise zelebriert wurde“, heißt es in einer Pressemitteilung. Sie seien „ein faszinierendes Zusammenspiel von festlicher Pracht und tief empfundenem Glauben“.
Gundula Peyerl, Alexandra Paulmichl und Christian Hilz haben schon häufig im Kreis Göppingen ihre vokalen Solokünste unter Beweis gestellt. Weniger bekannt hier im Raum ist dagegen der Sänger Christian Wilms aus Waiblingen.
Der Tenor begann sein Diplomgesangsstudium in Stuttgart bei Bernhard Gärtner. Im Anschluss daran belegte er den Diplomstudiengang Oper der Opernschule Stuttgart in der Klasse von Natalie Karl und schloss sein Studium 2012 erfolgreich ab.
Christian Wilms ist Stipendiat des Richard Wagner Verbandes. Künstlerische Impulse erhielt er bei der Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Cornelius Meister, Leo Hussain, Lothar Königs, Daniele Rustioni, Dieter Kurz, Johannes Knecht und Werner Pfaff in verschiedenen Ensembles und Chören wie dem Chor der Oper Lyon, dem Anton-Webern-Chor, dem Studio Vocale Karlsruhe, dem Württembergischen Kammerchor sowie den solistischen Ensembles KlangKunst und Athos-Ensemble.
Erfahrungsschatz bei Konzerten
Sein umfangreiches Repertoire reicht von Werken Monteverdis über Messen und Oratorien von Bach, Schütz, Händel, Mozart und Haydn bis hin zur zeitgenössischen Musik. Konzerte führten ihn nach St. Petersburg, Ascona, Venedig, Tallin und Riga.
Schon während seines Studiums debütierte Wilms bei den Wernigeröder Schlossfestspielen. Er war in mehreren Produktionen im Wilhelmatheater Stuttgart, etwa als Orpheus in Offenbachs „Orphée aux enfers“ oder als Podesta in Mozarts „La finta giardiniera“ in einer Inszenierung von Sandra Leupold zu erleben. Er verkörperte Peter Iwanow in Lortzings „Zar und Zimmermann“ und Gabriel von Eisenstein in der „Fledermaus“ von Johann Strauss beim Sommer im Züblinhaus. Zudem war er als Lehrbube in Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ an der Oper Köln und zuletzt an der Staatsoper München in Capriccio von Richard Strauss zu Gast.
Seine Leidenschaft für die Musik gibt er seit vielen Jahren als Stimmbildner in Chören der Universität Stuttgart, der Chorgemeinschaft Kai Müller oder den St. Michael Chorknaben Schwäbisch Gmünd weiter. Er ist als Gesangspädagoge an den Musikschulen Süßen und Schwäbisch Gmünd tätig und arbeitet in dieser Funktion ebenfalls mit der Bach-Akademie Stuttgart sowie dem Baden-Württembergischen Sängerbund zusammen.
Info: Karten für das Konzert gibt es online, beim i-Punkt im Göppinger Rathaus sowie per Mail.
„Fast martialische Kompositionen“
Ratswahlkantaten: Die Ernennung Johann Sebastian Bachs zum Musikdirektor der Stadt Leipzig im Jahr 1723 führte zur Schaffung von zwölf liturgischen Kantaten, die speziell für die Eröffnungsfeier der Sitzung des Leipziger Gemeinderats bestimmt waren. Nur ein Drittel dieser Werke sind allerdings erhalten geblieben. Diese „fast martialischen Kompositionen von ‚Preise, Jerusalem, den Herrn‘ bis zu den erstaunlichen Parodien der dritten Partita für Solovioline in ‚Wir danken dir, Gott‘ sind einzigartige Ausdrücke der Gottesverehrung und des lokalen Stolzes“, heißt es in einer Pressemitteilung.


