Gekürzte Schulsozialarbeit in Göppingen: Rathauschef kritisiert Schulleiter und Elternbeirat

Das Foto zeigt Alex Maier in einem Interview. Der Göppinger Oberbürgermeister wehrt sich jetzt gegen Kritik an der Entscheidung zur Schulsozialarbeit.
Giacinto Carlucci- Göppingen kürzt die Schulsozialarbeit: 13,5 statt 15,1 Vollzeitstellen geplant.
- Der Gemeinderat beschloss die Kürzung mit einer Stimme Mehrheit nach emotionaler Debatte.
- OB Alex Maier weist scharfe Kritik von Schulleitungen und Elternvertretern zurück.
- Er betont die demokratische Entscheidung und verweist auf halbierte Landkreis-Zuschüsse.
- Die Stadt hält ihren Anteil stabil – vollständige Kompensation sei in der Haushaltslage nicht möglich.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Streit um die Schulsozialarbeit in Göppingen wird zwischen dem Oberbürgermeister, Schulleitern und Elternvertretern weitergeführt. Hintergrund: Der Gemeinderat der Stadt hat am vergangenen Donnerstag Kürzungen bei der Schulsozialarbeit beschlossen. So sollen die Vollzeit-Stellen um 1,6 auf 13,5 Stellen reduziert werden. Diese Kürzung wird auf alle Schularten verteilt.
Im Gemeinderat gab das Votum des Oberbürgermeisters den Ausschlag, dass die Kürzung mit einer Stimme Mehrheit beschlossen wurde. Die Abstimmung hatte anschließend scharfe Worte von den geschäftsführenden Schulleitern und dem Gesamtelternbeirat ausgelöst. Nun reagiert Oberbürgermeister Alex Maier auf die öffentlich geäußerte Kritik. „Die aktuellen Reaktionen aus Teilen der Schulleitungen und des Gesamtelternbeirats gehen in Ton und Inhalt deutlich über das Ziel hinaus“, findet Alex Maier (Grüne). „Ja, die Entscheidung zur Schulsozialarbeit ist schwierig. Ja, sie hat Auswirkungen. Aber zu behaupten oder zu suggerieren, es gebe nur eine richtige Entscheidung, nämlich die eigene, und der Gemeinderat habe diese bewusst ignoriert, ist eine unzulässige Verkürzung und wird der Realität nicht gerecht“, mahnt das Stadtoberhaupt in einer am Montag (20. April 2026) verschickten Erklärung. Der Gemeinderat habe nach intensiver, teils sehr emotionaler Debatte mit einer denkbar knappen Mehrheit entschieden. „Das zeigt: Es wurde keineswegs leichtfertig gehandelt, sondern ernsthaft gerungen. Diese demokratische Entscheidung verdient Respekt auch dann, wenn man sie inhaltlich anders bewertet.“
Kürzung geht vom Landkreis aus
Außerdem verweist der Verwaltungschef darauf, dass die Kürzung nicht von der Stadt Göppingen ausgegangen ist, sondern vom Landkreis. Dort wurden die Zuschüsse zur Schulsozialarbeit halbiert. „Die Stadt hält ihren eigenen Anteil weiterhin aufrecht und sichert damit auch künftig ein substanzielles Angebot an Schulsozialarbeit an den Göppinger Schulen. Auch nach der Anpassung stehen hierfür weiterhin rund 13,5 Vollzeitstellen zur Verfügung.“ Maier bleibt dabei: „Es kann jedoch nicht die Erwartung sein, dass die Kommune zusätzlich die Kürzungen einer anderen Ebene vollständig kompensiert, insbesondere in einer ohnehin extrem angespannten Haushaltslage. Wer jetzt so tut, als liege die Verantwortung allein bei der Stadt, blendet zentrale Zusammenhänge aus. Das ist nicht nur sachlich falsch, sondern trägt auch nicht zu einer konstruktiven Lösung bei.“
Der OB lässt keinen Zweifel daran, dass Schulsozialarbeit wichtig ist. „Aber ebenso wichtig ist ein ehrlicher Umgang mit Zuständigkeiten und finanziellen Realitäten. Verantwortung bedeutet auch, Grenzen anzuerkennen. Es ist nach Überzeugung der Stadt dringend geboten, die Debatte wieder auf eine sachliche Ebene zurückzuführen. Unterschiedliche Meinungen sind legitim, die pauschale Abwertung demokratischer Entscheidungen jedoch nicht.“
