Fernwärme in Göppingen: Übergabestation: Nächster Schritt zum großen Wärmenetz

Der Parpkplatz am Göppinger Müllheizkraftwerk wird Standort für eine neue Übergabestattion fürs Nahwärmenetz.
Tilman Ehrcke- Göppingen plant zentrale Wärmeübergabestation am Müllheizkraftwerk – Kosten rund 5 Mio. Euro.
- Gemeinderat bewilligte 3,75 Mio. Euro, Ziel ist mehr Abwärmenutzung für Fernwärme.
- Gesamtprojekt umfasst Leitungen nach Ursenwang und Stauferpark, Anbindung bestehender Netze.
- Umsetzung bis 2030 vorgesehen. Baubeginn für erstes Teilprojekt in der zweiten Jahreshälfte 2026.
- Verträge sichern Wärmelieferung auch bei Betreiberwechsel. Stadtwerke prüfen Fördermittel.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Stadtwerke Göppingen (SWG) treiben gemeinsam mit der Energieversorgung Filstal (EVF) und der Stadt Göppingen ein zentrales Infrastrukturprojekt zur Wärmeversorgung voran. Das geht aus einer Pressemitteilung der EVF hervor.
Der Gemeinderat hat jetzt dem Bau einer Wärmeübergabestation beim Müllheizkraftwerk (MHKW) zugestimmt und dafür einen weiteren Teilbetrag von 3,75 Millionen Euro bewilligt. Ziel ist es, mehr Abwärme aus dem Müllofen für die bestehende Fernwärmeversorgung in der Stadt zu nutzen.
Bereits im Jahr 2023 unterzeichneten die SWG, die EVF, der Müllofenbetreiber EEW Göppingen sowie der Landkreis Göppingen eine Absichtserklärung zur weiteren Auskopplung von Fernwärme aus dem Kraftwerk. In den darauffolgenden Monaten wurden die technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen konkretisiert und vertraglich fixiert (siehe Infobox).
Bis 2030 soll das Wärme-Backbone fertig sein
Das Gesamtprojekt gliedert sich in mehrere Teile, darunter den Bau der zentralen Wärmeübergabestation am MHKW, die Errichtung von Transportleitungen in Richtung Ursenwang und bis in den Stauferpark sowie die Anbindung bestehender Wärmenetze im Bodenfeld und im Umfeld der EVF-Hauptverwaltung nördlich der Großeislinger Straße. Insgesamt belaufen sich die geschätzten Kosten auf rund 25 Millionen Euro. Die vollständige Umsetzung ist laut EVF bis zum Jahr 2030 geplant. Für das erste Teilprojekt Richtung Ursenwang wurde bereits Anfang 2024 ein Investitionsvolumen von fünf Millionen Euro freigegeben. Der Baubeginn wird in der zweiten Jahreshälfte 2026 erfolgen.
Die neue Wärmeübergabestation soll ab dem kommenden Winter auf einer Teilfläche des bestehenden Parkplatzes östlich des Iltishofwegs unmittelbar in der Nähe des Müllheizkraftwerks entstehen. Standort und Flächennutzung seien bereits mit allen Beteiligten abgestimmt, ebenso die vertraglichen Grundlagen für die Nutzung des Grundstücks.
Auch an mögliche Änderungen im Müllofen gedacht
Zur Absicherung der Investitionen sei eine Vereinbarung zwischen Landkreis, EEW und SWG geschlossen worden, heißt es. Diese stelle sicher, dass auch im Falle eines späteren Eigentümerwechsels des Müllheizkraftwerks die Wärmelieferung dauerhaft gewährleistet bleibt. Die Regelungen seien bewusst flexibel gehalten, „um unterschiedliche zukünftige Betriebsmodelle zu ermöglichen“, heißt es in der Mitteilung. Mit der geplanten Inbetriebnahme der Transportleitungen erfülle die SWG bereits frühzeitig die Anforderungen des Wärmeplanungsgesetzes (WPG) für die bestehenden Fernwärmekunden. Gleichzeitig werde eine deutliche Reduktion der CO₂-Emissionen erreicht.
Parallel zum aktuellen Projekt prüfen die Stadtwerke Fördermöglichkeiten und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für einen möglichen weiteren Ausbau der Fernwärmeversorgung in Teilen der Stadt Göppingen. „Die kommunale Wärmeplanung dient als strategisches Instrument zur Transformation der Wärmeversorgung. Sie analysiert den aktuellen Energiebedarf, identifiziert Potenziale erneuerbarer Energien und schlägt konkrete Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen vor.“ Ein besonderer Fokus liege dabei auf dem Ausbau von Wärmenetzen und der Nutzung bislang ungenutzter Energiequellen wie industrieller Abwärme.
Und der Preis?
Der Preis für Fernwärme in Göppingen war im Jahr 2024 deutlich gestiegen, was manche Kunden frustrierte. Es gab sogar eine Online-Petition deswegen. Nun heißt es in der Pressemitteilung der Stadtwerke: „Der mit Vertragsunterzeichnung im Jahr 2024 vereinbarte Wärmepreis sowie die zugrunde liegende Preisanpassungsformel sichern langfristig stabile und attraktive Konditionen für die vorhandenen Fernwärmekunden in der Stadt Göppingen.“ Auf diesem vertraglichen Fundament seien Fördermittel des Bundes beantragt und die Planungsphase gestartet worden.
