Fasnet in Donzdorf: Prunksitzung zeigt sich schrill, witzig und kurzweilig

Die Stimmung kochte im Saal der Donzdorfer Stadthalle. Die Prunksitzung bot wieder ein Highlight nach dem anderen.
Giacinto Carlucci- Die Donzdorfer Prunksitzung bot eine schrille, witzige und kurzweilige Fasnetsrevue bis Mitternacht.
- Über 100 Akteure begeisterten mit Tanz, Gesang, Humor und politischen Seitenhieben.
- Prinz Nick I. von der Skizunft regiert erstmals als Fasnetsprinz in Donzdorf bis Aschermittwoch.
- Bürgermeister Martin Stölzle verabschiedete sich nach 32 Amtsjahren mit einer Narrenrede.
- Tänzerische Showacts und humorvolle Einlagen sorgten für ausgelassene Stimmung und Standing Ovations.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es ist kurz vor 19 Uhr. Die Stadthalle in Donzdorf hat sich in einen Ort ausgelassener Fasnetsfreude verwandelt. Närrische Dekoration, stimmungsvoller Big-Band-Sound und fröhliches Stimmengewirr lassen schon beim Betreten des Saals erkennen, hier liegt ein Hauch von Konfetti in der Luft und schnell wird klar: Dieser Abend wird besonders.
Dann ist es soweit: Trommelwirbel, Trompeten und Posaunen und die Narrenshow beginnt. Kulturringpräsident Alexander Müller und Sitzungspräsident Joachim „Giga“ Geiger begrüßten das Publikum und reimten: „Es geht wieder los das Fasnetstreiben, da möchte keiner zuhause bleiben.“ Der hätte auch einiges verpasst, denn was die über hundert Akteure nun bis Mitternacht auf die Bühne zauberten, war eine rasante Fasnetsrevue – bunt, schrill, witzig und durchweg kurzweilig.
Skizunft stellt erstmals den Prinzen
Zu Beginn stimmten die kleinen Mädchen des „Ballettles“ wie auch das Kulturringballett die Gäste mit ihren Gardetänzen auf Fasnetslaune ein. Zum ersten Mal stellt die Skizunft Donzdorf den Fasnetsprinzen. Prinz Nick I. und sein Gefolge führen bis Aschermittwoch das Regiment in „Klein Paris“ – eine Steilvorlage für zahlreiche närrische Pointen.
Auch die anstehende Bürgermeisterwahl im Frühjahr bot reichlich Stoff. Für Bürgermeister Martin Stölzle war es zugleich der letzte Fasnetsauftritt: Nach 32 Amtsjahren ist Schluss. „Zeit, to say goodbye“, formulierte der Rathauschef in seiner Narrenrede und ließ die Geschehnisse des vergangenen Jahres Revue passieren. „Und das ist alles so traurig, so traurig aber wahr“, sangen die Bänkelsänger Eduard und Kunigunde alias Maik und Chris Hummel und gaben wieder Kurioses aus dem Städtle zum Besten wie auch die „Dummen Zwillinge“ Jürgen „Krago“ Nitsche und Matthias „Matze“ Riegert.
Als „Gute-Laune-Hase“ angekündigt, verpackte Thomas Funk mit spitzer Zunge nachdenkliche Seitenhiebe auf die Missstände dieser Welt. Putin rette Bienenvölker, indem er vermehrt Drohnen losschicke, und bei der anstehenden Landtagswahl solle man nicht „blauäugig“ wählen. Unterstützt wurde diese Botschaft vom Hasen-a-cappella-Chor „Wilde Möhren“. Nahtlos ging es weiter mit der Klamaukgruppe „Querbeet“, die das Publikum auf einen turbulenten Ausflug auf den Bauernhof mitnahm. Trächtige Kühe, Hennen in Legebatterien, vollautomatisierte Tierhaltung und der „Jungbauernkalender“ sorgten für überschäumende Stimmung im Saal. Das Publikum dankte mit Standing Ovations.
„Wir haben die schönste Fasnet auf der Welt“, sang Sitzungspräsident Giga nach der Pause. Danach ging es Schlag auf Schlag weiter. „Spiel und Spaß“ lautete das Motto der „6 Damen und 1 Dupf“. Ob „Mensch ärgere dich nicht“ oder „Wer wird Millionär“ – am Ende war klar: Die Donzdorfer Fasnet ist das schönste Spiel von allen. Für Lacher sorgten die Big-Band-Musiker Daniel Geißler und Stefan Matics mit ihrer komödiantischen Einlage, bei der vor allem die Seitenhiebe auf Böhmenkirch („da liegt im Sommer Schnee“) ankamen.
Urlaubsgefühle und Hexentanz
Tänzerische Höhepunkte setzten die Showtanzgruppen. In Between entführte mit „Schöne und das Biest“ in die Märchenwelt, die FC Buaba brachten mit Sonne, Strand und Meer Urlaubsgefühle in die Halle, und der Hexentanz von Kutuba setzte geheimnisvolle Akzente. Die Bürgermeisterwahl griff schließlich auch Reiner Blender alias Bernd Gmelich auf, der als Bürgermeisterkandidat in die Bütt stieg. „Ich mach Donzdorf great again“, rief er dem Narrenvolk zu. Die „Giga-Factory“ (Sitzungspräsident Giga wird CEO) sichert Steuereinnahmen, die Donzdorfer Fasnet macht Furore im Weltall und der Mc Donalds am Ortseingang wird zum „Martin-Stölzle-Memorial“.
Ganz andere Töne schlugen die „Stehkräga“ an. Für die Gesangsgruppe ist eines klar: Auch in zweihundert Jahren ist Martin Stölzle noch Bürgermeister, denn „Martin hat euch lieb“. Im Sauseschritt ging es musikalisch durch die Galaxie, völlig losgelöst und schwerelos. Das Stimmungsbarometer stieg und stieg. Am Ende hielt es die Gäste nicht mehr auf den Stühlen. Laut sangen sie mit den Stehkräga „Helau – Klein Paris.“ Um Mitternacht standen schließlich alle Akteure zum Finale auf der Bühne, Luftballons schwebten im Saal und die fröhliche Stimmung ließ keinen Zweifel: Die Donzdorfer Fasnet ist etwas Besonderes.



















