Familienleben in Salach
: Der Kita-Besuch wird teurer

Schonfrist für Eltern: In Salach gelten die empfohlenen höheren Kindergartengebühren erst ab Januar 2025. Die Gebühr für Krippen bleibt unverändert.
Von
SWP
Salach
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Kindergarten Salach, wg. Kiga-Gebühren.  Lange Straße,  Kitas Hattie Bareiss und Kleine Welt

Ab Januar des kommenden Jahres steigen in Salach die Gebühren für den Kindergartenbesuch.

Giacinto Carlucci
  • Ab Januar 2025 steigen die Kindergartenbeiträge in Salach um 7,5%, ab September 2025 um weitere 7,3%.
  • Die Gebühren für die Ganztagesbetreuung bleiben unverändert.
  • Die Anpassungen sollen die gestiegenen Kosten und Personalausgaben decken.
  • Die SPD kritisiert die Erhöhung als "nicht ganz ausgewogen", die CDU betont die Wichtigkeit niedriger Gebühren im Vergleich zu Nachbarkommunen.
  • Salach strebt Investitionen durch Bedarfszuweisungen an.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Auch in Salach steigen die Kindergartengebühren. Dies hat der Gemeinde kürzlich beschlossen. Wie die Gemeinde mitteilt, wird die Erhöhungen schrittweise zum 1. Januar und zum 1. September 2025 wirksam. Damit steigen in Salach die Elternbeiträge für den Kindergartenbesuch etwas später als in vielen anderen Kommunen, wo die höheren Gebühren schon im September zum Start des Kindergartenjahrs fällig wurden.

Die Entscheidung basiert auf der „Fortschreibung der gemeinsamen Empfehlungen der Kirchen und der kommunalen Landesverbände zur Festsetzung der Elternbeiträge“, die jährlich die Anpassung der Beiträge berechnen, teilt die Gemeinde mit. Durch höhere Personalkosten und allgemeine Preissteigerungen sei die Anpassung unvermeidlich, um die finanzielle Grundlage für die Betreuung zu sichern. Empfohlen wurde, die Elternbeiträge vom Vorjahr um 7,5 Prozent ab 1. September und um weitere 7,3 Prozent ab 1. September 2025 zu erhöhen. Zudem sollen die Elternbeiträge 20 Prozent der Kitakosten decken. In der Gemeinde Salach lag der Kostendeckungsgrad der Kitas im Jahr 2023 bei etwa 12 Prozent und für die Krippe bei 11,5 Prozent, teilt die Verwaltung mit.

In den vergangenen Jahren hat die Gemeinde die empfohlenen Erhöhungen der Beiträge vor allem mit Blick auf die ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage der Bevölkerung nicht vollständig umgesetzt. Dies hat dazu geführt, dass die aktuellen Elternbeiträge unter den Empfehlungen der Vorjahre liegen. Mit der beschlossenen Anpassung werden die Beiträge an die gestiegenen Kosten angepasst, daher bleibt jedoch der Ausgangswert der Steigerung unter den Empfehlung.

Ein Vorteil für die Eltern ist, dass die neue Entgeltordnung nicht im September, sondern erst ab dem 1. Januar 2025 in Kraft tritt. Somit sparen die Eltern die von September bis Dezember 2024 empfohlene Erhöhung.

Die Gebühr für die Ganztagesbetreuung im Kindergarten und in der Krippe bleibt unverändert. Diese Entscheidung wurde getroffen, da die Beiträge für Ganztagesbetreuung in Salach bereits vergleichsweise hoch sind. Der Gemeinderat möchte den Eltern hier eine zusätzliche finanzielle Belastung ersparen.

Erhöhung „nicht ganz ausgewogen“

„Die Erhöhung der Kindergartenentgelte ist ein Beschluss, den sicher niemand gerne fasst. Die Erhöhung ist mit Blick auf die Empfehlung der Kirchen und der kommunalen Landesverbände, der wir in Salach nach wie vor nicht vollumfänglich folgen werden, leider notwendig“, sagte Bürgermeister Dennis Eberle. Wichtig sei, dass die Belastung für Familien so gering wie möglich bleibe: „Im direkten Vergleich sind die Kita-Entgelte in Salach deshalb auch nach wie vor günstiger, insbesondere bei den stark genutzten Betreuungsangeboten.“

„Wir setzen uns als SPD in Salach traditionell für soziale Gebühren und ein familiengerechtes Angebot ein und sind damit in Salach gut vorangekommen“, betonte der Fraktionsvorsitzende Werner Staudenmayer. Maßvolle Erhöhungen müsse möglich sein, solange beim Land keine für Eltern gebührenfreien Kindergärten durchgesetzt sind. Staudenmayer nannte die vorgeschlagene Erhöhung aber „nicht ganz ausgewogen“. Deshalb enthalte sich die SPD bei der Abstimmung.

Die CDU-Fraktion betonte, dass die Kinder „unser kostbarstes Gut“ seien. Man sei sich der Problematik der Erhöhung bewusst. Die Elternbeiträge deckten einen kleinen Anteil der Gesamtkosten. „Jedoch ist es uns sehr wichtig, dass wir mit unseren Gebühren im Vergleich zu den Nachbarkommunen relativ günstig sind.“ Immerhin ersparten sich die Eltern die Erhöhungen für die vier Monaten September bis Dezember 2024.

Die Zuschüsse sichern

Die Gemeinde Salach strebt an, Investitionen in die Kitas durch Bedarfszuweisungen aus dem Ausgleichstock zu finanzieren. Der Ausgleichstock dient der Unterstützung von Gemeinden als Investitionshilfe. Hierbei sei es wichtig, dass die Gemeinde ihre Einnahmemöglichkeiten ausschöpft, um einen Zuschuss erhalten zu können. Salach reagiere, so die Verwaltung, auf die gestiegenen Kosten in der Kinderbetreuung, sehe aber auch die finanzielle Belastung der Familien.

Einzelgemeinderat Martin Schweiger (SÖS) würdigt in einer Mitteilung die Qualität der Salacher Kitas. Die SÖS trete für kostenlose Kinderbetreuung ein, allerdings könne eine Kommune die Kosten nicht allein stemmen. Er sieht Bund und Land in der Pflicht. Bis dahin müssten gegebenenfalls die Beiträge steigen. Gefangen zwischen Idealvorstellung und Realpolitik, habe er sich der Stimme enthalten.

Ab wann steigen die Kosten für die Eltern?

Ab Januar 2025: Folgende Erhöhungen der jeweils geltenden Entgeltordnung wurden laut Verwaltung beschlossen: Kindergarten (Regelbetreuung, verlängerte Öffnungszeiten): +7,5 Prozent.  Krippe (VÖ7): +7,5 Prozent. Keine Erhöhung der Beiträge für Ganztagesbetreuung im Kindergarten und in der Krippe.

Ab 1. September 2025: Kita (Regelbetreuung, verlängerte Öffnungszeiten): +7,3 Prozent, Krippe: +7,3 Prozenzt. Keine Erhöhung der Ganztagesbetreuungskosten.