Entsorgung im Kreis Göppingen
: Wo gibt es künftig noch Wertstoffhöfe? Bürger sollen gefragt werden

Im Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreistags ist das neue Wertstoffkonzept des Abfallwirtschaftsbetriebs vorgestellt worden.
Von
Dirk Hülser
Kreis Göppingen
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Reportage vom Wertstoffhof Stuttgart-Muenster.
Im Bild: Michael Buckmeyer

Auf den Wertstoffhöfen wird alles gesammelt, was wieder verwertet werden kann.

Lichtgut/Max Kovalenko
  • AWB stellt im UVA ein neues Konzept für Wertstoffzentren und -höfe vor.
  • Ziel ist eine zukunftsfähige Erfassung – mit erweiterten Annahmen und mehr Komfort.
  • Geplant sind größere Zentren, ein neues im oberen Filstal und ergänzende örtliche Höfe.
  • Konkrete Standorte stehen noch aus, Abstimmungen mit Kreispolitik und Kommunen laufen.
  • Bürgerbefragung startet demnächst, Umsetzung ist als Prozess bis „2035“ angelegt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Für die Wertstoffzentren des Landkreises und die Wertstoffhöfe in den Städten und Gemeinden im Kreis Göppingen hat der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) das Konzept weiterentwickelt. Bereits in der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass die Sammelstellen neu aufgestellt werden sollen und dass auch Spargedanken eine Rolle spielen. Am Dienstag, 23.6.2026, hat der Umwelt- und Verkehrsausschuss (UVA) des Kreistags sich in öffentlicher Sitzung  mit dem Thema beschäftigt, allerdings zuvor auch schon nichtöffentlich darüber beraten. Vorab hat der AWB dazu eine Pressemitteilung veröffentlicht.

Jetzt sei der richtige Zeitpunkt

Ziel sei es, die Wertstofferfassung langfristig zukunftsfähig aufzustellen und dabei „sowohl veränderte gesetzliche Anforderungen als auch die Bedürfnisse der Bürger und Kommunen zu berücksichtigen“. Hintergrund der Überlegungen ist laut AWB-Chef Julian Kuhn unter anderem, dass sich die Anforderungen an moderne Wertstoffsammelstellen stetig weiterentwickelten. „In einigen Fällen stoßen bestehende Standorte aufgrund begrenzter Flächen an ihre Kapazitätsgrenzen. An anderen Standorten ergeben sich durch städtebauliche Entwicklungen oder veränderte Rahmenbedingungen neue Anforderungen“, konstatiert Kuhn. Gleichzeitig würden die gesetzlichen Vorgaben zur getrennten Erfassung von Wertstoffen und zur Kreislaufwirtschaft kontinuierlich erweitert. „Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die bestehenden Strukturen zu überprüfen und, wo notwendig, weiterzuentwickeln.“

Das Wertstoffhofkonzept sehe daher insbesondere einen Ausbau der Wertstoffzenten mit deutlicher Erweiterung der Annahmepalette vor. Auch solle in der Raumschaft des oberen Filstals ein neues Wertstoffzentrum entstehen. „Daneben sollen Wertstoffhöfe in den Städten und Gemeinden ergänzend ortsnahe Entsorgungsmöglichkeiten mit mehr Komfort für die Bevölkerung bieten“, heißt es weiter.

Konkrete Standorte der Wertstoffzentren und Wertstoffhöfe stehen laut der Mitteilung noch nicht abschließend fest. Das Konzept bedürfe noch weiterer Konkretisierung und Abstimmung und sei bereits im UVA besprochen worden: „Die Kreispolitik hat die grundsätzlichen Überlegungen zur Weiterentwicklung der Wertstoffhofstruktur begrüßt. Betont wurde besonders, dass auch weiterhin die Bürgerfreundlichkeit der Wertstofferfassung im Landkreis im Fokus stehen müsse.“ Das Konzept wurde in einem weiteren Schritt auch den Rathauschefs auf einer Bürgermeistertagung vorgestellt.

Die Weiterentwicklung der Wertstoffhofstruktur wird vom AWB als langfristiger Prozess verstanden: „Ziel ist nicht eine kurzfristige Veränderung bestehender Angebote, sondern die schrittweise Entwicklung einer leistungsfähigen und nachhaltigen Infrastruktur für die kommenden Jahrzehnte. Das Konzept wurde daher bewusst mit dem Zeithorizont 2035 versehen.“

Bürger sollen gefragt werden

Eine schrittweise Herangehensweise sei auch deswegen notwendig, weil die Wertstoffentsorgung mit den Abfallgebühren abgegolten ist. „Die unter dem Landesdurchschnitt liegenden Abfallgebühren im Landkreis Göppingen sollen durch die Umsetzung der Wertstoffhofkonzeption bestenfalls noch entlastet werden, da das Konzept auch finanzielle Einsparungen durch Synergieeffekte betrachtet.“

Demnächst will der AWB eine Bürgerbefragung starten, um Hinweise, Wünsche und Anregungen aus der Bevölkerung aufzunehmen. Die Ergebnisse sollen in die weiteren Überlegungen einfließen. Wenn dann schließlich in die Konzeption die Anregungen der Kreispolitik, der Kommunen und der Bürger eingearbeitet wurden, soll der Ausschuss für Umwelt und Verkehr mit einer Grundsatzentscheidung das Konzept zur Umsetzung freigeben.