Einzelhandel im Landkreis Göppingen
: Einwohner in Überkingen, Ditzenbach und Schlat haben die höchste Kaufkraft

Deutschlandweit hat der Kreis Göppingen eine überdurchschnittliche Kaufkraft, in der Region Stuttgart ist der Kreis jedoch mit 7947 Euro pro Kopf Schlusslicht.
Von
SWP
Kreis Göppingen
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Von Montag an ist shoppen im Kreis Göppingen wieder möglich (Symbolbild).

06.03.2021, Sachsen-Anhalt, Wernigerode: Kleiderbügel mit Modeartikeln hängen an einem Verkaufsständer in einem Modegeschäft. Ab Montag können Einzelhändler bei einem Inzidenzwert zwischen 50 und 100 ihren Kunden Terminshopping anbieten. Die Kunden müssen sich dabei telefonisch bei dem jeweiligen Händler anmelden. Foto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Hinsichtlich des Umsatz des Einzelhandels belegt der Kreis Göppingen in der Region Stuttgart den dritten Platz.

Matthias Bein/dpa
  • Kreis Göppingen: 2024 überdurchschnittliche Kaufkraft, aber Schlusslicht in der Region Stuttgart (7947 €/Kopf).
  • Höchste Kaufkraft im Kreis: Bad Überkingen (9017 €/Kopf), niedrigste in Geislingen (7057 €/Kopf).
  • Einzelhandelsumsatz: Göppingen auf Platz 3 in der Region (6469 €/Kopf), Esslingen Schlusslicht (5840 €/Kopf).
  • Göppingen attraktiv: 34 % mehr Umsatz als Kaufkraft, aber Rückgang seit 2015 – Online-Handel wächst weiter.
  • Problem: Händlermangel und Geschäftsaufgaben bedrohen Innenstädte, Nachfolgesuche bleibt schwierig.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die gute Nachricht vorneweg: Im deutschlandweiten Vergleich verfügt die Bevölkerung im Landkreis Göppingen über eine überdurchschnittlich hohe einzelhandelsrelevante Kaufkraft, schreibt die IHK Göppingen in einer Mitteilung. Die Zahlen beziehen sich auf die Prognose für das Jahr 2025. Innerhalb der nach wie vor florierenden Region Stuttgart sind die Landkreisbewohner bei diesem Wert allerdings das Schlusslicht. Durchschnittlich 7947 Euro pro Kopf können die Einwohner im Jahr im stationären Einzelhandel sowie im Onlinehandel ausgeben. Zum Vergleich: Beim Landkreisprimus Böblingen sind es 8588 Euro. Innerhalb des Landkreises Göppingen verfügen die Bewohner Bad Überkingens mit 9017 Euro pro Kopf die höchste Kaufkraft für den Einzelhandel, gefolgt von Bad Ditzenbach und Schlat mit jeweils 8907 Euro pro Kopf. Schlusslicht ist, wie schon in den Vorjahren, die Stadt Geislingen mit lediglich 7057 Euro pro Kopf.

Nachfolge im Handel ein Problem

Besser sieht es beim Einzelhandelsumsatz aus. Hier belegt der Landkreis Göppingen hinter Stuttgart (8183 Euro) und Böblingen (7063 Euro) mit 6469 Euro pro Kopf den dritten Rang. Schlusslicht ist der Kreis Esslingen mit lediglich 5840 Euro. Allerdings kommt das Geld, immerhin rund 1,7 Milliarden Euro im Landkreis Göppingen, nicht vollständig bei den Händlern vor Ort an. „Der Online-Handel hat seit Corona leider nicht an Attraktivität verloren. Für viele Menschen ist es einfach bequemer, zu jeder Tages- und Nachtzeit vom Sofa aus zu shoppen. Umso erfreulicher, wenn auch aufwändig ist der Trend, dass auch unsere stationären Einzelhändler mittlerweile verstärkt im Online-Handel aktiv sind“, berichtet Sven Maier, Vizepräsident der IHK-Bezirkskammer Göppingen.

Göppingen ist als Einkaufsstadt attraktiv

Schwierig sei es, neben dem ohnehin schon wachsenden Personalmangel für viele Händler hingegen, Nachfolger für ihr Einzelhandelsunternehmen zu finden, betont die IHK. So mussten in der Vergangenheit mehrere alteingesessene Händler schließen. Oft seien dann Leerstände die Folge, die entweder gar nicht oder nicht adäquat gefüllt würden, so der Bad Boller Unternehmer, der auch stellvertretender Präsident des Handelsverbands Württemberg ist, weiter. Auf diese Weise verlören die Innenstädte an Attraktivität, wodurch sehr schnell eine negative Spirale entstehe.

Die Stadt Göppingen ist als Einkaufsstadt jedoch nach wie vor attraktiv. Statistisch nehmen die Göppinger Händler 34 Prozent mehr ein, als den Göppingern an Kaufkraft für den Einzelhandel zur Verfügung steht. Dieser erfreuliche Wert täuscht allerdings nicht darüber hinweg, dass es 2015 noch 51 Prozent Überschuss waren. Dieser ist bis 2022 auf 25 Prozent abgeschmolzen, wächst aber seitdem tendenziell wieder. Im Vorjahr waren es noch 37 Prozent. Ähnlich sieht es in Geislingen aus. Hier verbleiben 14 Prozent mehr Kaufkraft im Ort, als ihn die Bewohner aufbringen. 2015 waren es jedoch schon einmal 35 Prozent. Neben wachsenden Geschäftsaufgaben verlieren die stationären Händler immer mehr Kunden an den Online-Handel.

Vergleicht man beide Städte beim Einzelhandelsumsatz, liegt Göppingen mit 617,7 Millionen Euro klar vor Geislingen mit aktuell lediglich 230,6 Millionen Euro. Hier schlägt die höhere Einwohnerzahl zu Buche. Pro Kopf sind dies für Göppingen 10.454 Euro und für Geislingen 8067 Euro. Umsatzstärkste Kommune in der Region Stuttgart ist hier Sindelfingen mit 12.378 Euro pro Kopf. Esslingen am Neckar weist hier lediglich 6499 Euro aus und die Stadt verliert zudem 22 Prozent Kaufkraft ihrer Bürger ans Umland oder an den Online-Handel.