Streit in Göppinger Wohnhaus
: Mann stirbt an Stichverletzung - Identität des Opfers steht fest

Nach einem großen Polizeieinsatz am Montagabend in Göppingen steht nun fest, dass es sich um ein Tötungsdelikt handelt. Die Polizei bestätigt, dass ein 33-jähriger Tatverdächtiger und eine gleichaltrige Frau aus Vietnam festgenommen wurden - sie ist wieder auf freiem Fuß.
Von
Susann Schönfelder,
Isabelle Jahn,
dpa
Göppingen
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VERPIXELT Die Kriminalpolizei sichert nach einer tödlichen Attacke Spuren am Tatort, einem Wohnhaus in der Göppinger Hohenstaufenstraße.

Die Kriminalpolizei sichert nach einer tödlichen Attacke Spuren am Tatort, einem Wohnhaus in der Göppinger Hohenstaufenstraße.

Giacinto Carlucci
  • Polizeieinsatz in Göppingen: Hohenstaufenstraße und Umgebung gesperrt.
  • Streit in einem Haus eskaliert; Notruf um 19:45 Uhr.
  • Keine Gefahr für die Bevölkerung; "hausinterne" Angelegenheit.
  • Großaufgebot der Polizei vor Ort, Ermittlungen laufen.
  • Weitere Informationen folgen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Anwohner kamen am Montagabend (11.11.2024) nur noch zu Fuß zu ihrem Haus: Die Göppinger Hohenstaufenstraße und umliegende Straßen wie die Aberlinstraße und die Barbarossastraße waren gesperrt, der Tatort großräumig abgeriegelt. Ein Großaufgebot an Polizei war im Einsatz, Mannschaftswagen standen in der Nähe des Tatorts. Ein Rettungswagen parkte direkt im Kreuzungsbereich. Ein Sprecher des zuständigen Polizeipräsidiums Ulm sprach zunächst lediglich von einer Straftat. In einem Haus in der Hohenstaufenstraße sei ein Streit offenbar eskaliert. „Gegen 19.45 Uhr ging der Notruf ein“, sagt der Sprecher der Polizei. Für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr, es handle sich um eine „hausinterne“ Angelegenheit.

Polizei: „Wir haben kein Messer, keine Scherbe gefunden“

Am frühen Dienstagmorgen war klar: Es war ein Tötungsdelikt. Ein Mann lag blutend vor einem Haus und war so stark durch Stiche in den Oberkörper verletzt worden, dass für ihn jede Hilfe zu spät kam und er noch in dem Wohngebiet starb. Die Identität des Mannes war zunächst unklar. Diese konnte mittlerweile geklärt werden. Bei dem Opfer handelt es sich um einen 43-jährigen vietnamesischen Staatsangehörigen.

Bislang ist noch nicht bekannt, was die tödlichen Verletzungen verursacht hat, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft Ulm und Polizei. „Wir haben kein Messer, keine Scherbe gefunden“, hatte ein Polizeisprecher am Vormittag auf Anfrage gesagt. Auch seien die Hintergründe der Tat noch unklar und in welcher Beziehung die beiden Männer und die Frau standen.

Frau wieder auf freiem Fuß

Die Polizei hatte noch am Tatort einen 33-jährigen Tatverdächtigen aus Vietnam und eine gleichaltrige vietnamesische Staatsangehörige vorläufig festgenommen. „Hier besteht der Verdacht, dass beide an den Geschehnissen beteiligt sein könnten“, heißt es in der Mitteilung. Die Ermittlungen liefen weiter auf Hochtouren. Die Frau wurde im Laufe des Dienstags wieder auf freien Fuß gesetzt, da die Voraussetzungen für einen Haftbefehl nicht vorlagen.

Ob der 33-Jährige in diesem Fall noch dem Haftrichter vorgeführt wird, muss laut Staatsanwaltschaft und Polizei noch entschieden werden. Er wird in jedem Falle in Haft bleiben. Gegen ihn liegt ein Haftbefehl wegen eines anderen Deliktes vor. Zur Klärung der Todesumstände findet am Mittwoch eine Obduktion des Verstorbenen statt.

Göppingen Mord Polizeieinsatz Hohenstaufenstraße Sperrung für Verkehr

Die Hohenstaufenstraße in Göppingen war am Montagabend nach der Bluttat komplett gesperrt.

Giacinto Carlucci

In dem frisch renovierten Haus an der Ecke Hohenstaufenstraße/Barbarossastraße, gegenüber der Kreissparkassen-Filiale, wurden am Montagabend Spuren gesichert. Diese Arbeit sei in der Nacht abgeschlossen worden. Am Dienstagmorgen war der Tatort noch für die weiteren Ermittlungen der Kriminalpolizei abgesperrt, die Straßen waren wieder befahrbar.

Anwohner verfolgten den stundenlangen Einsatz und erzählten: „Die Polizisten haben unter jedes Auto geleuchtet und auch die Gelben Säcke hochgehoben." Zahlreiche Nachbarn schauten am Montagabend am Fenster zu, verunsicherte Passanten fragten sich, was diese nächtliche Sperrung und der Einsatz mit Dutzenden Polizisten zu bedeuten hat, weil es zunächst kaum Informationen gab und das Sicherheitsgefühl vieler Menschen nach drei Tötungsdelikten binnen sechs Wochen gehörig ins Wanken geraten ist.

Drittes Tötungsdelikt innerhalb von sechs Wochen

Die Gewalttat ist bereits die Dritte innerhalb von sechs Wochen. Am 2. Oktober waren tödliche Schüsse in der Shorty‘s Bar in der Gartenstraße in Göppingen gefallen. Ein Unbekannter hatte das Feuer eröffnet und einen 29-Jährigen erschossen, zwei weitere Männer wurden im Kugelhagel schwer verletzt. Der Täter ist nach wie vor auf der Flucht. Gesucht wird ein Mann, der etwa 18 bis 24 Jahre und 1,70 bis 1,80 Meter groß und schlank sein soll. Medienberichten zufolge schoss der Unbekannte mit einer Maschinenpistole.

Am 16. Oktober wurde am späten Abend in einer Wohnung im Gerokweg in Göppingen ein 46-jähriger Mann tot aufgefunden. Schnell hatten sich Hinweise auf ein Tötungsdelikt verdichtet. Wenige Tage später wurde eine 25-jährige Frau aus dem Großraum Stuttgart wegen Mordverdachts festgenommen. Die mutmaßliche Täterin räumte die Tat ein. Es habe sich um das einzige Treffen mit dem späteren Opfer gehandelt, hatten Polizei und Staatsanwaltschaft mitgeteilt. Derzeit wird untersucht, ob die Frau psychisch krank ist. Es gebe keine Hinweise auf Zusammenhänge des aktuellen Tötungsdelikts mit diesen Verbrechen in Göppingen, sagte ein Polizeisprecher.