Dreister Betrug in Schorndorf: Frau fällt auf Betrugsmasche herein und überweist zwei Mal fünfstelligen Betrag

Beim Anruf eines Betrügers kamen einer Schorndorferin zunächst keine Zweifel. (Symbolbild)
Karl-Josef Hildenbrand/dpaEine 62 Jahre alte Schorndorferin hat am Mittwochabend (17.01.) Anrufe erhalten, bei denen sich der Anrufer als Mitarbeiter ihrer Hausbank ausgab. Durch eine geschickte Form der Gesprächsführung gaukelte der Anrufer der arglosen Frau vor, dass gegenwärtig unberechtigt auf ihr Konto zugegriffen würde.
Frau glaubt dem Betrüger
Nur wenn die Frau den Anweisungen des falschen Bankmitarbeiters folgen würde, könnte ein Schaden abgewendet werden. Die Frau schenkte den Schilderungen Glauben, erhöhte zunächst ihr Überweisungslimit und tätigte letztlich zwei Überweisungen, in denen sie einen niederen fünfstelligen Geldbetrag anwies.
Als die Frau sich später mit ihrem Mann unterhielt und Zweifel an der Echtheit der Anrufe aufkamen, erstatteten sie schließlich eine Anzeige bei der Polizei. Das Polizeirevier Schorndorf ermittelt nun wegen Betruges zur Identität des falschen Bankmitarbeiters und zum Verbleib des Geldes.
Polizei warnt Bevölkerung
Die Polizei möchte über die Vorgehensweisen der Telefonbetrüger informieren, damit weitere Schadensfälle möglichst verhindert werden können.
So funktioniert die Masche mit den falschen Bankmitarbeitern, teilt die Polizei mit: „In der Regel erfolgt der Anruf des angeblichen Bankmitarbeiters überraschend, nicht selten außerhalb der üblichen Öffnungszeiten der Bankfiliale. Im Display des Telefons erscheint dabei in einigen Fällen tatsächlich die korrekte Rufnummer des kontoführenden Instituts. Diese ist heute mit einfachen technischen Tricks zu fälschen. Was der Angerufene nicht weiß, ist, dass der Anrufer aufgrund abgefangener oder anderweitig unrechtmäßig erlangter Zugangsdaten oftmals bereits Zugriff auf das Online-Banking des Angerufenen hat und dort auch angemeldet ist. Am Telefon kann er deshalb problemlos den Namen des üblichen Kundenberaters, die Kontoumsätze, den Kontostand und die persönlichen Daten des Kontoinhabers nennen. So erschleicht sich der falsche Bankberater das Vertrauen des Angerufenen. Zunächst weist der falsche Bankmitarbeiter den Angerufenen häufig auf ein angebliches Problem mit dessen Konto hin. Es geht fast immer um die Sicherheit im Online-Banking, Sicherheitsabfragen oder eine dubiose Falschüberweisung von dem Konto, welche die Bank angeblich stoppen möchte. Die rhetorisch geschulten Anrufer verwickeln die Bankkunden in ein Gespräch und entlocken dabei ganz geschickt TAN-Nummern oder Freischalt-Codes.“
Ratschläge der Polizei
Um Betrugsfälle dieser Art zu verhindern, rät die Polizei:
Geben Sie niemals persönliche Daten oder Bankdaten am Telefon
preis. Gesundes Misstrauen schützt.
Beenden Sie das Gespräch, wenn Sie den leisesten Verdacht hegen, dass etwas nicht in Ordnung sein könnte und verständigen Sie unverzüglich Ihre Bank.
Falls Sie Opfer einer Straftat geworden sind, erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
