Deutsches Rotes Kreuz
: Mit Hilfe zurück ins Leben

Ein Schlaganfall im vergangenen Herbst änderte den Alltag von Martin Hohneker dramatisch. Beharrlich kämpft er sich ins Leben zurück. Dabei begleitet ihn die ausgebildete Schlaganfall-Helferin Madeleine Sonntag.
Von
red/frf
Kreis Göppingen
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Schlaganfallhelfer DRK Göppingen

Martin Hohneker (rechts) mit Birgit Mangold (Mitte) und Madeleine Sonntag vom DRK Göppingen.

DRK Göppingen
  • Ein Schlaganfall veränderte Martin Hohnekers Alltag – seither kämpft er sich zurück.
  • Freunde organisierten Wohnungsumbauten, sein Lebensmut kam zurück, die Reha läuft.
  • DRK Göppingen begleitet ihn: Hausnotruf, Bürokratiehilfe und eine Schlaganfall-Helferin.
  • Madeleine Sonntag besucht ihn wöchentlich, trainiert Motorik und Kognition ohne Zeitdruck.
  • Ziel von Hohneker und Sonntag: selbstständig ins Ortszentrum zu Metzger und Bäcker gehen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Wohnung in Albershausen ist barrierefrei – sie liegt allerdings im Hochparterre. Für Martin Hohneker sind die wenigen Stufen seit dem 17. November 2025 ein unüberwindbares Hindernis. Der Tag veränderte das Leben des 59-Jährigen grundlegend. Er hatte wie üblich begonnen. Der Handelsfachwirt war zur Arbeit gegangen, hatte ein Telefonat geführt. Plötzlich fiel ihm der Hörer aus der Hand, er stürzte vom Stuhl. Kollegen kümmerten sich um ihn, setzten einen Notruf ab. „Ich wurde ins Christophsbad gebracht. Erst da habe ich realisiert, dass etwas sehr Ernsthaftes passiert sein muss.“

Der Lebensmut kam zurück

Der Albershäuser konnte nur noch verwaschen sprechen „und ich bemerkte, dass mit meiner rechten Körperhälfte etwas nicht stimmt“. An einen Schlaganfall hatte er da aber immer noch nicht gedacht. Es folgte ein längerer Klinikaufenthalt, dann eine Reha. Und Gedanken, dass das Leben für ihn nicht mehr lebenswert ist. Freunde und Verwandte fingen ihn auf. Sie kümmerten sich um die Umgestaltung der Wohnung, um entsprechende Einbauten im Bad. „Mein soziales Umfeld ist sehr gut“, freut sich Martin Hohneker, und so kehrte auch sein Lebensmut wieder zurück. Und sein Kampfgeist. Dank zahlreicher therapeutischer Unterstützung und seiner eisernen Disziplin „kommen meine Fähigkeiten mehr und mehr zurück“. Selbstbewusst steht er aus seinem Rollstuhl auf. „Das war vor einem halben Jahr nicht möglich. Aber ich will!“

Individuell auf die Bedürfnisse eingehen

Als eine Freundin den DRK-Hausnotruf für ihn beantragte, fragte Birgit Mangold, beim DRK-Kreisverband Göppingen zuständig für den Hausnotruf und die Schlaganfallhelfer, ob er sich vorstellen könne, durch sie weitere Unterstützung und Begleitung zu erhalten. Diese ehrenamtlichen Kräfte hatten das DRK und die Göppinger Klinik Christophsbad im vergangenen Jahr ausgebildet. Auch Madeleine Sonntag hatte sich qualifizieren lassen. Jetzt kommt sie einmal in der Woche zu Martin Hohneker nach Albershausen, hört zu, spricht mit ihm, begleitet ihn, wenn er das Laufen übt. Sie spielen gemeinsam Gedächtnisspiele, die die kognitiven Fähigkeiten unterstützen. „Ich schaue nicht auf die Uhr und gehe ganz individuell auf die Bedürfnisse von Martin ein“, betont sie. Die regelmäßigen Besuche seien eine wichtige Ergänzung der pflegerischen und therapeutischen Begleitung, die der Schlaganfallpatient erhalte. Birgit Mangold betont: „Wir unterstützen auch bei all den bürokratischen Fragen, die auftauchen.“ Dies stelle eine große Entlastung auch für die Angehörigen dar, deren Leben sich ja ebenfalls von Grund auf ändere.

Woche zu Woche wird es besser

„Dieses Angebot ist genau das Richtige für mich“, stellt Martin Hohneker fest. „Ich mache überall Werbung für die Schlaganfall-Helfer“. Er hat sich die Hilfe geholt, die er derzeit benötigt. „Man muss mutig genug sein zu sagen: Ich brauche Hilfe, und sie dann auch annehmen“, betont Madeleine Sonntag. Sie wird Martin Hohneker „so lange besuchen, wie es nötig ist“. Und: „Ich bin wieder für eine Woche geerdet, wenn ich hier war.“ Sie ist bestärkt, wenn sie „die Fortschritte von Woche zu Woche sieht“. Und arbeitet mit Martin Hohneker daran, sein großes Ziel zu erreichen: „Wir werden gemeinsam zum Metzger und Bäcker in der Ortsmitte gehen und es uns gut gehen lassen!“

Alle Informationen zu den Schlaganfall-Helfern bei Birgit Mangold unter Telefon (07161) 6739-0 und schlaganfallhelfer@drk-goeppingen.de.