Menschen, die befürchten, sich mit dem Corona-Virus infiziert zu haben, versuchten möglicherweise in den vergangenen Tagen vergebens, beim Gesundheitsamt einen Termin für einen Abstrich zu vereinbaren. Hausärzte empfehlen in aller Regel, bei begründetem Corona-Verdacht – und nur dann – sich unter Tel. (07161) 202-5380 an die Gesundheitsamts-Hotline zu wenden. Wer das versucht, stellt fest: Die Leitungen dort sind permanent belegt.

Eine Nachfrage bei der Pressestelle des Landratsamtes ergab: Die Telefonhotline ist täglich parallel mit sechs Personen besetzt. Deren Anzahl sei sei diese Woche schon aufgestockt worden. Schriftliche Anfragen würden von Mitarbeitern des Gesundheitsamtes separat beantwortet.

Bereits am 4. März richtete die Kreisärzteschaft in Eislingen eine Abstrichstelle für Corona-Verdachtsfälle ein, die zweite in Baden-Württemberg nach Aussage des Landratsamtes. Damit soll verhindert werden, dass Corona-Infizierte in Arztpraxen oder Krankenhäuser kommen. In der Einrichtung in Eislingen seien bisher täglich rund 50 Personen getestet worden, erklärt das Landratsamt. Mittlerweile seien bis zu 100 Abstriche pro Tag möglich. Derzeit arbeite man daran, die Kapazität auf 300 Abstriche pro Tag auszuweiten. Der limitierende Faktor sei aber die Laborkapazität. Kreisärzteschaft und Gesundheitsamt arbeiten mit einem Labor zusammen, das signalisiert habe, mehr als 300 Tests am Tag seien nicht möglich. Getestet wird nur von Montag bis Freitag. Unter der Woche werde der Test am gleichen oder am nächsten Tag vorgenommen.

Ohne Termin zur Abstrichstelle zu fahren, ist sinnlos: Nur wer vom Gesundheitsamt einen Termin bekommen hat, kann sich testen lassen. Getestet wird – gemäß der Vorgaben des Robert-Koch-Instituts – nur, wenn jemand Symptome wie Husten und Fieber hat und zusätzlich entweder in einem Risikogebiet war oder Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person hatte.

Wer krank ist und Behandlung braucht, muss sich telefonisch an seinen Hausarzt wenden oder am Wochenende an den kassenärztlichen Notfalldienst, sagt das Landratsamt. Deren Aufgabe seien Diagnose und Behandlung. „Die Aufgabe des Gesundheitsamtes ist, bei Infizierten die notwendigen Quarantänemaßnahmen festzulegen, Kontaktpersonen zu ermitteln und auch hier die weiteren Maßnahmen einzuleiten“, stellt das Amt klar.