Betrugsversuch in Ebersbach
: Schockanruf bei Seniorin scheitert

Mit der Masche des Schockanrufs wollen Betrüger an Erspartes gelangen. Doch die Seniorin handelt besonnen und weigert sich.
Von
SWP
Ebersbach an der Fils
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Seniorin und Telefon: ARCHIV - 06.03.2018, Baden-Württemberg, Mühlacker: Eine Seniorin telefoniert mit ihrem Smartphone. (zu dpa: «Festnahme nach Schockanruf») Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Eine Ebersbacher Seniorin sollte über Telefon um ihr Erspartes gebracht werden (Symbolbild).

Sebastian Gollnow/dpa
  • Betrugsversuch am 27.11. in Ebersbach an der Fils: Seniorin erhält Schockanruf.
  • Betrügerin behauptet, Angehörige sei nach tödlichem Unfall im Gefängnis; fordert Kaution.
  • Seniorin reagiert besonnen, verweigert Zahlung; Betrüger legen auf.
  • Polizei warnt: Echte Beamte fordern nie Kaution, Bargeld oder Wertsachen.
  • Tipps: Nicht unter Druck setzen lassen, auflegen, 110 wählen, keine persönlichen Daten teilen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am Mittwoch (27.11.) haben Unbekannte versucht, eine Seniorin in Ebersbach um ihr Erspartes zu bringen.

Am Nachmittag erhielt die Seniorin einen Anruf einer Betrügerin. Ihr wurde mitgeteilt, dass eine Angehörige einen tödlichen Unfall verursacht hätte und nun im Gefängnis säße – nur wenn sie eine Kaution für sie zahlen würde, käme die Angehörige aus dem Gefängnis frei. Trotz der schockierenden Nachricht reagierte die Seniorin genau richtig und lehnte eine Zahlung ab. Danach legten die Betrüger auf.

Kaution? Vorsicht!

In Deutschland ist es in der Regel nicht üblich, eine Kaution zu zahlen, um Menschen von der Anklagebank zu holen oder aus polizeilichem Gewahrsam freizukaufen. Dieses Bild hat sich jedoch, vor allem durch Filme und Serien mit Handlung in den USA, auch in Deutschland verbreitet. Die bei uns gesetzlich mögliche „Sicherheitsleistung“ bedarf einer eingehenden, individuellen Prüfung und einer richterlichen Anordnung. Echte Polizeibeamte werden niemals eine Kaution, Bargeld oder Wertgegenstände verlangen.

Die Polizei zeigt, wie man sich schützen kann

Zwischenzeitlich sind die Maschen, wie die Betrüger an das Geld der Angerufenen kommen wollen, vielfältig. Oft geben sich Betrüger am Telefon als Verwandte, meist Tochter, Sohn oder Enkel, oder als ein mit einem Vorgang betrauter Polizeibeamter oder Rechtsanwalt aus und täuschen eine Notsituation vor. Die Anrufer berichten etwa von einem Verkehrsunfall, in dessen Folge ein Familienmitglied sofort operiert werden müsse. Die Operation könne jedoch nur dann durchgeführt werden, wenn sie vorher in bar bezahlt wird. Dieses Vorgehen wird „Schockanruf“ genannt.

Aber auch falsche Mitarbeiter von Software-Unternehmen, falsche Polizeibeamte oder der sogenannte Enkeltrick sollen vornehmlich ältere Menschen dazu bringen, Geld oder andere Wertgegenstände und Schmuck auszuhändigen oder Überweisungen durchzuführen. In vielen Fällen durchschauen die Angerufenen die Betrugsmaschen und die Betrüger gehen leer aus. Leider fallen aber auch immer wieder Menschen auf Betrüger herein und werden um Ihr Vermögen gebracht.

Die polizeiliche Kriminalprävention klärt darüber auf, wie sich jeder vor Betrug schützen kann. Sie gibt folgende grundsätzlichen Verhaltenstipps:

  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen.
  • Legen Sie auf. Wer sich nicht in ein Gespräch verwickeln lässt, kann auch nicht hereingelegt werden.
  • Werden Sie misstrauisch bei Forderungen nach Geld oder persönlichen Daten.
  • Legen Sie unbedingt zuerst auf! Wählen Sie erst dann selbst die 110 und teilen Sie den Sachverhalt mit.
  • Sprechen Sie am Telefon nicht über ihre persönlichen oder finanziellen Verhältnisse
  • Die Betrüger suchen in Telefonverzeichnissen vor allem nach Vornamen, die auf ältere Personen hindeuten. Um das Risiko zu verringern, kann man sich aus den Verzeichnissen streichen lassen oder veranlassen, dass der Vorname nur abgekürzt genannt wird.
  • Beraten Sie sich mit Ihrer Familie oder Personen, denen Sie vertrauen.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an Unbekannte.
  • Geben Sie diese Tipps in Ihrem Familien- und Freundeskreis weiter.

Wichtige Tipps zum Schutz von Telefonbetrügern erhalten Sie in der Broschüre „Vorsicht, Abzocke!“. Diese finden Sie bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder im Internet unter www.polizei-beratung.de. Um sie weiter für das Thema Telefontrickbetrug sensibilisieren, hat die Polizei gemeinsam mit der Landesprävention eine zehnteilige Clipreihe produziert, in der die Polizei sukzessive die verschiedenen Maschen erläutert.