Benefizkonzert in Göppingen: Prachtvoller Abschluss der NWZ-Aktion „Gute Taten“
Viel Beifall und Blumen als Dank gab es am Ende des festlich-glanzvollen Benefizkonzerts zum Abschluss der NWZ-Aktion „Gute Taten“ in der vollen Göppinger Oberhofenkirche. Unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Gerald Buß haben der Kammerchor Capella Nova, das Kammerorchester Concerto Festivo und ein ausgezeichnetes Solistenquartett (Gundula Peyerl, Sopran, Thalia Hellfritsch, Alt, Christian Wilms, Tenor, Christian Hilz, Bass) drei Bachkantaten aufgeführt.
Michael Wirkner, diesjähriger Präsident des Rotary-Clubs Göppingen-Stauferland, der seit 17 Jahren die NWZ-Aktion unterstützt und seit 15 Jahren die Abschlusskonzerte ausrichtet, Pfarrerin Carola Kittel für die Verbundkirchengemeinde und Redaktionsleiter Helge Thiele für die NWZ – sie drückten zu Beginn ihren Dank aus für das Konzert und die große Spendenbereitschaft, mit der in diesem 50. Jahr der „Guten Taten“ wieder alle 44 Projekte unterstützt werden können.
Dank ist das Hauptthema
Dank war auch das Hauptthema der drei Ratswahlkantaten BWV 119, 120 und 29 von Johann Sebastian Bach, die er als Leipziger Thomaskantor in den Jahren 1723, 1729 und 1731 komponiert und aufgeführt hatte. Die sonntäglichen Veranstaltungen in der Messestadt Leipzig hatten eine starke öffentliche und repräsentative Funktion, wurde doch die Einführung des Leipziger Stadtrats mit einem Gottesdienst gefeiert. Weltliches und Geistliches verbanden sich damit zu einer Art prachtvoller Symbiose.
Stärke und Macht Gottes werden in den Texten hervorgehoben. Gerechtigkeit, Frieden, Herz, Gewissen sind Schlüsselworte. Segen, Schutz und Trost für das Land und die Stadt – immer wieder unterbrochen durch Dank – werden beschworen. Die „kluge Obrigkeit als Gottes Gabe“ und „die werte Obrigkeit, so heute Sitz und Wahl verneut“ – gemeint ist der Leipziger Stadtrat – soll gesegnet werden, damit sich „Recht und Treue“ miteinander verbinden. Prosperität soll in „Dank- und Demutsliedern“ ersungen und besungen werden. Die Chorsätze wurden durch den Kammerchor Capella Nova glanzvoll-leuchtend dargeboten – mit einem zuverlässigen und klangschönen Orchester als Partner. Choräle setzten jeweils in allen Kantaten den Schlusspunkt. Die Hauptpartien hatte Bach jedoch den Solisten gegeben. Hier ist besonders die junge 23-jährige Altistin Thalia Heelfritsch zu nennen, die für die erkrankte Alexandra Paulmichl kurzfistig eingesprungen war. Ein echter Glücksfall. Nicht nur technisch sicher, sondern mit einer voluminös großen Stimme und mit herrlich kraftvoll-dunklem Timbre in allen Lagen ausgestattet und von der Solo-Violine (Joachim Ulbrich, Konzertmeister) begleitet.
Prachtvolles Orchester mit Pauken und Trompeten
Christian Hilz mit einem differenziert-runden Bass in Rezitativen wie „So herrlich stehst du, liebe Stadt“, Gundula Peyerl in der Arie „Gedenk an uns mit deiner Liebe“ ausdrucksstark, Christian Wilms in anspruchsvollen Arien und Rezitativen mit viel Kern, in exponierter Höhe jedoch mit zu wenig Raum – alle vier Solisten fügten sich in die kompositorische Vielfalt von Bach ein. Dessen Experimentierfreude durch ungewöhnliche Anfänge etwa mit einer Sinfonia zeigte ein prachtvolles Orchester mit Pauken (Oli Locherer) und Trompeten (Lutz Mandler, Hans-Peter Buck, Augustin Mandler, Einspringer Johannes Knobloch) sowie der Beginn mit einer Alt-Arie in „Gott, man lobet dich in der Stille“.
Ein Hörgenuss waren die hervorragenden Oboisten (Martin Torwarth, Lisa Feilhauer) mit zärtlich-singender Oboe d’amore und dunkelfarbig-schimmerndem Englischhorn in Rezitativ und Tenor-Arie „Wohl dir, du Volk der Linden“ sowie die in das Loben des Chores einwerfenden Trompeten und eine virtuose Orgel (Rainer-Maria Rückschloss) in einer Art eingebautem barockem Solo-Konzert. Gerald Buß hatte alles zusammengeführt und in den Tonmalereien souverän geleitet. Viel Beifall.















